ev. Pauluskirche Krefeld

Das Konzert am 06.05.2018 in der Pauluskirche, Kammerkonzert mit dem Schwerpunkt auf der Musik für Violine und Klavier von Mozart wurde von Ingo Hoesch initiiert und gerne als Konzertangebot der Pauluskirche Krefeld angenommen. Ingo Hoesch ist freiberuflicher Kirchenmusiker und bietet in verschiedenen Kirchen Konzerte an um deren instrumentale Ausstattung zu fördern und dafür zu sorgen, dass dieses nicht nur in Gottesdienst genutzt wird bzw. ein schattendasein führt. Für Konzerte steht in der Pauluskirche Krefeld ein Bösendorfer Imperial (Flügel mit 96 Tasten anstatt 88).



KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur
Solisten: Alexander Fröhlich (Violine), Ingo Hoesch (Klavier)
Aufnahme am 6. Mai 2018 in der ev. Pauluskirche, Krefeld

KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur
KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur, Adagio - Allegro
KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur, Thema mit Variationen
KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur, Allegretto


KV 377, Sonate für Klavier & Violine F-Dur
Solisten: Alexander Fröhlich (Violine), Ingo Hoesch (Klavier)
Aufnahme am 6. Mai 2018 in der ev. Pauluskirche, Krefeld

KV 377, Sonate für Klavier & Violine F-Dur
KV 377, Sonate für Klavier & Violine F-Dur, Allegro
KV 377, Sonate für Klavier & Violine F-Dur, Thema mit Variationen
KV 377, Sonate für Klavier & Violine F-Dur, Tempo di Menuetto

KV 379 ev. Pauluskirche Krefeld

Die Sonate KV 379 ist aus der Tradition der Sonata da chiesa kommend eher eine Sonate, die dem Pianisten Raum gibt sich zu entfalten und den Geiger dazu nötigt, sich eher im Hintergrund zu halten und die pianistischen Extravaganzen zu beleuchten bzw. kommentieren.
Die Sonate beginnt mit einem Adagio, das mit Arpeggien im Klavier beginnt. Diese Kompositionsart deutet darauf hin, dass Mozart für die Aufführung eher ein Cembalo als ein Hammerklavier zur Verfügung hatte, wenn auch die dynamischen Differenzierungen eher für einen Hammerflügel sprechen. Anstelle der Reprise im ersten Satz folgt nach einer Fermate ein Allegro, dass ein sehr „agressiv“ wirkendes Motiv in Stein meißelt und damit spielt.
Der zweite Satz ist wieder eine Variationsreihe, die nach dem Thema erstmal eine reine Klaviervariation bringt, bevor die Geige an der Entwicklung teilnehmen darf. Insgesamt fünf Variationen komponiert Mozart, die ganz auf Affekt und Überraschung ausgelegt sind. Das Klavier steht auch hier wieder im Vordergrund. Als dritten Satz kehrt das Thema zurück, nun aber nicht als langsames, idyllisches Variationsthema, sondern als „Allegretto cantabile“. Dieses wird nicht in den Sonatenhauptsatz gegossen, sondern führt überraschend in eine Coda, die auch nicht, wie erwartet, im großen Gestus des ersten Satzes endet, sondern im „piano“.
Diese Sonate schafft es, Ihre Hörer durch ihre frappierende Wirkung, die durch überraschende Wendungen, überraschende dynamische Wechsel etc. erzeugt wird, gefangen zu nehmen und zu begeistern.


KV 377 ev. Pauluskirche Krefeld

Die Sonate F-Dur KV 377 besteht aus drei Sätzen – einem Allegro, einer Variationsreihe und einem Tempo die Menuetto. Der Kopfsatz ist geprägt durch die den ganzen Satz vorherrschende Triolenbewegung und damit eine große Unruhe und ein großes Vorwärtstreiben der Musik. Das Thema der Variationen ist banal, aber die Verzierung bringt Unruhe hinein. In den ersten vier Variationen steigert Mozart nicht nur Tempo, sondern auch die dynamischen Affekte. Die fünfte Variation überrascht mit der Tonart D-Dur und einem gänzlich naiven, unaufgeregt idyllischen Charakter, der aber durch die folgende sechste Variation (Siciliana) konterkariert wird – erstmal ändert sich die Tonart in d-moll und der Satz ist geprägt durch Leere und Düsternis. Der dritte Satz, ein naives Menuetto präsentiert sich irritierend durch Pausen. Der Schlusssatz assoziiert eine stilisierte Annehmlichkeit, die so gar nicht zum Mittelsatz und ebenso nicht zum Kopfsatz passen möchte. Trotzdem wirkt dieses Stück, wenn auch nicht ausbalanciert, in sich geschlossen.


KV 498a ev. Pauluskirche Krefeld

Die Klaviersonate in B-Dur, KV 498a ist ein Werk, dass Mozart zugeschrieben wird, aber dessen Echtheit nicht hundertprozentig geklärt ist. Die Sonate wurde 1798 das erste Mal veröffentlicht und wurde eher einem August Eberhard Müller (1767-1817). Dieser lebte und wirkte als Organist, Pianist und Dirigent, aber auch als Rezensent in Magdeburg und Weimar. Er komponierte divese Klavierwerke, darunter auch mehrere Sonaten in B-Dur. Eine davon ist die KV 498a.
Diese Sonate ist viersätzig und folgt dem üblichen Schema „Schnell – langsam (Variationen) – Menuett – Rondo“. In den verschiedenen Sätzen findet man Anlehnungen an andere Mozartwerke. Die Sonate wirkt abgeklärt und bietet wunderbare Musik, gerade der Variationssatz als Ruhepol lädt zum Genießen und Träumen ein. Das Rondo allerdings wirft Fragen auf – auf der einen Seite kommt es unglaublich naiv und unbeschwert daher, auf der anderen Seite überrascht es mit sehr ungewöhnlichen harmonischen Wendungen (Tonart B-Dur, im Mittelteil Modulation nach H-Dur über G-Dur wieder zurück nach B-Dur), die eher auf Beethoven oder einen Carl Maria von Weber deuten. Aber vielleicht gerade deswegen wurde dieses Werk Mozart zugeordnet, da Mozart ja auch als ein sehr innovativer Komponist, der immer – auch in den alten Formen (Sonatenhauptsatzform) – zu überraschen wusste durch besondere Affekte, harmonische Wendungen....
Dieses Besondere an Mozart (immer für eine Überraschung gut) zieht sich durch die drei heute Abend zu hörenden Werke hindurch.


Alexander Fröhlich

Alexander Fröhlich studierte Violine bei Prof. Wanda Wilkomirska (Musikhochschule Mannheim), Prof .Valery Gradow (Folkwang-Hochschule Essen) und Prof. Vartan Manoogian (University of Wisconsin/Madison). Weitere musikalische Impulse erhielt er auf Meisterkursen bei Prof. Yfrah Neaman und Prof. Viktor Liebermann.
Er war langjähriges Mitglied der „Klassischen Philharmonie Bonn“, der „Sinfonietta Köln“ und des „Rheinischen Kammerorchesters Köln“. Heute unterrichtet er Violine an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf und konzertiert als Kammermusiker.


Ingo Hoesch

Ingo Hoesch, 1972 geboren, begann seine musikalische Ausbildung mit sieben Jahren am Klavier, die Orgel folgte bald. Bereits mit 13 Jahren übernahm er erste kirchenmusikalische Dienste in der Gemeinde Gyhum. Mit 16 leitete er zwei Kirchenchöre (Gyhum bei Zeven, Rhade bei Zeven). Von 1986 an bekam er privaten Klavierunterricht bei Peter Knaak (Dozent an der Bremer Hochschule) sowie Orgelunterricht bei Kantor Herbst (Selsingen) und Kantor Steegen (Bremervörde). Nach seiner kirchenmusikalischen D-Prüfung folgte 1994 seine C-Prüfung bei Martin Bruchwitz. Weitere Studien führten ihn nach Düsseldorf zu Prof. Volker Hempfling, Christoph Schoener und Prof. T. Laux. Im Jahr 2000 machte er sein A-Diplom. Es schlossen sich private Studien bei Prof. Jean Ferard (Conservatoire Royal de Bruxelles) an, während derer er sich ausführlich mit der Musik Grigny´s, Couperins, Durufles und Messiaen beschäftigte.
Von 1992 bis 1995 war Hoesch Kirchenmusiker auf der Nordseeinsel Föhr. Neben der Gottesdienstgestaltung organisierte und spielte er regelmäßig Orgel- und Kammerkonzerte. Von 2001 bis 2011 war er Kreiskantor für den Kirchenkreis Wesermünde-Nord und hier für die musikalische Fachaufsicht zuständig. Seit 2012 ist er als Kantor in der Ev. Kirchengemeinde Meerbusch tätig. Neben seiner Arbeit verfolgt er eine rege Konzerttätigkeit und hat u.a. die gesamten Orgelwerke von Dieterich Buxtehude in sieben Konzerten innerhalb einer Festwoche in Dorum und Holßel aufgeführt und spielte gemeinsam mit Prof. Torsten Laux (vierhändig). Hoesch hat mehrere CDs eingespielt.