Insel Nonnenwerth, Kapitelsaal

Kloster St. Clemens der Franziskanerinnen
vl: Firmian Lermer, Elen Guloyan, Johannes Hinterholzer, Verena Sennekamp, Werner Neugebauer

Das Kloster St. Clemens der Franziskanerinnen auf der Rheininsel Nonnenwerth hat seit dem Jahr 2012 seine Pforten für eine exklusive Kammermusik-Konzertreihe geöffnet. Seitdem findet eine eigens für diese geschichtsträchtige Insel gestaltete Konzertreihe mit vier Konzerten pro Saison zwischen Oktober und Mai statt. Die Konzerte werden von herausragenden, international bekannten Kammermusik-Ensembles gestaltet.
Die Insel und das Kloster, - erbaut um 1773 - waren einer wechselvollen Geschichte unterworfen. So wurde das Kloster 1802 im Zuge der Säkularisation u.a. auch in einen Gasthof umgewandelt. Diesen besuchte in den Jahren 1841-1843 auch Franz Liszt, der sich hier mit Künstlerfreunden traf, wie der französischen Romanautorin George Sand, dem großen französischen Schriftsteller Alfred de Musset und dem Komponisten Louis Spohr. Die Insel und das ehemalige Kloster der Benediktinerinnen wurden in dieser Zeit zu einem kulturellen Treffpunkt.
Im Jahr 1854 kamen die Franziskanerinnen auf die Insel. Sie belebten das Kloster neu. Bis heute leben und wirken sie auf Nonnenwerth. Mit den Nonnenwerther Inselkonzerten möchten sie diesen kulturell geprägten Ort für die Allgemeinheit öffnen und Interessierten zugänglich machen.



KV 407, Hornquintett Es-Dur
Solisten: Johannes Hinterholzer (Horn), Werner Neugebauer (Violine), Elen Guloyan (Violine & Viola), Firmian Lermer (Viola), Verena Sennekamp (Violoncello)
Aufnahme am 4. März 2018 auf der Rheininsel Nonnenwerth, Kapitelsaal

KV 407, Hornquintett Es-Dur
KV 407, Hornquintett Es-Dur, Allegro
KV 407, Hornquintett Es-Dur, Andante
KV 407, Hornquintett Es-Dur, Rondo, Allegro

KV 407 Insel Nonnenwerth, Kapitelsaal

Mozart schrieb seine Quintette und Quartette mit konzertierendem Blasinstrument und Streichern durchweg für Bläser, die zu seinem engeren Freundeskreis gehörten: das Klarinettenquintett für seinen Hausfreund Anton Stadler, die Flötenquartette für den Mannheimer Bekannten und “wahren Menschenfreund” Ferdinand de Jean, das Oboenquartett für den Münchner Oboisten Friedrich Ramm und das Hornquintett für einen Salzburger, später Wiener Bekannten der Familie Mozart, den Hornisten Johann Leutgeb.
Letzterer hatte sich – nach einer erfolgreichen, aber wenig einträglichen Karriere als Hornist der Salzburger Hofkapelle – mit finanzieller Unterstützung von Mozarts Vater als Käsehändler in Wien eine neue Existenz aufgebaut. Seine Leidenschaft für das Hornspiel blieb ihm erhalten, sogar bis in ein relativ hohes Alter hinein. Über 10 Jahre lang, von seiner Übersiedlung nach Wien 1781 bis in sein Todesjahr 1791, schrieb Mozart immer wieder Hornstücke für Leutgeb – nicht ohne den tüchtigen, aber nicht ganz sattelfesten Musiker auf diverse Arten durch den Kakao zu ziehen. Das Ergebnis der humorvollen Freundschaft ist dennoch völlig ernst zu nehmen. Es handelt sich um die vier Hornkonzerte, verschiedene Fragmente von Konzertstücken und ein einziges Kammermusikstück: das Quintett Es-Dur, KV 407. Letzteres ragt durch seine ungewöhnliche Streicherbesetzung mit nur einer Violine, aber zwei Bratschen aus Mozarts Kammermusikoeuvre heraus. Die Besetzung erlaubte es dem Komponisten, die dunklen und weichen Schattierungen des Klangs auszuloten, was besonders im schönen Andante-Mittelsatz geschieht. Der einleitende Allegro-Satz hat konzertierenden Charakter, das Finale erinnert mit seinem kehraußigen Kontretanz-Thema an die Finali der Hornkonzerte.
Quelle: Kammermusikführer Villa Musica


Johannes Hinterholzer

Johannes Hinterholzer studierte bei Prof. Josef Mayr und Prof. Radovan Vlatkovic an der Universität „Mozarteum“ in Salzburg und besuchte Meisterkurse bei Peter Damm, Wolfgang Wilhelmi und Anthony Halstead. Schon als Student gewann er zahlreiche Preise bei nationalen Musikwettbewerben und 1998 den Ersten Preis beim Wettbewerb „Gradus ad Parnassum“ Österreich, was zu zahlreichen Einladungen als Solist und Kammermusiker führte. Von 1997 bis 2009 war er Solohornist des Mozarteumorchesters Salzburg und seit 2012 ist er Solohornist der Camerata Salzburg.
Johannes Hinterholzer trat als Solist mit zahlreichen bedeutenden Sinfonie- und Kammerorchestern, darunter die Camerata Salzburg, das Mozarteumorchester Salzburg, das Brucknerorchester Linz, das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, Münchner Kammerorchester, Sinfonia VIVA Nottingham, das Collegium musicum Copenhagen, das Wiener Kammerorchester, uva mit Werken von Vivaldi, Telemann, Haydn, Mozart, Schumann, Saint-Saens, Strauss, Britten auf. 2007 debütierte er mit Mozarts Hornkonzert KV 495 bei den Salzburger Festspielen, wo er auch Brittens Serenade für Tenor Horn und Streicher zusammen mit Ian Bostridge und der Camerata Salzburg interpretierte.
Seit 2000 spielt er als Gast Konzerte an der Solohornposition in Orchestern wie dem Berliner Philharmonischen Orchester, dem Bayrischen Staatsorchester, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Radio-Symphonieorchester des SWR Stuttgart und vielen anderen.
Eines der Spezialgebiete von Johannes Hinterholzer ist das spielen auf historischen Horninstrumenten: Barockhorn und Naturhorn. Neben zahlreichen Recitalprogrammen wirkt er regelmäßig im Concentus musicus unter Nikolaus Harnoncourt, bei Les Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski, bei Il Giardino Armonico unter Giovanni Antonini und in vielen anderen internationalen Ensembles mit. Neben seiner Orchestertätigkeit ist Johannes Hinterholzer ein gefragter Kammermusikpartner und spielte mit Daniel Gaede, Lukas Hagen, Veronika Hagen, Erich Höbarth, Dag Jensen, dem Kuss Quartett, Francois Leleux, Andrea Lieberknecht, Benjamin Schmid, uva.
2006 erschien beim Label Oehms Classics eine Gesamtaufnahme der Hornkonzerte Mozarts mit Johannes Hinterholzer und dem Mozarteum Orchester Salzburg unter Ivor Bolton, die in der internationalen Fachpresse großen Anklang fand.
Von 2000 bis 2010 leitete er eine Hornklasse an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz und seit Herbst 2008 ist er Professor für Horn an der Musikhochschule München.


Werner Neugebauer

Werner Neugebauer wurde 1967 in Graz geboren. Er studierte am Mozarteum Salzburg bei Prof. Irmgard Gahl und schloss ebendort 1991 sein Studium mit Auszeichnung ab und wurde mit dem Würdigungspreis des Österreichischen Bundesministeriums ausgezeichnet. Es folgten Studien bei Prof . Ernst Kovacic in Wien und eine intensive Beschäftigung mit der Barockgeige und der „historischer Aufführungspraxis“ bei dem damals am Mozarteum lehrenden Nikolaus Harnoncourt. 1993 wurde Werner Neugebauer Mitglied der Camerata Salzburg unter Sandor Vegh. Mit diesem Klangkörper unternahm er ausgedehnte Konzertreisen, spielte aber auch in Ensembles wie dem Klangforum Wien, der Salzburger Hofmusik, dem Concentus Musicus  oder dem Ensemble Baroque de Limoges. Einladungen auf  Kammermusikfestivals in ganz Europa, bei denen er gemeinsam mit Musikern wie Benjamin Schmid, Irena Grafenauer, Radovan Vlatkovic, Thomas Riebl, Sergio Azzolini, Pepe Romero, Michael Kofler, Hansjörg Schellenberger, Giuliano Carmignola u.v.a. auftrat, folgten.<brY1998 wurde er Mitglied im Hyperion Ensemble. Mit dieser Streichsextettformation gestaltete er einen eigenen Zyklus bei der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg und trat u. a. im Wiener Konzerthaus, dem Concertgebow Amsterdam, dem Stefaniensaal Graz, der Yale University USA, dem Beethovenhaus Bonn und im Wiener Musikverein auf.<br>Seit 1993 ist er Lehrer an der Universität „Mozarteum“. Zunächst als Assistent von Irmgard Gahl, anschließend in selber Funktion von Benjamin Schmid Lukas Hagen, leitet er seit 2006 eine eigene Vorbereitungsklasse für Violine.  Seit 2009 zusätzlich Unterricht für Musikerziehung und seit 2010 für Instrumentalpädagogik Violine. Darüber hinaus leitete er vertretungsweise 2008/2009 ein Jahr eine Konzertfachklasse an der Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz. Werner Neugebauer spielt eine Geige von Francesco Rugieri aus dem Jahre 1696, eine großzügige Leihgabe des Fürsten Starhemberg. 


Elen Guloyan

Elen Guloyan wurde in eine armenische Musikerfamilie hineingeboren. Ihre Ausbildung erhielt sie zunächst an der Schule SAYAT-NOVA für Hochbegabte in Eriwan, später studierte sie an der Musikhochschule Frankfurt bei Ingrid Zur und Jörg Heyer.
Prägend für ihren beruflichen Weg waren die künstlerischen Begegnungen mit den Dirigenten Christoph Eschenbach und Valery Gergiev beim Sinfonieorchester des Schleswig Holstein Musikfestivals, wo Elen Guloyan in der Funktion als Solobratschistin tätig war. Dieselbe Funktion übt sie derzeit im Orchester des Deutschen Staatstheaters in Darmstadt aus. Daneben erhält sie häufige Einladungen als Gast-Solobratschistin an andere Opernhäuser in ganz Europa.
Elen Guloyan ist als Kammermusikerin sehr aktiv. Als Mitglied des Adorno Streichquartetts Frankfurt gastierte sie bei vielen renommierten Festivals in Europa und Asien, wie z. B. beim Schleswig Holstein Festival, dem AGBU Kammermusikfestival Eriwan.


Firmian Lermer

Firmian Lermer spielt seit geraumer Zeit in vielfältigen Formationen, er ist über die Jahre ein gefragter Kammermusikpartner und Solist geworden.
Nach Beendigung seiner  Studien in Wien bei Thomas Kakuska, beim Alban Berg Quartett, bei Walter Levin, bei S. Celibidache in München und G. Kúrtag in Amsterdam spielte er zwei Jahre im Klangforum Wien, bevor er Solobratschist in S. Véghs Camerata Academica Salzburg wurde. 1996 gründete er sein Streichsextett, das Hyperion Ensemble, mit welchem er in vielen wichtigen Sälen Europas (Wiener Musikverein, Concertgebouw, Auditorio Nacional etc), Lateinamerikas und der USA auftrat. Er erhielt Einladungen zu diversen Festivals als Partner von z.B. Lukas Hagen, Enrico Bronzi, Sergio Azzolini, Ib Hausmann, Giuliano Carmignola, Lisa Smirnova. Er war als Gast Solobratschist an der Staatsoper in München, beim Mahler Chamber Orchestra. Als Solist spielte Firmian Lermer mit den Salzburg Chamber Soloists, der Camerata Salzburg, der Kammerakademie Neuss, dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt, der Panonischen Philharmonie.
Seit 2005 unterrichtet er an der Universität Mozarteum Salzburg und mit Herbst 2013 am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck. Firmian Lermer gab zahlreiche Meisterkurse, u.a. an der University of Auckland NZ, an der Yale University, bei den Austrian Masterclasses und der Sommerakademie Admont.Er spielt auf einer Viola von Laurentius Storioni von 1796.


Verena Sennekamp

Verena Sennekamp von der Presse gelobt für ihr faszinierend beseeltes, klangsensibles Spiel, ihre wundersame Leichtigkeit und ihre prägnante Bogentechnik, hat sich in den letzten Jahren gleichermaßen als Solistin und Kammermusikerin auf Konzertpodien im In- und Ausland einen Namen gemacht. Sie trat bereits in vielen renommierten Konzertsälen wie der Carnegie Hall, der Victoria Hall Genf, der Alten Oper Frankfurt, der Tonhalle Düsseldorf und der Kölner Philharmonie auf. Auf mehrfache Einladung der Deutschen Botschaft gab sie Recitals in El Salvador, Sofia, Genf, Krakau und Tokyo.
Mit großer Begeisterung spielt sie in verschiedenen Kammermusikformationen. Sie ist ein gerngesehener Gast auf Festivals und trat beim beim Norfolk Chamber Music Festival, dem Banff Summer Music Festival, den Mendelssohn Musiktagen Krakau, dem Manchester Summer Chamber Music Festival und dem Gstaad New Year’s Festival auf. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Gestaltung ihrer eigenen Kammermusikprogramme, die oftmals auch interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Künstlern anderer Sparten, wie z B. Schriftstellern oder Schauspielern entstehen.
Verena Sennekamp absolvierte ihr Masterstudium als Stipendiatin der Meisterklasse von Aldo Parisot an der Yale School of Music in den Vereinigten Staaten. Ihren ersten Cellounterricht erhielt sie im Alter von 7 Jahren in Bonn bei Barbara Varsanyi. Mit Bestnoten graduierte sie von der Musikhochschule Karlsruhe. Ein Erasmus Stipendium führte sie Amsterdam, wo sie ihr Studium bei Dmitri Ferschtman fortsetzte. Wertvolle künstlerische Impulse erhielt sie von Mario Brunello, Ralph Kirshbaum, Phillipe Muller, Steven Doane, Anner Bylsma und Wen-Sinn Yang. Kammermusikalisch arbeitete sie mit dem Vermeer Quartett, dem Keller Quartett und dem Tokyo String Quartett.