Schloss Burgau

Unter dem Titel "Burgauer Schlosskonzert" spielten Katrin Ambrosius und Erwin Stein ein Programm mit vier Mozart-Werken.



KV 377, Sonate in F-Dur
Solisten: Katrin Ambrosius (Violine), Erwin Stein (Klavier)
Aufnahme am 29. April 2018 in Schloss Burgau, Düren

KV 377, Sonate in F-Dur
KV 377, Sonate in F-Dur, Allegro
KV 377, Sonate in F-Dur, Andante - Siciliana
KV 377, Sonate in F-Dur, Tempo di Menuetto


KV 360, 6 Variationen in g-Moll
Solisten: Katrin Ambrosius (Violine), Erwin Stein (Klavier)
Aufnahme am 29. April 2018 in Schloss Burgau, Düren

KV 360, 6 Variationen in g-Moll


KV 376, Sonate in F-Dur
Solisten: Katrin Ambrosius (Violine), Erwin Stein (Klavier)
Aufnahme am 29. April 2018 in Schloss Burgau, Düren

KV 376, Sonate in F-Dur
KV 376, Sonate in F-Dur, Allegro
KV 376, Sonate in F-Dur, Andante
KV 376, Sonate in F-Dur, Rondeau-Allegretto grazioso


KV 526, Sonate in A-Dur
Solisten: Katrin Ambrosius (Violine), Erwin Stein (Klavier)
Aufnahme am 29. April 2018 in Schloss Burgau, Düren

KV 526, Sonate in A-Dur
KV 526, Sonate in A-Dur, Allegro molto
KV 526, Sonate in A-Dur, Andante
KV 526, Sonate in A-Dur, Presto

KV 376, KV 377 Schloss Burgau

Im Jahre 1778 veröffentlichte Mozart eine Gruppe von sechs Violinsonaten, KV 301-306, die er der Kurfürstin von der Pfalz widmete, die .Kurpfälzischen Sonaten". Im November oder Dezember 1781 kam es zur Veröffentlichung einer weiteren Sechsergruppe, KV 296, 376-380, die unter dem Titel "Auerhammer Sonaten" in Wien durch die Kunsthandlung Artaria erstveröffentlicht wurden. Am 8. Dezember 1781 wurden sie in der "Wiener Zeitung" angekündigt:
"Anzeige. In der Kunsthandlung Artaria und Komp. Auf dem Kohlmarkt, der Michaelerkirche gegenüber sind neu aufgelegt und zu haben: 6 Sonaten für das Klavier mit Begleitung einer Violine von dem genugsam bekannt u. berühmten Herrn Wolfgang Amadee Mozart, Op. 2" (1)
Sie sind der Mozart Schülerin Josepha Auernhammer gewidmet. Wie die veröffentlichte Rezension vom 4. Apri1 1783 in Carl Friedrich Cramers "Magazin der Musik" vermuten läßt, bekam Mozart den Zuspruch, den er sich erhofft hatte:
"Diese Sonaten sind die einzigen in ihrer Art. Reich an neuen Gedanken und Spuren des grossen musicalischen Genies des Verfassers. Sehr brilliant, und dem Instrumente angemessen. Dabey ist das Accompagnement der Violine mit der Clavierpartie so künstlich verbunden, daß beide Instrumente in beständiger Aufmerksamkeit unterhalten werden, so daß diese Sonaten einen ebenso fertigen Violin- als auch Clavier-Spieler erfordern. Allein es ist nicht möglich, eine vollständige Beschreibung dieses originellen Werks zu geben. Die Liebhaber und Kenner müssen sie selbst erst durchspielen, und alsdann werden sie erfahren, daß wir nichts übertrieben haben". (2)

Quellen:
(1): Otto Erich Deutsch, Mozart. Die Dokumente seines Lebens (Kassel 1961), 175.
(2): Deutsch, Mozart. Die Dokumente seines Lebens, 190.

KV 360 Schloss Burgau

KV 360, "Helas, j'ai perdu mon amant", stammt aus Albaueses 3ieme Recueil d' Ariettes avec accompagnement von 1767 (wo der Text nicht "Helas, j'ai perdu mon amant" lautet, sondern nach der Fasson des siebzehnten Jahrhunderts "Auprès d'une fontaine"). Die Variationen kamen 1786 bei Artaria heraus, und KV 360 wurde (zusammen mit Försters Variationen für Soloklavier über ein Thema aus Sartis Oper I finti eredi) 1788 ebenfalls in der Musikalischen Real-Zeitung besprochen:
"Beede Arbeiten sind sich in Ansehung der Ausführung ziemlich ähnlich, das heißt, die Veränderungen betreffen blos das Melismatische, Schwierigkeiten folgen auf Schwierigkeiten, und schnelle, beflügelte Säze der rechten Hand wechseln mit solchen für die Linke. Dieses giebt dann solchen Produkten eine gewisse Einförmigkeit, daß wenn man eine derselben gehört hat, hat man beinahe alle gehört. Daher wäre es sehr zu wünschen, daß man auch bei dieser Gattung von Musik nach den Mustern der beeden Herrn Bach und anderer älterer Tonkünstler sich richten möchte. Zwar wird man F. und M. Variationen immer gerne hören und sie als gute Uebungsstüke schäzen, alleine man vermißt doch in denselben und in den meisten neueren Tonstüken dieser Art die sinnreiche Inversionen und Nachahmungen, und die in der gebundenen Schreibart varirte Säze, wodurch solche Compositionen alleine einen wahren Werth erhalten können". (1)
Höchstwahrscheinlich sind Carl Phitipp Emanuel und Wilhelm Friedemann Bach gemeint. In Norddeutschland, wo die "Musikalische Real-Zeitung" herauskam, waren sie weithin bekannt. Der Appell an den "wahren Werth" sagt mehr aus über die Vorlieben des Rezensenten als über Mozarts Variationen.

Quellen:
(1): H.Ph.C.Bossler (Hrsg), Musikalische Real-Zeitung für das Jahr 1788 (-1790), Hildesheim/New York: Georg Olms Verlag, 1971


KV 526 Schloss Burgau

Am 24.August 1787 vollendete Wolfgang Amadeus Mozart seine letzte Sonate für Violine und Klavier. Schon im darauffolgenden September wurde sie von seinem Verlegerfreund Franz Anton Hoffmeister veröffentlicht im zweiten Jahrgang seiner Prennurneration pour le Forte-piano, ou Clavecin. Ende Mai 1787 war Mozarts Vater gestorben, auch der Tod seines Geigerfreundes Graf von Hatzfeld im Alter von 31 Jahren belasteten ihn. Die Vermutung liegt nahe, das Mozart das Andante mit seinem intimen Ton als Doppelepitaph für den Vater und Geigenlehrer Leopold und den geigenden Freund Hatzfeld komponierte. Der Kopfsatz des 1. Satzes Allegro molto beginnt in stürmisch, ausgelassener Stimmung. Violine und Klavier sind aufs engste miteinander verzahnt. Albert Einstein empfand sie auf Grund des hohen kontrapunktischen Niveaus als die bedeutenste Klavier-Violine-Sonate Mozarts.
Das Finale, ein Presto im Alla breve-Takt, beleuchtet wieder eine andere Facette, das Skalenspiel als Perpetuum mobile. Hermann Albert nannte den Satz ein" supervirtuoses Rondo". Gleichzeitig findet ein ununterbrochener, kontrapunktischer höchst kunstvoller Schlagabtausch der beiden Instrumente statt.


Katrin Ambrosius

Katrin Ambrosius studierte an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy". Am Tschaikowsky-Konservatorium rundete sie nach dem Staatsexamen in Leipzig ihre solistische Ausbildung bei Prof. Besrodny und Prof. Kryssa in Moskau mit dem Solistendiplom ab.
Ihre Orchesterlaufbahn begann mit einem Aushilfsvertrag beim Gewandhaus zu Leipzig, als Mitglied der 1. Violine im MDR Sinfonieorchester und der Staatlichen Philharmonie Hamburg und bei den Münchner Philharmonikern.
Bei ihrer langjährigen Tätigkeit als Violinsolistin im europäischen Raum begleitet sie stets ihre Giovanni-Battista-Gabrielli-Violine von 1769. Als Karnmermusikerin ist sie mit ihren eigenen Ensembles vom Duo bis zum Quintett unterwegs.


Erwin Stein

Erwin Stein wurde in Michelstadt-Steinbach, Hessen, geboren. Er studierte bei Werner Hoppstock in Darmstadt und Ludwig Hoffmann in München und schloss mit dem Meisterklassendiplom ab. Zahlreiche internationale Preise begleiten seine pianistische Karriere, u. a. der 1. Preis beim Bundeswettbewerb der Konservatorien und Akademien, der 1. Preis und die goldene Palme beim internationalen Klavierwettbewerb "Palma d'oro" in Finale Ligure.
Seit 1979 ist Erwin Stein Dozent an der Hochschule für Musik München und tritt regelmäßig als Solist auf, so z. B. im Berliner Schloss Bellevue, im großen Musikvereinssaal in Wien, bei Kammerkonzerten mit Mitgliedern der Münchner Philharmoniker und des Bayerischen Rundfunks. Er ist offizieller Begleiter der Intern. Meisterkurse von Max Rostal und Dimitri Sitkovetsky sowie Begleiter beim Münchner Pfitzner-Lieder-Wettbewerb.