KV 136 St. Gumbertus Ansbach

Obwohl die drei Divertimenti KV 136-138 von Mozart als Werke für Streichorchester berühmt geworden sind, handelt es sich strenggenommen um Musik für Streichquartett. Denn im Gegensatz zum Wort “Serenade”, daß sich fast immer auf orchestrale Musik bezog, bezeichnete man in Salzburg als “Divertimento” nur Stücke in solistischer Streicherbesetzung, meist mit zwei Hörnern und Kontrabaß statt Violoncello.
Entstanden 1772, während der Arbeit an der Opera seria Lucio Silla, stehen die drei Werke in vielem den expressiven und eher barocken Qualitäten dieser Oper nahe. So finden sich ausdrucksvolle Vorhalte (Andante von Nr. 3) oder fugierte Abschnitte (Finale von Nr. 1). Sie verbinden sich mit einem kantabel-melodischen Tonfall, den der junge Mozart von den großen Opernmeistern seiner Zeit übernahm, allen voran von J. Christian Bach und J. Adolph Hasse.
Die drei Werke sind bewußt als Zyklus angelegt. Nr. 1 und Nr. 3 haben die gleiche Satzfolge: singendes Allegro im Vierertakt, kantables Andante im Dreiertakt, tänzerisches Finale im Zweiviertel. Auch thematisch sind die Werke eng verwandt. Das berühmte Hauptthema aus dem ersten Satz des D-Dur-Divertimentos kehrt sowohl in dessen Finale als auch zu Beginn des zweiten Divertimentos wieder.
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KV 136, Divertimento D-Dur
Solisten: Martina Trumpp, Sabine Lehr (1. Violine), Larissa Manz, Tabea Stamminger (2. Violine), Stephan Knies, David Tejeda (Viola), Verena Sennekamp (Cello)
Aufnahme am 30. April 2016 in der Kirche St. Gumbertus, Ansbach

KV 136, Divertimento D-Dur
KV 136, Divertimento D-Dur, Allegro
KV 136, Divertimento D-Dur, Andante
KV 136, Divertimento D-Dur, Presto