KV 448 Bergisch Gladbach

Die Sonate ist 1781 entstanden – gerade am Anfang des Wiener Kapitels in Mozarts Leben. Mit Wien verband der Komponist die Erfüllung mehrerer Pläne und Träume und war voller Begeisterung und Hoffnung, was sich in seinen Werken aus dieser Zeit markant spüren lässt. So wirkt auch diese Sonate – im fröhlichen, ja sogar strahlenden D-Dur, ohne jegliche dramatische Abweichung. Dass Mozart nicht nur eins, sondern zwei Klaviere benutzt und dabei die Stimmen im bravourösen und klanglich voluminösen Stil gestaltet, zeugt von seinem Wunsch, eine neue Dimension im Bereich der Klaviermusik zu erkunden, und zwar die symphonische. So beeindrucken der erste Satz Allegro von spirito wie auch das finale Rondo Allegro molto mit ihren parallel geführten melodischen Linien auf beiden Instrumenten, massiven Zusammenklängen und Verdopplungen, was der Musik eine beinahe orchestrale Brillanz vermittelt. Prachtvolle Tutti-Stellen im Wechsel mit Dialogen beider Solisten bauen dabei eine hinreißende Entwicklung auf. Der mittlere Satz Andante – das lyrische Zentrum der Komposition – stellt einen Kontrast zu den Außensätzen dar, dessen melodisches Material, von ruhiger Bewegung durchdrungen, warme und zärtliche Gefühle zum Ausdruck bringt.
Zweifelsohne kann man feststellen, dass Mozart in diesem Werk als Wegbereiter eines Spezialgebiets der Klavierliteratur auftritt, und nämlich des für zwei Klaviere, das in der Musik des 19. Und 20. Jahrhunderts eine bemerkenswerte länderübergreifende Verbreitung findet.



KV 448, Sonate für 2 Klaviere D-Dur
Solisten: Meri Tschabaschwili (Klavier), Roman Salyutov (Klavier)
Aufnahme am 13. Dezember 2020 in der ev. Kirche Zum Heilsbrunnen, Bergisch Gladbach

KV 448, Sonate für 2 Klaviere D-Dur
KV 448, Sonate für 2 Klaviere D-Dur, Allegro con spirito
KV 448, Sonate für 2 Klaviere D-Dur, Andante
KV 448, Sonate für 2 Klaviere D-Dur, Allegro molto