Albertus-Magnus-Gymnasium

vl: Hannah Müller, Maria-Luiza Antonescu, Roman Salyutov, Tatjana Rediko

Konzert zur Eröffnung des JugendKulturFestes Bergisch Gladbach 2017 mit Werken von Max Bruch, W.A. Mozart und Johannes Brahms.
Ziel des Festivals ist, jungen und talentierten Künstlerinnen und Künstern die Möglichkeit zu geben, ihre Werke einem breiteren Publikum vorzustellen. Außerdem sollen die junge Leute dazu ermutigt werden auch in der heutigen Zeit, in der an Kunst und Kultur gespart wird, kreativ zu werden und sich in der künstlerischen Branche weitere zu entwickeln.



KV 478, Quartett für Klavier & Streicher g-moll
Solisten: Hannah Müller (Violine), Maria-Luiza Antonescu (Bratsche), Tatjana Rediko (Cello), Roman Salyutov (Klavier)
Aufnahme am 24. September 2017 im Albertus-Magnus-Gymnasium Bergisch Gladbach

KV 478, Quartett für Klavier & Streicher g-moll
KV 478, Quartett für Klavier & Streicher g-moll, Allegro
KV 478, Quartett für Klavier & Streicher g-moll, Andante
KV 478, Quartett für Klavier & Streicher g-moll, Rondo (Allegro)

KV 478 Albertus-Magnus-Gymnasium

Im Jahre 1785 erhielt Mozart von seinem Verlegen Franz Anton Hoffmeister einen Auftrag für drei Klavierquartette. Die Absicht Hoffmeisters dabei war, diese Kompositionen in seinem regulär erscheinenden Heft für Musikliebhaber zu präsentieren. Die damals meist verbreitete Vorstellung von dieser Gattung war, dass die Streicher dem Klavierpart untergeordnet wurden und der Pianist somit mehr oder weniger immer im Vordergrund brillieren konnte. Mozarts Vision war aber anders: Er wollte keinesfalls das Klavier von den Streichern neutral begleiten lassen, sondern strebte einen paritätischen künstlerischen Dialog der Instrumente auf Augenhöhe an. Darüber hinaus gestaltete er alle Stimmen der Partitur spieltechnisch recht anspruchsvoll, was die Fähigkeiten der von Hoffmeister dafür angedachten Zielgruppe deutlich überstieg. Dies war der Grund, warum sich das Quartett g-Moll schlecht verkaufen ließ und der Verleger seinen Auftrag diesbezüglich stornierte. Nichtsdestoweniger konnte Mozart noch das nächste Klavierquartett Es-Dur KV 493 zu Ende bringen, und diese beiden Werke spiegeln somit Mozarts Wahrnehmung dieses Genres gut wider. Das ursprünglich vorgesehene dritte Klavierquartett blieb also ungeschrieben.
Das Quartett g-Moll ist deutlich dramatischer – vor allem durch seinen leidenschaftlich-schwungvollen ersten Satz „Allegro“, was hauptsächlich auf die Tonart dieses Satzes – g-Moll – zurückzuführen ist. Das ist übrigens auch die einzige Moll-Tonart, die Mozart in seinen 41 Sinfonien verwendete (Nr. 25 und Nr. 40). Der zweite Satz „Andante“ stellt dazu einen spürbaren Kontrast dar – die ganze Lyrik des Werkes ist hier in einem liebevollen Gespräch der Instrumente konzentriert. Im finalen Satz „Rondo (Allegro)“ bestimmen Mozarts Freude und Lebensgewandtheit den Charakter der Musik. Mit Rücksicht auf den Stil seiner einigen Klavierkonzert lassen sich Mozarts Klavierquartette als eine Art „kleine Klavierkonzerte“ bezeichnen, denn der allerseitige Anspruch, den diese Kompositionen haben, passt nicht in den Rahmen eines gemütlichen salonartigen Hausmusizierens, sondern zielt eher auf eine künstlerische Höchstleistung wie auch auf ein gefülltes und farbenreiches Klangvolumen ab.


Hannah Müller

Hannah Müller, wurde 1990 in Bergisch Gladbach geboren und erhielt ihren ersten Geigennterricht im Alter von 5 Jahren bei David Johnson, Prof. Johannes Pelle und Michael McGehee, bevor sie ihr Studium an der Universität der Künste Berlin in der Klasse von Prof. Uwe-Martin Haiberg begann. Zurzeit vervollkommnet sie ihr Können in einem Masterstudium in der Klasse von Prof. Mirijam Contzen. Der 1. Preis und Publikumspreis beim Wettbewerb der internationalen Frühlingsakademie für Streicher führte sie zu ihrem Debüt als Solistin 2013 mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, worauf viele weitere Konzerte mit verschiedenen Orchestern folgten. Als passionierte Kammermusikerin tritt Hannah Müller in verschiedenen Besetzungen europaweit auf. Seit 2016 ist sie festes Mitglied der 1. Violinen im Orchester der Deutschen Oper Berlin.


Maria-Luiza Antonescu

Maria-Luiza Antonescu, kommt gebürtig aus Rumänien, studierte an den Musikhochschulen in Bukarest und Köln und macht seit 2017 ihren Master im Fach „Orchesterspiel“ im Orchesterzentrum Dortmund. Sie kann bereits auf eine preisgekrönte Laufbahn wie auch auf erfolgreiche Engagements bei den deutschen und europäischen Kammer- und Sinfonieorchestern wie beispielsweise bei dem Rumänischen Nationalen Jugendorchester, Mahler Chamber Orchestra, Folkwang Kammerorchester Essen, den Dortmunder Philharmonikern oder Hamburger Symphonikern zurückblicken. Ihre Leidenschaft für Kammermusik lässt sich in ihren mehreren CD-Einspielungen, Radio-Sendungen mit ihrer Teilnahme wie auch natürlich in ihren Auftritten, die verschiedene europäische Konzertpodien umfassen, erleben.


Tatjana Rediko

Tatjana Rediko, wurde 1987 in Riga geboren und erhielt mit neun Jahren bekam sie ihren ersten Cellounterricht. Im Jahr 2004 wurde sie von Mstislaw Rostropowitsch zum individuellen Unterricht Eingeladen, worauf ihre weiteren Studien in Dresden und Köln folgten (mit einem Master-Abschluss). Während des Studiums in Köln wurde die Cellistin mit "Deutschlandstipendium" der Kölner Musikhochschule ausgezeichnet und in das Yehudi Menuhin "Live Music Now" Konzertprogramm aufgenommen. Im Jahr 2007 bekam sie u.a. den „Spezialpreis für die beste Interpretation“ des Boris Pergamentschikow Kammermusikwettbewerbes in Berlin verliehen. Bei den „Schwetzinger SWR Festspielen“ repräsentierte sie Lettland, ferner spielte sie mehrere Solokonzerte und Sonatenabende mit gefragten Konzertpianisten und vertiefte auch ihre kammermusikalische Tätigkeit. Ihre Engagements führen sie in viele europäische Länder und schließen auch die Teilnahme an diversen Festivals ein.


Roman Salyutov

Roman Salyutov, geboren 1984 in Leningrad, hat sich zugleich als Konzertpianist, Dirigent und Musikwissenschaftler (Dr. Phil.) profiliert. Seine Auftritte führen ihn neben vielen Engagements in Deutschland auch ins Ausland, beispielsweise in die Schweiz, USA, nach Österreich, Polen, Litauen, Ungarn, Israel, Japan, Australien und Neuseeland. Auch für Meisterkurse und musikwissenschaftliche Vorträge wird der Künstler verpflichtet. Seit 2017 ist er Professor der Internationalen Klavier-Meisterkurse der Franz-Liszt-Gesellschaft in Breslau. Der Musiker lebt in Bergisch Gladbach bei Köln. Er ist auch Chefdirigent des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach, Initiator mehrerer nationaler wie internationaler Kulturprojekte und 1. Vorsitzender des Vereins „Musik- und KulturFestival GL e.V.“