Quirinusmünster Neuss

Quirinusmünster Neuss
Chorsänger, Orchester im Quirinusmünster

Es gibt Situationen, da braucht der Glaube an einen nächsten „Morgen“ besonders viel Urvertrauen. Nach persönlichen Verlusten und Niederlagen, etwa, oder nach Kriegen und Terror. Auf den Tag genau fünfzehn Jahre nach den Anschlägen auf das Word Trade Center in Lower Manhattan am 11. September 2001 widmete sich die „Romanische Nacht“ im Quirinusmünster Neuss unter der Titelzeile -„Tröstungen“– gestern, heute und morgen - den besonderen spirituellen Energiequellen für die Hoffnung auf ein „Morgen“ aus vier Jahrhunderten. Nach Balladen für Streicher standen im Mittelpunkt des Programms die Uraufführung der Kantate „ER ist unser Friede“ für Sopran, Orgel und Percussion, für die der Regensburger Komponist Steven Heelein 2016 mit dem Neusser Kompositionspreis ausgezeichnet worden ist.
Einen weiteren Programmschwerpunkt bildete Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem in d-Moll, KV 626 mit dem Münsterchor Neuss, dem Kammerchor Capella Quirina und dem Neusser Kammerorchester unter Joachim Neugart, jenes legendäre, unvollendete Opus Ultimum, an dem der bereits schwer lungenkranke Komponist im Auftrag eines mysteriösen „Grauen Boten“ bis zu seinem Tod im Dezember 1791 arbeitete.
Den Abend beendete das mehrfach preisgekrönte Sjaella-Vokalensemble aus Leipzig mit a-Cappella-Musik, unter anderem mit Werken von Hugo Distler, die er vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs zu Papier gebracht hat.


KV 626, Requiem
Orchester: Neusser Kammerorchester
Solisten: Kataryzna Wilk (Sopran), Ute Weitkämper (Alt), Cezar Dima (Tenor), Sebastian Klein (Bass)
Leitung: Joachim Neugart
Aufnahme am 11. September 2016 im Quirinusmünster Neuss
Tontechnik: Frank Kirsch, Kaarst

KV 626, Requiem
KV 626, Requiem, Introitus
KV 626, Requiem, Kyrie
KV 626, Requiem, Dies irae
KV 626, Requiem, Tuba mirum
KV 626, Requiem, Rex Tremendale
KV 626, Requiem, Recordare
KV 626, Requiem, Confutatis
KV 626, Requiem, Lacrismos
KV 626, Requiem, Domine Jesu
KV 626, Requiem, Hostias
KV 626, Requiem, Sanctus
KV 626, Requiem, Benetictus
KV 626, Requiem, Agnus Dei
KV 626, Requiem, Lux Aeterna

KV 626 Quirinusmünster Neuss

Um die Entstehung von Mozarts Requiem, KV 626, ranken sich viele Legenden; heute weiß man, dass der geheimnisvolle Fremde, der im Sommer 1791, ohne seine Identität preiszugeben, bei Mozart ein Requiem bestellte, ein Bote des Grafen von Walsegg-Stuppach war. Die Geheimnistuerei lag darin begründet, dass dieser, ein begeisterter Amateurmusiker, das Requiem zu einer Gedenkmesse für seine verstorbene Frau aufführen und dabei als seine eigene Komposition ausgeben wollte. Mozart, immer in Geldsorgen, nahm den Auftrag und die Anzahlung gerne an. Vielleicht freute er sich aber auch über die Gelegenheit, wieder ein kirchenmusikalisches Werk komponieren zu können. Seit seiner Übersiedelung 1781 nach Wien als „freier Künstler“, seit er also aus den Diensten des Salzburger Erzbischofs ausgeschieden war, hatte er außer der unvollendeten c-Moll-Messe und dem Ave Verum kein geistliches Werk mehr geschrieben. Im September begann er mit der Niederschrift der Komposition, musste sie aber wegen seiner Arbeit an der Zauberflöte und der Opera seria La clemenza di Tito unterbrechen. Gegen Ende September konnte er sich wieder dem Requiem zuwenden. Seine ohnehin schwache Gesundheit war durch die vorausgegangenen Anstrengungen äußerst angegriffen und verschlechterte sich zusehends, so dass er wohl auf den Gedanken kommen konnte, er arbeite an seiner eigenen Totenmesse. Fieberhaft versuchte er, diese Komposition zu Ende zu bringen, spürte aber wohl schon, dass ihm das nicht mehr gelingen werde. Mit seinem Schüler Süßmayr besprach er die noch zu komponierenden Sätze; nach den ersten acht Takten des Lacrymosa, am 5. Dezember 1791, nahm der Tod ihm die Feder aus der Hand. Der geheimnisvolle Bote kam und forderte die Ablieferung der fertigen Partitur. Mozarts Witwe Constanze versuchte, verschiedene Musiker aus Mozarts Freundeskreis für die Ergänzung des unvollendeten Werkes zu gewinnen. Am Ende blieb die Aufgabe an Süßmayr hängen, denn „ ... man wusste“, schreibt dieser selber, „dass ich noch bey Lebzeiten Mozarts die schon in Musik gesetzten Stücke öfters mit ihm durchgespielt, und gesungen, dass er sich mit mir über die Ausarbeitung dieses Werkes sehr oft besprochen, und mir den Gang und die Gründe seiner Instrumentirung mitgetheilt hatte.“ Das von Süßmayr vollendete Werk wurde dem Besteller ausgehändigt und von diesem auch gut zwei Jahre nach Mozarts Tod aufgeführt. Die Uraufführung erfolgte jedoch, vermutlich ohne Wissen des Grafen von Walsegg-Stuppach am 2. Januar 1793 bei einem Benefizkonzert des Barons van Swieten zugunsten Constanzes.

Bis in unsere Zeit hinein ist von verschiedenen Seiten immer wieder versucht worden, Mozarts Requiem zu vollenden. Die Vervollständigung Süßmayrs kommt trotz der vorhandenen Mängel dem Torso der Mozartschen Vertonung wohl doch am nächsten.
Von Mozart selber stammen:
Introitus und Kyrie vollständig mit Instrumentation
die Sequenz bis zu den ersten Takten des Lacrymosa,
ebenso das Offertorium in Singstimmen und Fundamentalbaß,
jedoch nur mit Andeutungen der Instrumentation.

Durch die Übernahme von Mozarts Originalvertonung des zweiten Teils des Introitus und des Kyries für die abschließende Communio (mit Anpassung an den veränderten Text) schließt das Werk mit originaler Musik von Mozart.

Süßmayr hat hinzukomponiert:
das Sanctus samt Benedictus und das Agnus Dei.
Ergänzt hat er, vielleicht auf Skizzen und Gespräche mit Mozart gestützt: das Lacrymosa und den Orchestersatz, wo er fehlte.

Mozart hat für sein Requiem an Instrumenten nur tiefe Bläser vorgeschrieben: Bassetthörner (tiefe Klarinetten), Fagotte, Trompeten und Posaunen, dazu Streicher und Pauken.

Das Requiem aeternam und das Dies irae beginnen in düsterem d-Moll. Zwei bedeutende frühere Kompositionen Mozarts stehen ebenfalls in d-Moll: In Don Giovannis Höllenfahrt, wo von dem sterbenden Sünder Rechenschaft gefordert wird, er aber nicht umkehren will, kommt die Musik vom d-Moll nicht los. Ähnlich wie das Requiem beginnt auch das d-Moll-Klavierkonzert KV 466 in synkopisch verschleiertem Rhythmus. Diese Musik reißt rätselhafte Abgründe auf, und man würde nicht vermuten, dass sie von Mozart stammt. wenn man im Hinblick auf ihn bei dem Klischee eines heiteren, verspielten Rokokomenschen bliebe. Dieses Klavierkonzert ist aber eines von dreien, die er für seine eigene Konzerttätigkeit und nicht als Auftragsarbeit geschrieben hat. Dieser zutiefst lebensernste Mozart ist hinter oder zumindest neben allen seinen Kompositionen zu sehen, wenn er auch sonst seine persönlichen Befindlichkeiten und Sorgen aus seiner Musik herauszuhalten bestrebt ist. Von tiefer Gläubigkeit geprägt ist ein Brief des kaum Dreißigjährigen an seinen kranken Vater:
„ ... da der Tod, genau zu nemmen, der wahre Endzweck unsers lebens ist, so habe ich mich seil ein Paar Jahren mit diesem wahren, besten freunde des Menschen so bekannt gemacht, daß sein Bild nicht allein nichts schreckendes mehr für mich hat sondern recht viel beruhigendes und tröstendes! und ich danke meinem gott, daß er mir das glück gegönnt hat mir die gelegenheit ... zu verschaffen, ihn als den schlüssel zu unserer wahren Glückseligkeit kennen zu lernen. – ich lege mich nie zu bette ohne zu bedenken, daß ich vielleicht, so Jung als ich bin, den andern Tag nicht mehr seyn werde ... “
Und doch ist der Tod nicht nur das Tor zum Himmel, sondern auch der Schritt zum gefürchteten Gericht, wie es in der Sequenz der Totenmesse bildhaft vorgestellt wird. So schwankt Mozarts Requiem überdeutlich zwischen demütigem Bitten und Zuversicht ob der Erlösung durch Jesus Christus einerseits und der Angst des sündigen Menschen vor dem unbestechlichen, mächtigen Richter, vor dem jeder Mensch einmal stehen wird, andererseits. Dieser zweite Aspekt mag für Mozart im Angesicht des eigenen Todes besonders bedrängend gewesen sein. Doch darf die Dramatik der entsprechenden Passagen in unserer Wahrnehmung nicht die vielen Zeichen demütiger gläubiger Hoffnung überdecken.
Besonders auffallend und zusammengefasst scheint die Doppelgesichtigkeit von Mozarts Requiem im letzten Akkord des Kyrie zu sein (der nach Süßmayr dann auch den letzten Akkord des ganzen Requiems darstellt): ein leerer Quintklang, weder Dur noch Moll – weder sichere Zuversicht, noch Verharren in Düsternis und Traurigkeit. Es ist dies die Nahtstelle zwischen gläubiger Fürbitte und der Schreckensvision des Jüngsten Gerichtes im Dies irae. Die vorangegangene Doppelfuge des Kyrie greift zu der Bitte „Herr, erbarme Dich“ am Beginn des ersten Fugenthemas ein Motiv aus Händels Messias auf. Dort lautet der Text: „Durch seine Wunden (sind wir geheilt).“ Sollte Mozart sich bei seiner Komposition daran nicht mehr erinnert haben? Den Messias kannte er gut, hatte er doch sogar eine Bearbeitung von Händels Oratorium geschrieben. Kennen- und schätzen gelernt hatte er Händel und vor allem Bach und seine Söhne im Hause des Barons Gottfried van Swieten. Wie sehr Mozart es verstand, sich die polyphone Kunst dieser als veraltet geltenden Meister anzueignen und weiterzuführen, zeigt auch das Requiem in mehreren Fugen und fugierten Abschnitten. Für den altehrwürdigen liturgischen Text empfand er den Rückgriff auf die alte kirchenmusikalische Tradition offenbar als angezeigt.
Daneben stehen auch immer wieder homophone, akkordische Abschnitte und Passagen von großer Bildhaftigkeit, vor allem in der Sequenz. Erwähnt seien zum Beispiel im Dies irae das Tremolo als Ausdruck des ängstlichen Zitterns, die Posaune beim Tuba mirum und das Stottern, „wenn Gerechte selbst verzagen“; der gravitätische punktierte Rhythmus am Beginn des Abschnitts „König schrecklicher Gewalten“, im Lacrymosa das staunend stockende Aufsteigen der Sopranlinie über anderthalb Oktaven bei den Worten „da vorn Grabe („aus der Asche“) wird erstehen zum Gericht der Mensch voll Sünden“ und das fordernd pochende „das Du einst Abraham versprochen hast“-Thema der am Ende des Offertoriums wiederholten Fuge, welche sehr sinnenfällig die Geschlechterfolge malt.
Dazwischen stehen immer wieder Passagen innigen Bittgebets und tastender Hoffnung – wie der Text es vorgibt. Mozart selber war das die Leiden des Erlösers betrachtende Recordare besonders wichtig, und die Beschäftigung mit dem Lacrymosa trieb ihm selber die Tränen in die Augen.

Diese Tiefe der Empfindung und die Meisterschaft im Verbinden unterschiedlichster Kompositions- und Ausdrucksweisen hat Süßmayr nicht erreichen können, aber ohne seine Vervollständigung wäre dieses großartige Werk einer breiteren Öffentlichkeit auf lange Zeit unerreichbar geblieben.

Text: Marion Feinendegen


Kataryzna Wilk

Kataryzna Wilk

Katarzyna ist seit ihrem Abschluss im Sommer 2014 von der Musikhochschule in Maastricht als Solistin aktiv. Einige Rollen, die sie gesungen hat, sind: Susanna in Le Nozze di Figaro während des SummerFest Opera Fest mit Opera Theater Pittsburgh (USA), Carolina in Il matrimonio segreto unter der Leitung von Philip Harnoncourt mit Concert Royal Köln (Deutschland), Lucy in der Dreigroschenoper mit der Stiftung ...Op Locatie (Niederlande), Prizzi in La Gran Esperanza! mit Opera Comique Maastricht (Niederlande).
Einige Soloauftritte von Katarzyna beinhalten: die Bachkantate „Jauchzet Gott in allen Landen“, Stabat Mater von Pergolesi beim 12. Internationalen Sommerfestival fu?r Kultur und Kunst in Hel (Polen) 2012


Ute Weitkämper

Ute Weitkämper
Cezar Dima

Die Altistin Ute Weitkämper erhielt ihre erste sängerische Ausbildung bei Louise Rijs und Marlies Buchmann am St.-Gregorius-Haus in Aachen. Sie absolvierte ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Künste Bremen in der Abteilung für Alte Musik bei Prof. Harry van der Kamp. Weitere wichtige Impulse für ihre künstlerische Entwicklung erhielt sie in Kursen und Ensembleprojekten bei Kurt Widmer, Manfred Cordes, Detlef Bratschke und Hille Perl. Das ihrer Gesangsausbildung vorausgegangene Kirchenmusikstudium macht sie zu einer gefragten Ensemblesängerin und Interpretin kirchenmusikalischer Werke.
Der Schwerpunkt ihres Konzertschaffens liegt auf geistlichen Werken des Barock. Mit dem Konzertorganisten und -cembalisten Roman Reichel verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit, deren Fokus auf Solowerken der Alten Musik liegt. Sie singt als Solistin in Kirchenkonzerten und wirkt in mehreren auf Renaissance-Musik und Neue Musik spezialisierten Ensembles mit, zuletzt im Vokalensemble M - Aachen unter der Leitung von Michael Reudenbach und der Schola Heidelberg unter der Leitung von Walter Nußbaum. Als erfahrene Chor- und Ensemblesängerin bekommt sie regelmäßig Einladungen vom NDR- Rundfunkchor, vom Kammerchor Stuttgart und vom Balthasar-Neumann-Chor Freiburg. Sie wirkte an zahlreichen CD- und Rundfunkaufnahmen mit (u.a. für Carus, den WDR und den NDR), arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Frieder Bernius, Thomas Hengelbrock, Christoph Spering und Philipp Ahmann zusammen. Ihre Erfahrung als Sängerin und Kirchenmusikerin setzt sie als Leiterin des solistischen Vokalensembles "Capella Peregrina" ein, das über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt ist für seine einfühlsamen Interpretationen geistlicher Vokalmusik.


Cezar Dima

Cezar Dima

Cézar Adrian Dima, geboren im Bacau, Rumänien, hat seine erste musikalische Ausbildung an der dortigen Musikschule bekommen(Geige). Gesangsstudium an der „George Enescu“ Kunstuniversität in Iasi, Abschluss mit Diplom 2001, Magisterstudium Konzertgesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (G.Zeller, K.Donauer), Diplom mit Auszeichnung 2004. Weiterbildung bei Stephen Gould (Wien) und Ewan Bowers (Graz), Meisterkurs J. S. Bach bei Andreas Weller (Stuttgart).
1995-1999 Mitglied der Chores, dann Solist der Rumänischen Oper Iasi, 1999-2002 Professor für byzantinische Musik und Gesangsbildung im Priesterseminar in Iasi und Leiter des byzantinischen Ensembles „Basileus”. 2002-2005 Mitglied mit solistische Verpflichtungen im Chor des Grazer Opernhauses und tätig als Konzertsolist in Graz und in der Steiermark, Seit 2004 aktives Mitglied des LiveMusicNow Österreich.
Ab 2005 wechselte er nach Wien - Mitglied und Solist der Kinderoper bei der Wiener Staatsoper, der Kinderoper Piccolino Wien und des „Arnold Schönberg“ Chores, mit dem er Auftritte in verschiedene Oper- und Konzertprojekte, u.a. unter Nikolaus Harnoncourt, Seiji Ozawa, Bertrand de Billy, Peter Schneider absolvierte.
Als freiberuflicher Oper- und Konzertsänger rege solistische Tätigkeit bei verschiedenen Opernproduktionen, Liederabenden, Kammermusikprojekten und vokal-symphonischen Konzerten in Rumänien, Österreich, Italien und Deutschland.
Seit September 2007 ist Cezar Dima im Chor der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf - Duisburg engagiert, darüber hinaus ist er Mitglied des Vokalensembles Canto Rosso und gastiert regelmäßig beim Männervokalensemble Vocus Focus.


Sebastian Klein

Sebastian Klein

Sebastian Klein wurde in Freudenberg/Westfalen geboren und studierte Ev. Kirchenmusik an der Robert-Schumann- Hochschule Düsseldorf. Im Rahmen seines Kirchenmusikstudiums erhielt er Gesangsunterricht bei Prof. Werner Lechte.
Seit Juli 2003 ist Sebastian Klein Kantor an der Neanderkirche in Düsseldorf. Darüber hinaus setzte er an der Robert-Schumann-Hochschule seine Studien im Hauptfach Gesang bei Prof. Werner Lechte fort und wurde zusätzlich in die Liedklasse von Prof. Matthias Goerne aufgenommen.
Neben der Mitwirkung in verschiedenen Ensembles (u.a. Kölner Kantorei, Collegium Vocale Siegen) liegt sein sängerischer Schwerpunkt im solistischen Bereich in den Werken Bachs, Haydns und Mozarts. Darüber hinaus widmet er sich dem Liedgesang und der Aufführung zeitgenössischer Musik. Als Dirigent gastierte er 2016 bei der „Choral Arts Society“ Tokyo.


Münsterchor Neuss

Der Chor der Kirchengemeinde St. Quirin wurde als Münsterchor 1878 wiedergegründet. Durch Handschriften ist belegbar, dass seit der Entstehungszeit des Quirinusmünsters (Grundsteinlegung 1209) auch Kirchenmusik gepflegt und Gregorianischer Choral gesungen wurde. Als einer der wenigen Kathedralchöre singt der Münsterchor Neuss an allen Sonn- und Feiertagen gregorianischen Choral, eine mehrstimmige Messe und Motetten (etwa 60 Hochämter im Jahr). Das Repertoire umfaßt ca. 50 vier- bis achtstimmige Messen, ca. 80 Motetten und diverse Oratorien aus allen Stilepochen. Konzertreisen führten den Chor in den letzten Jahren nach USA, Rom, Burgund, Polen und Norwegen. Zahlreiche Konzerte sind mit CD-Mitschnitten dokumentiert. Erwähnt seien: Brahms - ein deutsches Requiem, Monteverdi - Marienvesper, Mozart - c-Moll-Messe. Außerdem liegen CD-Produktionen zum Weihnachtsfest vor (u.a. "Gaudete")
nähere Informationen unter: www.muensterchor.de


Kammerchor Capella Quirina

Der Kammerchor Capella Quirina Neuss wurde 1989 gegründet mit dem Ziel der projektbezogenen Probenarbeit an seltener geistlicher Chormusik. In Gottesdiensten und Konzerten bereichert sie das musikalische Leben am Quirinusmünster Neuss. Unter der Leitung von Münsterkantor Joachim Neugart wechselt die Besetzung je nach Programm zwischen 15 und 30 Chorsängerinnen und -sängern, deren stimmliche Vorbildung Chorsingen auf hohem Niveau ermöglicht. Konzertreisen führten den Chor bisher in die Regionen Nordrhein-Westfalens sowie nach Spanien, Japan und Österreich. Im Oktober 2011 bereiste die Capella Quirina Australien, im Mai 2013 folgte sie einer Einladung nach USA.


Neusser Kammerorchester

Neusser Kammerorchester

Das Neusser Kammerorchester wurde 1957 von Prof. Dr. Wilhelm Schepping gegründet und feiert in diesem Jahr seinen 60sten Geburtstag. Ziel der Orchesterarbeit war seit Beginn, besonders talentierte junge einheimische Instrumentalisten durch anspruchsvolle Orchester-, Kammermusikund Soloerfahrungen möglichst intensiv zu fördern. Die Reihe „Konzerte Junger Neusser Künstler“, die jeweils im Winterkonzert fortgesetzt wird, wurde bereits 1965 begonnen. Nach 30 Jahren unter dem Dirigat von Wilhelm Schepping mit Konzertauftritten in Deutschland, Belgien, Frankreich, Polen, Spanien, Kenya und Sambia, mehreren Rundfunk- und später auch Fernsehaufzeichnungen, sowie zwei internationalen ersten Preisen, übernahm Karl Kühling 1988 die Leitung des Orchesters. Unter seinem Dirigat wurde das Neusser Kammerorchester 1991 Landessieger des NRW-Orchesterwettbewerbs in Bielefeld und errang beim anschließenden dritten deutschen Orchesterwettbewerb den zweiten Platz. Ab 1995 unternahm Karl Kühling mit dem Orchester Konzertreisen nach Spanien, Griechenland, Belgien und Luxemburg.
1999 begann Joachim Neugart, Münsterkantor am Quirinusmünster Neuss die Zusammenarbeit mit dem NKO. An der Musikhochschule Saarbrücken zum Kirchenmusiker ausgebildet und als Organist preisgekrönt, war Neugart neben seinem Kantorenamt sechs Jahre lang als Dozent für Chorleitung und Leiter des Hochschulchores am Gregoriushaus Aachen tätig. Wie erfolgreich er die inzwischen 60-jährige Tradition des Neusser Kammerorchesters weiterführt, belegen nicht nur zahlreiche Orchesterkonzerte, sondern auch diverse in Kooperation mit dem Neusser Münsterchor durchgeführte oratorische Aufführungen und mehrere CD-Einspielungen.
Konzertreisen unter Joachim Neugart führten das Orchester 2002 nach St. Paul (USA) und im Rahmen des Deutschlandjahres in Japan 2005 nach Tokio, Hamamatsu und Kyoto. Im Oktober 2007 fand die zweite USA-Tournee statt, bei der das Orchester neben der Neusser Partnerstadt St. Paul diesmal auch Denver, Boulder und Breckenridge besuchte. Anlässlich des ebenfalls in diesem Jahr anstehenden 50-jährigen Jubiläums fand im Mai 2007 im Zeughaus Neuss eine Jubiläumsmatinee statt, bei der das Orchester, verstärkt durch ehemalige Mitspieler der vergangenen fünf Jahrzehnte, in drei unterschiedlichen Besetzungen und mit allen seinen drei bisherigen Dirigenten auftrat. Es folgten in den letzten Jahren zahlreiche Konzerte in NRW, 2010 eine erneute Konzertreise in die USA, 2011 eine Konzerttournee nach Meißen und Dresden, 2013 nach Australien und Neuseeland, 2014 nach Sardinien, 2015 nach Krakau, 2016 nach Kroatien und im Herbst 2017 nach Japan.


Joachim Neugart

Joachim Neugart

Joachim Neugart wurde 1960 geboren. Nach Studien an der Kirchenmusikschule Speyer und an der Musikhochschule des Saarlandes ist er seit 1988 als Münsterkantor am Quirinusmünster Neuss für die Kirchenmusik zuständig. Hier obliegt ihm die Leitung der Chöre an dieser traditionsreichen romanischen Basilika (Münsterchor, Kammerchor Capella Quirina). Von 1989-1996 war er außerdem Dirigent des Moerser Kammerchores. Von 1994 bis 2001 hatte er einen Lehrauftrag für Dirigieren an der Kirchenmusikschule St. Gregorius-Haus in Aachen. Unter seiner Leitung gab der Kammerchor der Kirchenmusikschule vielbeachtete Konzerte im Rheinland und unternahm Konzertreisen nach Österreich, Tschechien und Ungarn. Gastdirigate führten ihn u. a. zur „Choral Arts Society“ nach Tokyo. Seit 1999 ist er Dirigent des Neusser Kammerorchesters und seit 2002 Dirigent des Schönhausenchores Krefeld. Darüber hinaus wirkte er von 2003 - 2006 als Lehrbeauftragter für Chorleitung an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Chorleiterkurse in Deutschland und Japan sowie CD-Einspielungen als Dirigent und Organist geben darüber hinaus Zeugnis von Joachim Neugarts vielseitiger musikalischer Tätigkeit.