Panometer Leipzig

Panometer Leipzig, Foto: David Xavier
Foto: David Xavier
Foto: David Xavier

Das SommerOrchester Leipzig (SOL) ist ein neugegründetes professionelles Orchester in Leipzig. Neben der kulturellen Bereicherung der bisher wenig bedienten Sommermonate stehen Konzerte und Opern an ungewöhnlichen Orten im Fokus des Orchesters.


Ein Orchester ist langweilig, Oper noch viel mehr. Endlose unverständliche Gesänge in altbackener Umgebung. Oder doch nicht? Was passiert, wenn ein Orchester nicht im Graben sitzt und die Sänger nicht auf der Bühne stehen? Das SommerOrchester Leipzig hat sich zur Aufgabe gemacht, überall zu spielen und sich von trockenen Konzertsälen zu verabschieden. Wer wäre also besser geeignet als der ungestüme DON GIOVANNI, um sich diesen Musikern anzuschließen? Die Arena wurde am 2.7.2017 zum Schauplatz einer Oper mit Picknick-Charakter, wobei die Location auf besondere Art und Weise mit einbezogen ist. So hat ein Publikum Mozart garantiert noch nicht erlebt!

So lautete die besondere Einladung:
"Eine besondere Zielgruppe gibt es nicht - bei uns sind alle willkommen! Wir haben uns auch extra eine Inszenierung überlegt, bei der auch alle, die niemals in einer Oper waren problemlos der Handlung folgen können... also packt Eure Picknickdecke und kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!"


Die Aufführung im Juli 2017 konnte vor dem Regen gerettet werden, da das Orchester die Genehmigung der Künstlers Yadegar Asisi hatte in seiner Ausstellung „Titanic“ im Panometer Leipzig zu spielen. Erst in letzter Minute wurde der Szenenwechsel von Arena zu Panometer entschieden und Publikum, sowie Orchester, Chor und Solisten zogen ins Panometer. Vor diesem Hintergrund entstand eine einmalige Atmosphäre und ein Bühnenbild, was seinesgleichen sucht. Der Aussichtsturm in der Mitte des Panoramas bot eine mehrstöckige Bühne für Sänger und Sprecher.



KV 527, Oper `Don Giovanni'
Orchester: SommerOrchester Leipzig
Solisten: Diogo Mendes (Don Giovanni), Cynthia Dyre Moellenhoff (Donna Anna), Chris B. Fischer (Don Ottavio), Steven Klose (Leporello), Ruth Ohlmann (Donna Elvira), Joshua Morris (Masetto/Commendatore), Jennifer Porto (Zerlina)
Sprecher: Peter Waros, Leitung: Eva Meitner, Assistenz: Adam Jank
Aufnahme am 2. Juli 2017 im Panometer Leipzig

KV 527, Oper `Don Giovanni', 1. Akt
KV 527, Oper `Don Giovanni', 2. Akt
KV 527, Oper `Don Giovanni', Zugabe „Happy End“


KV 527 Panometer Leipzig

Der vollständige Name der 1787 uraufgeführen Oper lautet eigentlich Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni (‚Der bestrafte Wüstling oder Don Giovanni‘) und führt uns mit einem Libretto von Lorenzo da Ponte nach Spanien, wo Don Juan, oder eben auf italienisch Don Giovanni, sein Unwesen treibt. Der Frauenheld zieht mit seinem Begleiter Leporello durch die Länder und die Betten der Frauen. Im Fokus der Oper stehen 3 Frauen: die mit Don Ottavio verlobte Donna Anna, die von Giovanni am Altar stehen gelassene Donna Elvira und die frisch mit Masetto vermählte Zerlina. Zu Beginn der Oper ermordet unser „Held“ den Vater Anna, den Commendatore. Dieser wird sich am Ende des Stückes aus dem Totenreich melden, um Don Giovanni seine gerechte Strafe zu erteilen. Doch bis dahin findet Elvira noch ihren verschwundenen Bräutigam und versucht ihn zu stellen, dieser jedoch ist mit Gedanken und später auch mit Taten schon bei seinen nächsten Eroberungen. Zuerst Zerlina, die er auf ihrer Hochzeit von ihrem Bräutigam weglockt und später noch die Zofe Elviras. All dies wird begleitet von Leporello, der seinen Herrn versucht, auf den richtigen Weg zu lenken, was ihm aber nicht gelingen soll. Kurz bevor er zur Hölle fährt, zeigt Don Giovanni noch Reue, aber es ist bereits zu spät. Durch sein Ableben können alle anderen Beteiligten endlich ein normales Leben führen und die Erlebnisse aufarbeiten.

Zur Entstehung, der als Auftragswerk entstandenen Oper weiß man nicht viel. Sie basiert auf dem Stoff des Don Juan, einer alten europäischen Sage. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Stoff wiederholt vertont, aber auch bildlich dargestellt und auch verfilmt. Mozarts Oper zählt dabei zu einer der berühmtesten Darstellung der Sage.


Diogo Mendes

Diogo Mendes wurde 1991 in Augsburg geboren und begann bereits mit fünf Jahren seine instrumentale und vokale Ausbildung bei den Augsburger Domsingknaben. Auch heute ist der Bariton noch öfters als Solist des Chores zu sehen.
Den Bachelor beendete er 2016 bei KS Prof. Jürgen Kurth an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartoldy, wo er nun auch seit dem Wintersemester 2016/2017 im Master bei KS Prof. Roland Schubert studiert.
Auftritte führten ihn bereits ins Leipziger Gewandhaus, ins Schumann-Haus und in die Leipziger Thomaskirche, wo er als Solist beim Bachfest zu hören war.
Erste Opernerfahrungen sammelte Diogo Mendes in den Hochschulproduktion als Graf Eberbach in Albert Lortzings „Der Wildschütz“, als Fürst Ottokar in Carl Maria von Webers „Freischütz“ und als Landarzt in Hans Werner Henzes gleichnamiger Oper. In der Spielzeit 2014/2015 debütiert er an der Leipziger Oper als Marchese d´Obigny in "La Traviata" von Giuseppe Verdi.
Diogo Mendes ist 1. Preisträger des Lortzing-Wettbewerbs in Leipzig 2014.


Cynthia Dyre Moellenhoff

Die gebürtige New Yorkerin Cynthia Dyre-Moellenhoff wohnt seit vielen Jahren in Deutschland, wo sie als Sängerin und Gesangspädagogin tätig ist.
Als Solistin war sie in Deutschland u.a. am Nationaltheater Mannheim und Theater Heidelberg, sowie mit dem Orchester des SWR zu hören. Neben dem gängigen Oratorien- und Konzertrepertoire, hat Cynthia Dyre-Moellenhoff eine Vorliebe für Kammermusik und brachte innerhalb der letzten Jahren mehrere Liederabende zur Aufführung, u.a. Programme mit solchen Schwerpunkten wie zeitgenössischer Musik, Lieder des 19ten Jahrhunderts, aber auch Soirées im Musicalgenre.
Dr. Dyre-Moellenhoff promovierte im Fach Gesangspädagogik an der Universität Texas. Ihre Lehrtätigkeit übte sie in den USA an Institutionen wie der Universität Texas und der St. Edward‘s University aus. Derzeit lebt Cynthia Dyre-Moellenhoff in Leipzig, wo sie Privatunterreicht erteilt und als Gesangspädagogin am Theater Akademie Sachsen tätig ist.


Christopher B. Fischer

Der in Stuttgart geborene junge Tenor Christopher B. Fischer studierte zunächst Bachelor Klassischer Gesang bei Prof. Donald Litaker und bei Prof. Stephan Kohlenberg an der Hochschule für Musik Karlsruhe und erhielt dort Unterricht von Markus Hadulla in Liedgestaltung.
Seit September 2015 studiert er Master Operngesang bei Prof. Berthold Schmid an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig.
Ende November 2015 debütierte er dort als Paris in J. Offenbachs Operette "Die schöne Helena". Und im April 2016 war er als der lyrische Tenor in T. Johnsons, 1988 uraufgeführten, "Riemannoper" zu sehen. Mit dem SommerOrchester Leipzig wird er Anfang Juli als Don Ottavio in einer halb konzertanten Aufführung des "Don Giovanni" von W. A. Mozart zu hören sein. Seine klares, weiches Timbre weiß er außerdem geschickt im Bereich des Oratoriums, u.a. als Evangelist in J. S. Bachs "Matthäuspassion" oder "Weihnachtsoratorium", einzusetzen.
Ihn prägten zudem Kurse unter anderen bei Daniel Gloger (Neue Vokalmusik), Peter Berne (Belcanto), bei Prof. Daniel Fueter (Chanson) und Liv Solveig Wagner (Jazzgesang).
Derzeit ist er als Aushilfe im MDR Rundfunkchor tätig und bestreitet mit diesem Konzerte und CD-Produktionen.


Steven Klose

Steven Klose stammt aus Radebeul bei Dresden. Nach dem Besuch der örtlichen Musikschule wurde er in den Dresdner Kreuzchor aufgenommen, wo er entscheidende musikalische Impulse erhielt. 2008 nahm er sein Gesangsstudium bei Prof. Roland Schubert an der Musikhochschule Leipzig auf. Rasch wuchsen seine Aktivitäten im Rahmen der Chor- und Ensemblearbeit, wie auch die solistischen Engagements. Ersten Kontakt zum Musiktheater erhielt der Bass-Bariton in der Partie Frank aus Strauß' „Fledermaus“, dem Schulmeister Baculus in Lortzings „Wildschütz“ sowie als Polifemo in Händels italienischer Erstfassung „Aci Galatea e Polifemo“ im Rahmen eines Hochschulprojekts sang er die Partie des „Elias“ unter der Leitung von Matthias Foremny. Seit 2015 ist er Mitglied im Rundfunkchor des MDR. Reisen und Gastspiele mit professionellen Chören, unter der Leitung von Sir Simon Rattle, Howard Arman, Riccardo Chailly und Helmuth Rilling u.v.a. sorgen für ein breit gefächertes Repertoire, das von alter Musik bis hin zu Werken der Gegenwart reicht.


Ruth Ohlmann

Ruth Ohlmann wurde in Deutschland geboren und wanderte als 16 Jährige mit ihrer Familie nach Kanada aus, wo sie an der Wilfrid Laurier University in Waterloo Gesang studierte und mit Auszeichnung abschloss. Mit Puccinis Suor Angelica gab sie hier ihr fulminantes Operndebüt.
Ruth Ohlmann gewann 1990 den NATS Wettbewerb in Ontario. Darüber hinaus war sie Preisträgerin beim Eisteddfod Wettbewerb in Wales, bei der Edward Johnson Competition in Kanada und beim Alexander Girardi Wettbewerb in Coburg.
Die Sopranistin wurde von 1991 bis 1994 an das Atelier lyrique, das Opernstudio der Oper in Montreal, engagiert. 1994 kehrte sie zurück nach Europa und wurde für eine Spielzeit Studiomitglied am Opernhaus Zürich. 1995 war sie als Gast an der Vancouver Opera zu erleben, gehörte von 1995 bis 1997 dem Ensemble des Theater Coburg an und wechselte anschließend an die Musikalische Komödie in Leipzig. Ein Gastvertrag führte die Sopranistin 1999 als Musette in La Boheme an das Staatstheater am Gärtnerplatz in München. 2000 bis 2007 war sie dort fest engagiert und feierte Erfolge als Pamina in der Zauberflöte und als Donna Elvira im Don Giovanni. Sie sang dort die Titelpartie in Gräfin Mariza, die Rosalinde in der Fledermaus und die Sylva Varescu in der Csardasfürstin. In der preisgekrönten Uraufführung von Awet Terterjans Beben verkörperte sie die weibliche Hauptrolle. 2005 sang Ruth Ohlmann die Nedda im Bajazzo und Stella in der Uraufführung von Wilfried Hillers Augustinus. 2006 folgten die Dubarry in München, Antonia in Hoffmanns Erzählungen in Bremen und die Angele in Der Graf von Luxemburg bei den Seefestspielen Mörbisch. 2007 sang sie Csardasfürstin in Leipzig und Braunschweig. Von 2008 bis 2013 war Ruth Ohlmann wieder Ensemblemitglied der Oper Leipzig, wo sie als Operettendiva dem Ensemble der Musikalischen Komödie angehörte.
Ruth Ohlmann lebt in Leipzig und arbeitet hier regelmäßig mit dem Leipziger Symphonieorchester, dem Leipziger Damensalonorchester und dem Sommerorchester Leipzig zusammen.


Joshua Morris

Geboren in der Schweiz. Zunächst Klavierstudium, dann Gesangsstudium an der Hochschule für Musik von Genf. Abschluss 2016. Derzeit Master an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig bei Regina Werner-Dietrich.
Bühnendebüt 2014 als Komtur in »Don Giovanni« unter der Leitung von Olivier Murith. Solist in mehreren Oratorien, Messen und Passionen u.a. von Bach, Saint-Saëns, Händel, Rossini, Buxtehude. 2017 in Haydns »Stabat Mater« und in Brittens »Noye’s Fludde«. An der Oper Leipzig 2016/17: Der Kanzler/De Montrésor in „Der Rebell des Königs“, 2017/18: Marquis von Obigny in „La Traviata“.


Jennifer Porto

Geboren in Iowa (USA). Studium am Cleveland Institute of Music. Seit 2005 als Fulbright-Stipendiatin an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Partien in Hochschul-Produktionen: Oberto in »Alcina« und Elisetta in »Il matrimonio segreto«. An der Mitteldeutschen Kammeroper in Wittenberg Sandmännchen/Taumännchen in »Hänsel und Gretel«, an der Oper Leipzig Zweiter Knabe in der »Zauberflöte«, Botin und Proserpina in Monteverdis »L’Orfeo« an der Kampnagel-Oper Hamburg. 2007 Preisträgerin des DAAD-Wettbewerbs an der HfMT Leipzig und Förderpreis beim Paula-Salomon-Lindberg Wettbewerb »Das Lied«. Leiterin der neu gegründeten Musikgruppe interplay.exchange. Weitere Auftritte mit der Kammerphilharmonie Leipzig, dem Orchester amici musicae, der Staatskapelle Halle und am Theater Altenburg-Gera. Ensemblemitglied der Oper Leipzig von 2008–16. In der Spielzeit 2017/18 zu Gast als Clorinda in »La Cenerentola«.


Eva Meitner

Eva Meitner ist eine deutsch-französische Dirigentin. Seit 1.1.2015 ist sie Chefdirigentin des Sinfonischen Orchesters Hoyerswerda. Seit August 2015 ist sie zudem Chefdirigentin des SommerOrchester Leipzig und der Leipziger Philharmonikerinnen. Seit dem Sommersemester 2015 ist sie als Lehrbeauftragte im Fach Dirigieren an der Universität Erfurt tätig. Zudem ist sie seit April 2016 Dirigentin beim Leipziger Oratorienchor.
Im März 2015 nahm sie an einem conducting workshop mit Kristjan Järvi und der Baltic Sea Youth Philharmonic in Luslawice (Polen) teil. Im September 2015 nahm sie an einem Meisterkurs Dirigieren mit Kurt Masur im Gewandhaus Leipzig und einem Meisterkurs Dirigieren mit den Hamburger Symphonikern bei Prof. Ulrich Windfuhr und Prof. David de Villiers in Hamburg teil. Seit der Spielzeit 2013/14 assistiert sie dem stellvertretenden GMD Anthony Bramall bei Produktionen an der Oper Leipzig (SZ 13/14 Stravinsky „The Rake’s Progress“, Verdi „Missa da Requiem“, SZ 14/15 Verdi „Nabucco“, Gounod „Faust“, Donizetti „Don Pasquale“, Stravinsky „The Rake’s Progress“, Brecht/Weill „Die Dreigroschenoper“, Puccini „Madama Butterfly“, SZ 15/16 Bernstein „Trouble in Tahiti“/Barber „A hand of bridge“, Rachmaninov Klavierkonzerte 2&3, Puccini „Madama Butterfly“, Humperdinck „Dornröschen“, Gounod „Faust“, Verdi „Nabucco“, Brecht/Weill „Dreigroschenoper“, Rossini „La Cenerentola“)
Während ihrer Schulzeit erhielt Eva Meitner Unterricht in den Fächern Violine, Querflöte, Klavier und Gesang. In den Jahren 2003-2009 studierte Eva Meitner Schulmusik mit Schwerpunkt Dirigieren bei Prof. Manfred Schreier an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. Von 2011 bis 2013 studierte Eva Meitner Master Dirigieren an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar (Orchesterdirigieren bei Martin Hoff, Chordirigieren bei Prof. Jürgen Puschbeck). Für die Spielzeit 13/14 war sie als Künstlerische Leiterin und Dirigentin des Werkstattorchesters Dresden engagiert. 2014 dirigierte sie Mozarts „Entführung aus dem Serail“ am Theater Pforzheim. 2014 war sie außerdem Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes Konstanz und Stipendiatin der International Opera Awards Foundation (London).
Dirigentische Erfahrung konnte Eva Meitner bisher mit dem Hochschulsinfonieorchester Trossingen, der Jenaer Philharmonie, dem Werkstattorchester Dresden, dem Sinfonischen Orchester Hoyerswerda, der Badischen Philharmonie Pforzheim, der Landeskapelle Eisenach, dem Philharmonischen Orchester Freiburg, der Staatsphilharmonie Nürnberg, der Baltic Sea Youth Philharmonic, den Hamburger Symphonikern, dem Mitteldeutschen Kammerorchester und mit Mitgliedern des MDR-Sinfonieorchesters und Gewandhausorchesters (Meisterkurs Leipzig 2014) sammeln.
Hospitationen beim Deutschen Nationaltheater Weimar, der Oper Leipzig, der Staatsoper Hamburg, der Deutschen Oper Berlin, beim MDR-Sinfonieorchester und am Gewandhaus ergänzten ihre Studien.