Kreativhaus K40 Chemnitz

Fotos: Wolfgang Schmidt

„Groove me, Amadeus!“ ist das Programm überschrieben das am 13. Mai 2018 zum Abschlusskonzert des 27. Sächsische Mozartfestes seine Premiere erlebte. Erstmals fanden sich der Klarinettenvirtuose Helmut Eisel, der bereits seit Jahren mit seiner ganz eigenen Interpretation des Mozartschen Werkes für Aufsehen sorgt, und die aus der Acoustic- und Latin-Szene kommenden Musiker Silvio Schneider (Gitarre) und Conny Sommer (Percussion) für dieses Projekt zusammen.
Als Ort des Konzertes war mit den Kreativhaus K40 der Chemnitzer schönherr.fabrik eine in den letzten Jahren wiederbelebte Industriebrache gewählt, deren Räumlichkeiten mit ihrem morbiden Charme dem ungewöhnlichen Zugang zu Mozarts Musik zusätzliche Spannung verliehen.
Mozartbearbeitungen wurden im Wechsel mit eigenen Stücken der drei beteiligten Musiker dargeboten. Begeistert nahm das Publikum diese Mischung auf und war am Ende kaum noch auf den Stühlen zu halten. Der Groove erfasste auch das Publikum des Sächsischen Mozartfestes.


Groove me, Amadeus!

MozART trifft KlezART

Der international renommierte Klarinettenvirtuose Helmut Eisel hat sich seit Jahren seinen individuellen Zugang zu Wolfgang Amadeus Mozart erobert. Von der Klezmermusik herkommend, immer wieder aber auch zwischen Klassik und Swing unterwegs, hat er mit einer ganz persönlichen Interpretation des Mozart-Klarinettenkonzertes bereits gründlich für Überraschung und Begeisterung gesorgt und einen völlig neuen Zugang zu diesem scheinbar so bekannten Stück geschaffen.
Silvio Schneider an der Gitarre und Conny Sommer an den Percussions komplettieren die Klarinette zum Trio. Beide kennen sich seit Jahren vor allem aus der Acoustic- und Latin-Szene, sind erfahrene Live- und Studio-Musiker und geben mit ihrer sehr eigenen Spielweise dem Spagat zwischen Klassik, Klezmer, Jazz und Latin-Grooves den rhythmischen Halt.
Mozart trifft Swing und Klezmer - Champagner für die Ohren!

Helmut Eisel (clar):
„Viele unserer großen Komponisten hinterlassen einen abgeschlossenen musikalischen Kosmos. Bei Mozart empfinde ich das ganz anders: in seiner unglaublichen Genialität spricht er mit mir - er zeigt mir Wege, die ich weitergehen möchte, vermittelt mir den Zugang zur großen, universalen Musik. Ein echter Klezmer eben!“
Silvio Schneider (git):
„Mozart ist und bleibt ein Genie! Sich mit dieser Musik zu beschäftigen, ist ein großes Geschenk für mich. Und ich denke, dass wir mit unserer respektvollen, aber modernen und unkonventionellen Herangehensweise an das Mozartsche Schaffen eine große Chance schaffen können, auch jüngeres Publikum für diese Musik zu begeistern.“
Conny Sommer (perc):
„Unbestritten ist Mozart einer der größten Popstars seiner Zeit. Ich freue mich auf die spannende Aufgabe, sein Werk aus dem Blickwinkel der heutigen Zeit zu kommentieren.“

Franz Streuber (Intendant Sächs. Mozartfest):
„Mozart und Mozarts Wirkung immer wieder neu zu lesen ist unser Zugang zu Mozarts Spirit. Die spontane Kreativität von Inspiration und Improvisation im Jazz oder Folkloregenre knüpft an der Vitalität, dem Einfallsreichtum, der verrückten Lust an der Entdeckung und dem Ausprobieren von Neuem und im besten Fall genialer Erlebnisse und Ergebnisse, von denen uns die Auseinandersetzung mit Mozart und das Überlieferte von Mozart reich beschenkt. Darauf freuen wir uns mit diesem Projekt!“

PRESSE:
„Helmut Eisels unverwechselbare Mozart-Interpretation zieht durch die Mischung aus Bekanntem und Überraschendem in ihren Bann. Denn der Klarinettist lässt den Hörer auf verblüffend neue Weise in Mozarts Musik eintauchen, lässt in improvisatorisch frei gestalteten Passagen mozartsche Lebensfreude und musikalische Tiefgründigkeit im vitalen Dialog mit Stilelementen aus Klezmer und Jazz kommunizieren.“

„Faszinierend dabei ist, wie ungezwungen die Welten des Klezmer und der Klassik miteinander verbunden werden...“

„Da schmaucht sein Instrument, schluchzt, kichert und gackert, meckert und mosert, nähert sich der Mozart‘schen Musik. Es ist so, als ginge Mozart ein bisschen fremd.“

Erleben Sie mit „Groove me, Amadeus!“ ein Programm, das für das Sächsische Mozartfest 2018 produziert wurde, eine einzigartige, moderne Symbiose verschiedener Musikstile, vorgetragen mit viel frischem Wind, wie sie Wolfgang Amadeus Mozart heute garantiert selber spielen würde: Mit viel Groove!

MUSIKER:
Helmut Eisel - clar
Silvio Schneider - git, sounds
Conny Sommer - perc

www.helmut-eisel.de
www.silvio-schneider.de
www.conny-cajon.de

Produktion: Sächsisches Mozartfest
Premiere: Mai 2018


Helmut Eisel

Foto: Rietberg Festival

Die ersten Grundlagen des Klarinettenspiels erlernte Helmut Eisel von seinem Großvater. Während seines Mathematikstudiums und der anschließenden beruflichen Tätigkeit als Unternehmensberater und Softwareentwickler spielte er später in diversen Jazzbands und sammelte erste Erfahrungen als Arrangeur.
Ausschlaggebend für Helmut Eisels musikalischen Weg war die Begegnung mit Giora Feidman, mit dem er seit 1989 immer wieder im Rahmen von Workshops und gemeinsamen Konzerten zusammengearbeitet hat. Regelmäßig wirkt er seit 1992 als Dozent bei den Sommerworkshops „Klezmer & Clarinet in the Galilee“ in Safed und Jerusalem (Israel) mit, die bis 2014 unter Feidmans Leitung und Schirmherrschaft standen. Auch diverse CDs dokumentieren die inspirierende Zusammenarbeit der beiden kongenialen Klarinettisten, darunter die Feidman-CD „The Spirit of Klezmer“ (2008), auf der Helmut Eisel mit zwei eigenen Titeln zu hören ist. Im intensiven Austausch mit Feidman lernte Helmut Eisel die Klezmermusik und ihre tiefe spirituelle Bedeutung kennen, die zur Inspiration für zahlreiche eigene Kompositionen und Improvisationen wurde.
Seit 1993 widmet sich Helmut Eisel ausschließlich der Musik und ist als Klarinettist und Komponist in unterschiedlichen Stilrichtungen aktiv. 1989 gründete er sein Trio Helmut Eisel & JEM, das inzwischen zwölf CDs produziert hat, zuletzt 2017 „Don Jun à la Klez“. Konzerte führen Helmut Eisel & JEM regelmäßig in Konzertsäle, Clubs und zu Festivals in ganz Deutschland, in zahlreiche weitere europäische Länder sowie nach Israel.
Neben dem Trio konzertiert Helmut Eisel in wechselnden Formationen mit Künstlern unterschiedlicher Genres bis hin zu Chören und Sinfonischen Blasorchestern. 2002 feierte das Quintett „Helmut Eisel & Band“ Premiere, das die CDs „Hot Klezmer Clarinet“ und „Klezmer at the Cotton Club“ einspielte. 2004 begründete er die deutsch-israelische Band „Clarinet Gang“.
Seit einigen Jahren entwickelt sich eine inspirierende Zusammenarbeit mit dem Gypsy Swing-Gitarristen Joscho Stephan, mit dem Helmut Eisel erstmals bei „Jazz in den Ministergärten“ in Berlin auftrat. Zwei gemeinsame CDs entstanden 2012 und 2016.
2013 entstand in Zusammenarbeit mit dem Sebastian Voltz Trio und in aufregend neuen Klangfarben das Programm „Talking Sinatra“ – eine Mischung aus konzertantem Klezmer und den berühmtesten Songs der Showlegende Frank Sinatra.
In seinem Duo-Programm „Grooving Klezmer“ mit dem Pianisten Sebastian Voltz sucht und findet Helmut Eisel auch im kammermusikalischen Rahmen Schnittstellen und Berührungspunkte zwischen Klassik, Jazz und Klezmer. Seit 2017 tritt er unter dem Titel „Klezmer im Elfenpalast“ zudem auch im Duo mit der Harfenistin Verena Jochum auf.
Einmalig ist Helmut Eisels höchst individuelle Bearbeitung des Mozart-Klarinettenkonzerts, die er 2010 mit dem Thüringischen Kammerorchester Weimar auf CD einspielte („time change“ bei Animato) und die inzwischen mit diversen Orchestern auch live zur Aufführung kam.
Einen weiteren Schwerpunkt seiner Tätigkeit als „sprechender Klarinettist“ bildeten für Helmut Eisel einige Jahre lang auch Schauspielproduktionen, in denen er als über das Medium Musik kommunizierende Bühnenfigur präsent war. Erste Projekte dieser Art, die überwiegend in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Johannes Klaus entstehen, waren Sobols „Ghetto“ (Nationaltheater Mannheim, 1991) und Babels „Sonnenuntergang“ (Theater Basel, 1993).
Helmut Eisel gilt als einer der vielseitigsten und interessantesten Klezmer-Klarinettisten Europas – ein Musiker mit einem unverwechselbaren Stil, über den Giora Feidman sagt: „Wenn du nur ein paar Takte hörst, weißt du sofort, das ist Helmut! Und wenn nicht – dann ist er’s auch nicht!“


Silvio Schneider

Foto: Max Messer

Seit seinem Gitarren- und Kompositions-Studium in Dresden beschäftigt er sich intensiv mit lateinamerikanischer Musik und ist mit seinen Projekten seit fast 25 Jahren auf der ganzen Welt unterwegs. Solo, mit KaraSol, HOELDER oder früher Nassler & Schneider führten ihn rund 2.000 Konzerte bisher in die Schweiz, nach Österreich, Italien, Ungarn, die Tschechische Republik, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Holland, Schweden, nach Russland, Mazedonien, in die Türkei, den Libanon, die USA, Mexiko, Kanada, entlang der westafrikanischen Küste und bis nach Japan.
Silvio Schneider veröffentlichte bisher 6 CDs und arbeitete als Gast mit vielen Musikern zusammen, wie z. B. Nippy Noya (Percussion), Bergitta Victor (Sängerin von den Seychellen) oder Dominic Miller (Gitarrist von Sting).
Seit Jahren widmet er sich auch in Workshops dem Thema "Latin Guitar". So organisiert er u.a. alljährlich einen "Winter-Workshop am Meer", das "Mallorca Guitar Camp", arbeitet für die "Mediterranean Music School" in Südfrankreich und Italien und veröffentlicht regelmäßig eigene Noten im Verlag "Acoustic Music Books". Außerdem ist er Herausgeber eines monatlichen Gitarren-Fernkurses.


Conny Sommer

Conny Sommer wurde 1963 in Hamburg geboren. Seine musikalische Ausbildung begann mit 9 Jahren und führte über einige Umwege 1979 zur Percussion. Er studierte Musikwissenschaften mit Schwerpunkt Musikethnologie in Hamburg (Abschluss 1994). Während seiner Ausbildungszeit unternahm er mehrere Studienreisen nach Cuba, Puerto Rico, Spanien, Columbien und Guinea. Seit 1989 arbeitet Conny Sommer als Live- und Studiomusiker, Lehrer, Dozent und Autor in den unterschiedlichsten Situationen.

Er arbeitete live oder im Studio:
- als Sideman im Flamencobereich u.a. mit: Amparo de Triana, Juan Andres Marin, Manolo Sevilla, Miguel Perez, Miguel Iven, Vivien Baer, Elva y Tomás, Andreas Germek, Radio Tarifa (als Gast) und als Mitglied der Gruppe Matamá im Vorprogramm des Gitarristen Tomatito.
- Außerhalb der Flamencoszene u.a. mit: Rolando Villazón, Mehmet Ergin, Nassler& Schneider, Cathrin Pfeiffer, der NDR- Bigband, Dieter-Thomas Kuhn, Chris Jones, Matamá, den Fehlfarben, dem Groove- Chor, den Disco Boys, der Marching- Band Schräg, und dem Comedy- Künstler Jan- Christoph Scheibe.
- Bei den Musical- Produktionen "Buddy" und "König der Löwen".

Er unterrichtet oder unterrichtete als Dozent:
- an der Musikhochschule Hamburg, in den Bereichen Popularmusik und Schulmusik
- an der Lola- Rogge Schule für Tanz und tänzerische Gymnastik in Hamburg
- am Institut für Lehrerfortbildung in Hamburg
- beim Arbeitskreis für Schulmusik (AfS), Hamburg
Als Autor:
- veröffentlichte er 1999 das Lehrbuch für Cajon (Engl. Ausgabe 2001)
- veröffentlichte er 2003 die Lehr- DVD "Cajon" in Deutsch und Englisch (NTSC- Ausgabe für USA und Japan 2005).
- schreibt er einen fortlaufenden Cajon- Workshop für die Fachzeitschrift "Drums&Percussion"