Gürzenich Köln

vl: Nelly van der Speck, Ortrun Wenkel, Wilfried Joachims, Friedhelm Hessenbuch

Die Mozart-Aufnahme entstand anlässlich der Konzerte am 17. und 18. November 1970 im Kölner Gürzenich. Der Gürzenich, die „gute Stube Kölns“, wie er genannt wurde und wird, war über viele Jahrzehnte – bis zur Eröffnung der Kölner Philharmonie 1986 – die erste Adresse in Köln für die Aufführung klassischer Werke.
Am Dirigentenpult stand Philipp Röhl, der den Chor 1947 gegründet hatte und ihn bis in die 90er Jahre leitete. Ein hochrangiges Solisten-Quartett mit Nelly van der Speck, Sopran, Ortrun Wenkel, Alt, Wilfried Joachims, Tenor und Friedhelm Hessenbuch, Bass, begleitete den Chor durch das Mozart-Werk. Begleitet wurden Chor und Solisten vom Philharmonischen Orchester Köln.



KV 626, Requiem
Orchester: Philharmonisches Orchester Köln
Solisten: Nelly van der Speck (Sopran), Ortrun Wenkel (Alt), Wilfried Joachims (Tenor), Friedhelm Hessenbuch (Bass)
Leitung: Philipp Röhl
Aufnahme vom 18. November 1970 im Kölner Gürzenich

KV 626, Requiem
KV 626, Requiem, Kyrie
KV 626, Requiem, Dies irae
KV 626, Requiem, Tuba mirum
KV 626, Requiem, Rex tremendae
KV 626, Requiem, Recondare
KV 626, Requiem, Confutatis
KV 626, Requiem, Lacrimosa
KV 626, Requiem, Domine Jesu
KV 626, Requiem, Sanctus
KV 626, Requiem, Benedictus
KV 626, Requiem, Agnus Dei

KV 626 Gürzenich Köln

Requiem nennt man nach ihrem Anfangswort die Missa pro defunetis, die Messe für Verstorbene. Im Gegensatz zur mehrstimmig komponierten Messe, in der nur die Worte des Ordinariums (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus mit Benetlictus und Agnus Dei) vertont werden, beziehen die Komponisten beim Requiem das Proprium (Wechselgesänge) oder Teile desselben mit ein (Introitus, Graduale, Tractus, Sequenz, Offertorium und Communio). Oft bildet das bisher nach dem liturgischen Gottesdienst gesungene Responsorium „Libera me“ auch den Schlußteil der Komposition, das Mozart-Requiem schließt mit der Communio. Wolfgang Amadeus Mozart schuf sein unvergängliches Meisterwerk auf (anonyme) Bestellung hin 1791. Dem bereits todkranken Meister aber gelang trotz aller Anstrengung die vollständige Vertonung des Werkes nicht mehr. Der zu seiner Zeit bekannte Komponist und Kapellmeister Fr. X. Süßmayr, ein Schüler und Vertrauter Mozarts, ergänzte das Werk, zum Teil nach Angaben und Skizzen des Komponisten.
Mozarts Requiem ist nur im weiteren Sinne liturgisch. Es ist die Elegie eines sterbenden begnadeten Künstlers an den nahenden Tod. Ein menschliches Lied der Klage, der Resignation, aber auch der Zuversicht auf die Unsterblichkeit. Gedeutet als Abschiedsgesang vom Leben ist Mozarts Totenmesse von edler, klassischer Schönheit, deren Aussage ebenso erschüttert wie tröstet.


Philharmonischer Chor Köln

Der heute ca. 100 Mitglieder zählende Philharmonische Chor Köln wurde im Jahre 1947 von Prof. Philipp Röhl gegründet und führt seitdem regelmäßig Chorwerke verschiedener Epochen auf. Dabei erhielten neben den bekannten großen Werken der Chorliteratur von Bach bis Britten auch selten aufgeführte Werke von Honegger, Szymanowski, Suter, Suppé, Dupré und Kodály einen Platz im Repertoire des Chores.
Die Komponisten Rudolf Petzold und Zoltán Kodály gehören zu den Ehrenmitgliedern des Chores. Seit 1990 liegt die musikalische Leitung des Philharmonischen Chores in den Händen von Prof. Horst Meinardus – eine fortführende Kontinuität, die in der Qualität sowohl der Probenarbeit wie auch der Aufführungen spürbar ist. Der hohe musikalische Anspruch des großen Laienchores lässt sich nur durch besonderes Engagement jedes Mitgliedes erfüllen. Hierzu gehört eine intensive ganzjährige Probenarbeit, ergänzt durch Probenwochenenden und Stimmbildung.
In jüngerer Vergangenheit hat der Philharmonische Chor Köln zwei größere Projekte in Kooperation mit der Brussels Choral Society verwirklicht: A Sea Symphony von Ralph Vaughan Williams und Dvoraks Requiem wurden in Brüssel und in Köln aufgeführt. Im Sommer 2012 wirkte der Philharmonische Chor Köln außerdem bei einer konzertanten Aufführung von Rossinis Oper Guillaume Tell mit.
2013 brachte der Chor beim Eröffnungskonzert des Chorfestivals des Verbandes Deutscher Konzertchöre in Zwickau die Carmina Burana zur Aufführung. Es folgten zwei Konzerte mit dem Fleischmann Chor Cork/Irland, zu dem bereits viele Jahre freundschaftliche Verbindungen bestehen, in Cork und Köln. Auf dem Programm stand A Child of Our Time von Michael Tippett – ein Oratorium, das die Pogrome der Nazi-Zeit thematisiert.
Ein besonderer Höhepunkt im Schaffen des Chores und seines künstlerischen Leiters war 2014 die viel beachtete Aufführung des War Requiem von Benjamin Britten zum Gedenken an den Beginn des 1. Weltkrieges 1914.
Auch in der nächsten Saison wird der Philharmonische Chor mit einer Mischung aus neuen und wenig bekannten Werken, wie der Messa di Gloria von Puccini, dem Te Deum von Bizet oder Martin Palmeris Misa a Buenos Aires (Tango-Messe), die auch beim Festival ACHT BRÜCKEN 2016 zu hören war, aber auch etablierten Repertoire-Werken wie Verdis Requiem seinem Konzertpublikum ein interessantes Programm anbieten.



Mitwirkende

Das Philharmonischen Orchester Köln ist kein offizielles Orchester, sondern eine Zusammenstellung Kölner Musiker, meist Mitglieder des Gürzenich-Orchesters.


Solisten 1970

Die Sopranistin Nelly van der Speek war zu dieser Zeit schon eine in Deutschland für ihre Bach-Interpretationen gesuchte Solistin.
http://www.bach-cantatas.com/Bio/Spek-Nelly-van-der.htm


Die Altistin Ortrun Wenkel entwickelte sich später zu einer gesuchten Wagner-Sängerin und erhielt 1983 einen Grammy.
https://en.wikipedia.org/wiki/Ortrun_Wenkel


Der Tenor Wilfried Jochims wurde als Bach-Spezialist international bekannt, er war an sehr vielen Schallplatten- und CD-Einspielungen beteiligt. 1968 wurde er Dozent an der Kölner Musikhochschule.
http://www.bach-cantatas.com/Bio/Jochims-Wilfried.htm


Der Bassist Friedhelm Hessenbruch wurde nach einer kurzen Zeit als Opernsänger bekannt als Bach – Interpret, aber auch in anderen klassischen Oratorien.
http://www.bach-cantatas.com/Bio/Hessenbruch-Friedhelm.htm