Mennonitische Gemeinde Krefeld

Das Konzert war eigentlich als Liederabend geplant, aber die Sängerin musste krankheitsbedingt absagen. Da aber die Gemeinde nicht wollte, dass das Konzert ausfällt, entschied Ingo Hoesch am Montag (25.03.2019), dass er einen Klavierabend anbieten würde. Nach einem Besuch der Seite „www.mozart-w-a“.de waren schnell drei Werke gefunden, die sich gut in das Programm, dass darum herum geplant war, einpassen. Nach kurzem Wechsel war auch klar, dass die Stiftung wieder als Förderer dieses Konzertes auftritt und dieses Konzert unterstützt.
Ingo Hoesch spielte schon lange mit der Idee, ein Programm mit Bearbeitungen Bachscher Werke durch Feruccio Busoni zu spielen (es erklangen seine Bearbeitung für Klavier der "Aria variata“, und die Bearbeitungen der Choralvorspiele „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, „Nun komm der Heiden Heiland“ und „Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ“. Zu diesen Werken fügte sich die Fuge in g-Moll, das Rondo in F-Dur und die Variationen Mozarts ein, da Feruccio Busoni sich nicht nur sehr intensiv mit dem Werk Bachs beschäftigt hat, sondern auch div. Werke Mozarts bearbeitet hat, bzw. für verschiedene Klavierkonzerte auch Kadenzen geschrieben hat. Als Abschluss war die Sonatine in e-Moll von Max Reger zu hören, der sich, genauso wie Feruccio Busoni intensivst mit dem Werk Bachs beschäftigt hat, aber auch mit dem „Mozart-Variationen“ (Fassung für großes Orchester bzw. zwei Klaviere) mit Mozart auseinandergesetzt hat.“ So verstand es Ingo Hoesch wieder einen faszinierenden Abend zu gestalten, der beziehungsreiche Verwebungen bot.



KV 401, Fuge für Klavier g-moll
Solisten: Ingo Hoesch (Klavier)
Aufnahme am 29. März 2019 in der Mennonitische Gemeinde Krefeld

KV 401, Fuge für Klavier g-Moll


KV 460, 8 Variationen für Klavier `Come un agnello'
Solisten: Ingo Hoesch (Klavier)
Aufnahme am 29. März 2019 in der Mennonitische Gemeinde Krefeld

KV 460, 8 Variationen für Klavier `Come un agnello'


KV 494, Rondo für Klavier F-Dur
Solisten: Ingo Hoesch (Klavier)
Aufnahme am 29. März 2019 in der Mennonitische Gemeinde Krefeld

KV 494, Rondo für Klavier F-Dur


KV 401 Mennonitische Gemeinde Krefeld

Diese einzeln stehende Fuge Mozarts gibt Rätsel auf. Bekannt ist, dass Mozart sich intensiv mit den Fugen Bachs (Wohltemperiertes Klavier) beschäftigt hat und daraufhin auch Fugen komponiert hat. Die Datierung ist nicht ganz eindeutig - frühestens 1782, spätestens im Spätsommer 1783 - angenommen wird, dass diese Fuge eine musikalische Verarbeitung des Todes des ersten Sohnes (ca. drei Monate nach der Geburt, 21.08.1783) sein könne. Dies würde, genauso wie die musikalisch und technische Ausgereiftheit und Tiefe, für ein Werk aus dem Ende der Wiener Zeit sprechen… In dieser Fuge ist sehr deutlich J. S. Bachs Spätwerk als Pate zu erkennen.


KV 460 Mennonitische Gemeinde Krefeld

Mozart´s Variationen in A-Dur über „Come un agnello“ entstammen einer Oper des Guiseppi Sarti (1729-1802). Das Sujet der Oper ist Goldonis „Le nozze“, und ist ein großes Verwirrspiel um Liebe und Beziehungen, wie Mozart es in „Don Giovanni“ vorstellt. Sartis Oper heißt bezeichnenderweise „Frau i due litiganti il terzo gode“ (Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte). Die Arie „Come ...“ singt der Gärtner.


KV 494 Mennonitische Gemeinde Krefeld

Das Rondo F-Dur komponierte Mozart 1786 als Einzelstück - wahrscheinlich als Unterrichtswerk. Diese Rondo erfreut durch seinen heiteren und unbeschwerten Gestus, der nur kurzzeitig eingetrübt wird (Mollteil). Knapp zwei Jahre später (Jänner 1788) komponierte Mozart seine 15. Klaviersonate. Diese steht in F-Dur und das Rondo in F-Dur KV 494 wurde von Mozart als dritter Satz dieser Sonate hinzugefügt. Dafür veränderte Mozart dieses Rondo in Länge und Schwierigkeit, damit es ein guter und attraktiver Schlusssatz für eine Klaviersonate wurde.


Ingo Hoesch

Ingo Hoesch, 1972 geboren, begann seine musikalische Ausbildung mit sieben Jahren am Klavier, die Orgel folgte bald. Bereits mit 13 Jahren übernahm er erste kirchenmusikalische Dienste in der Gemeinde Gyhum. Mit 16 leitete er zwei Kirchenchöre (Gyhum bei Zeven, Rhade bei Zeven). Von 1986 an bekam er privaten Klavierunterricht bei Peter Knaak (Dozent an der Bremer Hochschule) sowie Orgelunterricht bei Kantor Herbst (Selsingen) und Kantor Steegen (Bremervörde). Nach seiner kirchenmusikalischen D-Prüfung folgte 1994 seine C-Prüfung bei Martin Bruchwitz. Weitere Studien führten ihn nach Düsseldorf zu Prof. Volker Hempfling, Christoph Schoener und Prof. T. Laux. Im Jahr 2000 machte er sein A-Diplom. Es schlossen sich private Studien bei Prof. Jean Ferard (Conservatoire Royal de Bruxelles) an, während derer er sich ausführlich mit der Musik Grigny´s, Couperins, Durufles und Messiaen beschäftigte.
Von 1992 bis 1995 war Hoesch Kirchenmusiker auf der Nordseeinsel Föhr. Neben der Gottesdienstgestaltung organisierte und spielte er regelmäßig Orgel- und Kammerkonzerte. Von 2001 bis 2011 war er Kreiskantor für den Kirchenkreis Wesermünde-Nord und hier für die musikalische Fachaufsicht zuständig. Seit 2012 ist er als Kantor in der Ev. Kirchengemeinde Meerbusch tätig. Neben seiner Arbeit verfolgt er eine rege Konzerttätigkeit und hat u.a. die gesamten Orgelwerke von Dieterich Buxtehude in sieben Konzerten innerhalb einer Festwoche in Dorum und Holßel aufgeführt und spielte gemeinsam mit Prof. Torsten Laux (vierhändig). Hoesch hat mehrere CDs eingespielt.