Ratssaal Bensberg

Ratssaal Bensberg

Die Tradition der musikalischen Festivitäten in Bergisch Gladbach zum Tag der Deutschen Einheit findet eine gute Fortsetzung: Im 25. Jubiläumsjahr der Einheit in 2015 mit der Neunten Sinfonie von Beethoven angefangen, hat in diesem Jahr die Reihe "Bensberger Konzerte" die führende Rolle übernommen, deren jetzige Träger - der Förderverein der Volkshochschule Bergisch Gladbach sowie der Verein Musik- und KulturFestival GL - ein feierliches Kammerkonzert mit Klavierquartetten von Mozart, Mahler und Brahms veranstaltet haben. Der voll besetzte Saal mit knapp 200 Plätzen bedankte sich bei den Künstlern für einen schwungvollen Ausklang des Feiertages.



KV 493, Klavierquartett Es-Dur
Solisten: Hannah Müller (Violine), Maria-Luiza Antonescu (Bratsche), Tatjana Rediko (Cello), Roman Salyutov (Klavier)
Aufnahme am 3. Oktober 2016 in Bergisch Gladbach, Ratssaal Bensberg

KV 493, Klavierquartett Es-Dur
KV 493, Klavierquartett Es-Dur, Allegro
KV 493, Klavierquartett Es-Dur, Larghetto
KV 493, Klavierquartett Es-Dur, Allegretto

KV 493 Ratssaal Bensberg

Mozart komponierte seine beiden Klavierquartette in den Jahren 1785/86 in Wien. Sie stellen die ersten markanten Beispiele dieser Gattung dar, die für das damalige Wiener Publikum noch neu war. Das Quartett Es-Dur KV 493 wurde unmittelbar nach dem Abschluss der Oper „Le nozze di Figaro“ KV 492 geschaffen, im Mai und Juni 1786. Es vermittelt einen sehr freudigen Eindruck und wirkt aufgrund des brillanten Charakters der Stimmen und vor allem des erheblich ausgearbeiteten Klavierparts, ausgeprägt konzertant. Die thematische Palette ist sehr breit und nuancenreich – sehr bravurös, schwungvoll, mal auch pompös oder dramatisch, aber auch zart, intim und äußerst liebevoll.
Im ersten Satz – Allegro – fällt die konsequente Gegenüberstellung von Streichern und Klavier deutlich auf, schon gleich am Anfang, wenn nach dem energischen Tutti lebendige Dialoge der Instrumente zu hören sind und die ganze weitere Entwicklung entscheidend prägen.
Diese dialogartige Gestaltung findet ihre Fortsetzung auch im zweiten Satz, dem wunderschönen Larghetto, voller warmer Gefühle. Aber hier, im lyrischen Zentrum des ganzen Werkes, lässt sich nicht von einer Gegenüberstellung von Charakteren, sondern eher von einem liebevollen Gespräch, mit viel Wärme und Dankbarkeit.
Das Finale – Allegretto – steht in der Form eines Sonatenrondos und fasziniert von allem durch die charakterliche Gestaltung und Interaktion der Themen – ähnlich wie in Mozarts Opern, mit der unglaublichen Lebendigkeit der Figuren. Die freudige, humorvolle und lebensgewandte Natur des Figaros klingt in dieser Musik nach und schließt das Quartett im strahlenden Ton ab.


Hannah Müller

Hannah Müller

Die 1990 in Bergisch Gladbach geborene Violinistin Hannah Müller erhielt ihren ersten Geigenunterricht mit 5 Jahren, studierte bei mehreren namhaften Pädagogen und vervollkommnet zurzeit ihr Können zurzeit an der Universität der Künste Berlin. Sie ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe und hat ein Repertoire, das von Barock bis Moderne reicht sowie Werke verschiedenster Stils – von Klassik bis Klezmer – einschließt. So trat sie z. B. mit ihrer Klezmerband in Israel beim internationalen Klezmerfestival in Safed mit namenhaften Klezmergrößen auf und nahm Unterricht bei Giora Feidman. Ihre Konzertengagements führen sie in verschiedene europäische Städte und umfassen Auftritte solo und in Kammermusik-Ensembles. Auch bei Dirigenten genießt sie als Solistin einen hervorragenden Ruf.


Maria-Luiza Antonescu

Maria-Luiza Antonescu

Maria-Luiza Antonescu, geboren 1989 in Bukarest, studierte am George Enescu Musik Lyzeum in Bukarest sowie an der Hochschule für Musik und Tanz Köln (Bachelor und Master). Als Preisträgerin vieler renommierter nationaler und internationaler Wettbewerbe wird sie für solistische und kammermusikalische Auftritte, u. a. im Rahmen von diversen Festivals europaweit eingeladen. Darüber hinaus ist ihre Erfahrung als Orchestermusikerin auch sehr geschätzt und gefragt, indem sie regemäßig in vielen Orchestern mitwirkt, darunter auch als Solo-Bratschistin.


Tatjana Rediko

Tatjana Rediko

Tatjana Rediko wurde 1987 in Riga geboren, bekam mit neun Jahren ihren ersten Cellounterricht. Im Jahr 2004 wird sie von M. Rostropovich zum individuellen Unterricht eingeladen und studierte anschließend an den Musikhochschulen in Dresden und Köln. Sie wurde mit "Deutschlandstipendium" ausgezeichnet und in das Yehudi Menuhin "Live Music Now" Konzertprogramm aufgenommen. In den folgenden Jahren wird Tatjana Rediko Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe, sie nimmt an vielen europaweiten Konzerten und Festspielen, auch mit Orchesterbegleitung, teil.


Roman Salyutov

Roman Salyutov, geboren 1984 in Leningrad, hat sich zugleich als Konzertpianist, Dirigent und Musikwissenschaftler (Dr. Phil.) profiliert.
Seine Auftritte führen ihn neben Deutschland auch in die Schweiz, USA, nach Israel, Österreich, Polen, Litauen, Ungarn, Japan, Australien und Neuseeland. Auch für Meisterkurse und musikwissenschaftliche Vorträge wird er eingeladen. Seit 2017 ist er Professor der Internationalen Klavier-Meisterkurse der Franz-Liszt- Gesellschaft in Breslau, Polen. Roman Salyutov ist Chefdirigent des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach, Initiator vieler Kulturprojekte wie beispielsweise jährliche Internationale Kulturtage und das Jugendkulturfestival in Bergisch Gladbach, das erste Deutsch- Israelische Orchester Jachad Chamber Orchestra und die Produktion von Don Giovanni in Bergisch Gladbach. Er setzt sich aktiv für die Intensivierung des internationalen Kulturaustausches ein und ist darüber hinaus 1. Vorsitzender des Musik- und KulturFestival GL e.V.