ev. Johanneskirche Ettlingen

Anlässlich des 250. Geburtstages von Wolfgang Amadeus Mozart veranstaltete der im Jahr 2006 gegründete Konzertchor der Liedertafel Ettlingen ein großes Chor- und Orchesterkonzert mit Werken des genialen Salzburger Komponisten in der Evang. Johanneskirche Ettlingen. Hauptwerke des Abends waren die berühmte „Krönungsmesse“ sowie die sogenannte „Linzer Symphonie“. Daneben kamen auch kirchenmusikalische Kleinode, wie das „Laudate dominum“ und das bekannte, wunderschöne „Ave verum corpus“ zur Aufführung. Der Chor und das aus professionellen Musikern bestehende Orchester (die ebenfalls neugegründete Oekumenische Philharmonie) wurden von Frank Christian Aranowski, der sein Kapellmeisterstudium in Salzburg absolviert hat, geleitet.



KV 47, Veni Sancte Spiritus
Orchester: Oekumenische Philharmonie
Solisten: Theresia Aranowski (Sopran), Manami Kusano (Alt), Martin Steffan (Tenor), Peter Maruhn (Bass)
Leitung: Frank Christian Aranowski
Aufnahme am 2. Dezember 2006 in der ev. Johanneskirche Ettlingen

KV 47, Veni Sancte Spiritus, Allegro - Presto


KV 315, Andante C-Dur
Orchester: Oekumenische Philharmonie
Solistin: Keri Schwartz (Flöte)
Leitung: Frank Christian Aranowski
Aufnahme am 2. Dezember 2006 in der ev. Johanneskirche Ettlingen

KV 315, Andante C-Dur

KV 47 ev. Johanneskirche

Die mit Oboen, Hörnern, Trompeten und Pauken reich besetzte Motette (=geistliche Chormusik) Veni Sancte Spiritus entstand 1768 während eines einjährigen Aufenthaltes der Familie Mozart in Wien. Der zwölfjährige (!) Wolfgang schrieb dieses klangprächtige Werk vermutlich für den Chor und das Orchester des Wiener Waisenhauses am Rennweg, wo er wenig später auch die Uraufführung seiner sogenannten Waisenhausmesse dirigierte. Dem Stück liegt die Antiphon (=Wechselgesang) zur Anrufung des Heiligen Geistes zugrunde, die, wie die bekanntere Pfingstsequenz, mit dem Vers Veni Sancte Spiritus (Komm, Heiliger Geist) eröffnet wird und in der Messe des Pfingstsonntags nach der Lesung gesungen wird. Das zweiteilige Werk (Veni sancte spiritus und Alleluja) ist gegliedert in Soli und einen blockhaften Chorsatz mit kontrastierenden Themen und steht ganz in der Tradition der Salzburger Kirchenmusik von Leopold Mozart und Michael Haydn.
Text: Frank Christian Aranowski

Veni, Sancte Spiritus
Veni, Sancte Spiritus,
reple tuorum corda fidelium,
et tui amoris in eis ignem accende.
Qui per diversitatem linguarum cunctarum
gentes in unitate fidei congregasti!
Alleluja! Alleluja!

Komm, Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen und
entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.
Der du die Völker sämtlicher verschiedener Sprachen
in einen geeinten Glauben versammelt hast!
Halleluja! Halleluja!


KV 315 ev. Johanneskirche

Das Andante für Flöte und Orchester entstand mit großer Wahrscheinlichkeit in den ersten Monaten des Jahres 1778, als Mozart auf seiner Durchreise nach Paris in Mannheim weilte. Dort machte er die Bekanntschaft mit dem reichen holländischen Arzt und Liebhaber des Flötenspiels Ferdinand Dejean, für den er „3 kleine, leichte, und kurze Concertln und ein Paar quattro auf die flötte machen“ sollte. Mozart kam diesem Wunsch mit den beiden Flötenkonzerten KV 313 und KV 314 (wobei KV 314 die Adaption seines schon früher komponierten Oboenkonzertes ist) sowie dem Flötenquartett KV 285 nach. Offenbar erschien Dejean der Mittelsatz des Konzertes KV 313 zu „gearbeitet“ und damit zu „schwer“ (nicht in spieltechnischer, sondern in musikalischer Hinsicht), sodass Mozart ihm mit dem Andante KV 315 einen alternativen Satz zur Verfügung stellte. Trotz der größeren Schlichtheit gegenüber dem ursprünglichen Adagio-Satz reiht sich das Andante in seiner feinsinnigen Verbindung von Kantabilität und phantasievoller solistischer Entfaltung ebenbürtig in Mozarts konzertante Werke für Flöte und Orchester ein. Obwohl Mozart von der Flöte sagt, es handele sich um „ein instrument das ich nicht leiden kan“, schrieb er mit diesen Kompositionen einige der wichtigsten und schönsten Werke der gesamten Flötenliteratur.
Text: Frank Christian Aranowski


Keri Schwartz

Keri Schwartz

Die Flötistin Keri Schwartz wurde in Anchorage (Alaska, USA) geboren und verbrachte den größten Teil ihres Lebens in Los Angeles, wo sie im Alter von neun Jahren ihren ersten Musikunterricht erhielt. Sie studierte an der Manhattan School of Music in New York bei Julius Baker, Harold Bennett und Jim Walker und war anschließend acht Jahre lang Soloflötistin im Santa Monica Orchestra, Kalifornien. Daneben leitete sie eine private Musikschule, die sie selbst aufgebaut hat, und betätigte sich als Beraterin für die Schulbezirke bezüglich der Lehrpläne für den Musikunterricht in allen Schularten. Im Jahr 2001 siedelte sie mit ihren Kindern und ihrem Ehemann, der Pfarrer in der Evangelischen Landeskirche in Baden ist, nach Deutschland über, wo sie dann in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Oldenburg eine Chorleiterausbildung absolvierte und mehrere Chöre übernahm. Sie hat u. a. zwei Gospelchöre gegründet, die seitdem die ökumenischen Beziehungen zwischen den beiden großen Kirchen in Deutschland fördern. In ihrer vielseitigen musikalischen Arbeit gefällt es ihr gleichermaßen, sich sowohl mit Bach, als auch mit den Beatles auseinanderzusetzen, Kammermusik zu spielen oder Gospels zu dirigieren.


Theresia Aranowski

Theresia Aranowski, Foto: BeautyShots, Berlin

Theresia Aranowski (Sopran) wurde in Bensheim a. d. Bergstraße geboren und begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren. Nach dem Abitur erhielt sie ihren ersten Gesangsunterricht. Sie studierte zunächst Musik- und Tanzpädagogik am Orff-Institut in Salzburg und setzte dann ihre Gesangsausbildung an der Hochschule Mozarteum in Salzburg bei Norbert Prasser fort, wo sie ihr Studium mit Auszeichnung abschloss. Durch die Teilnahme an Kursen mit Kurt Widmer, Thomas Hampson, Edith Mathis, Marjana Lipovšek, Christa Ludwig und Barbara Bonney erweiterte sie ihre Fertigkeiten. Weitere entscheidende Impulse erhielt sie durch mehrjährigen Unterricht bei Kammersängerin Ruthilde Boesch in Wien, die sich auch durch die Ausbildung vieler Sängergrößen (u. a. Edita Gruberova) einen Namen gemacht hat.
Bisher trat sie vor allem als Lied-, Konzert- und Oratoriensängerin in Erscheinung und erarbeitete sich neben vielen Liedern und Arien verschiedener Stilrichtungen - vom frühen Scarlatti bis hin zu den Orchesterliedern Richard Strauss’ - ein breites Repertoire vor allem der großen kirchenmusikalischen Werke, darunter Bachs Passionen und Kantaten, Händels Messias, Mozarts Messen und das Requiem, Haydns Schöpfung und die Jahreszeiten Mendelssohns Elias und Brahms‘ Ein Deutsches Requiem.
Theresia Aranowski konzertiert regelmäßig mit der Oekumenischen Philharmonie. Weitere Informationen im Internet unter www.theresia-aranowski.de.


Manami Kusano

Manami Kusano

Die Mezzosopranistin Manami Kusano wurde in Hiroshima (Japan) geboren. Sie erhielt zunächst eine klassische Ballettausbildung und begann danach ihr Gesangsstudium an der Musikhochschule Mannheim bei Janice Harper-Smith, Alejandro Ramirez und Yumi Koyama. Derzeit wird sie an der Opernschule Mannheim von Jutta Gleue betreut. Bei Ulrich Eisenlohr absolvierte sie ein Studium für Lied-Duo und nahm an Meisterkursen mit Axel Bauni, Helmut Deutsch, Jeffrey Gall, Julia Hamari, Jard van Nes, Cornelius Reid, Semjon Skigin und Rudolf Piernay teil. Sie übernimmt regelmäßig Alt- und Mezzosopranpartien in Oratorien und Kantaten und ist auch als Liedsängerin gefragt. Ihr breitgefächertes Repertoire von Purcell bis zur zeitgenössischen Musik umfaßt neben Bachs Solokantaten und der Johannespassion, Händels Messias, Mozarts Requiem, Beethovens C-Dur-Messe und Mendelssohns Elias auch selten aufgeführte Werke, wie das Requiem von Camille Saint-Saëns und das Oratorium Das Lied von der Glocke von Max Bruch. Mit einem Schönberg- Liederzyklus war sie beim Internationalen Beethovenfest in Bonn zu Gast, und beim SWR nahm sie Lieder von Erich S. Hermann auf. 2006 wirkte sie unter Georg Grün bei der Weltersteinspielung von Michael Haydns B-Dur-Requiem mit, die bei Carus auf CD erschienen ist.


Martin Steffan

Martin Steffan

Die Sängerlaufbahn des Tenors Martin Steffan begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Eintritt in den Kinderchor seiner Heimatgemeinde Birkenau im Odenwald. Die kontinuierliche Chorerfahrung wurde dann durch Gesangsunterricht ergänzt. Einem Studium der Musikwissenschaft und Anglistik in Heidelberg folgte die Ausbildung am Orff-Institut in Salzburg mit Haupt-fach Gesang bei Otto Rastbichler. Gleichzeitig besuchte er Meisterkurse für Gesang bei Kurt Widmer, Jessica Cash, Evelyn Tubb und Nicholas Clapton, sowie Kurse für barocke Aufführungspraxis bei Richard Wistreich, Nigel North und Anthony Rooley. Martin Steffan konzertierte u. a. mit den Ensembles Romerico (Salzburg), Salzburger Hofmusik, Internationale Paul-Hofhaymer-Gesellschaft Salzburg, Hortus Musicus (Klagenfurt), Alte Musik Dresden, Neue Vokalsolisten Stuttgart, Klangforum Heidelberg und Retrover (Helsinki), die sich vor allem auf die Aufführung Alter Musik spezialisiert haben. Als Solist widmet er sich vorzugsweise der Alten Musik und konzertierte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Belgien und wirkte bei Rundfunk- und CD-Produktionen mit. Sein Repertoire reicht aber auch in die klassisch-romantische Epoche hinein - so wird er beispielsweise in jüngerer Zeit immer häufiger als Mozart-Interpret verpflichtet.


Peter Maruhn

Peter Maruhn

Der in Rio de Janeiro geborene Bassbariton Peter Maruhn wuchs in Deutschland auf und war während seiner Schulzeit Mitglied des Windsbacher Knabenchores und Stipendiat der Berufsfachschule für Musik Dinkelsbühl. Er studierte anschließend in Mannheim bei Rudolf Piernay und Snezana Stamenkovic. Meisterkurse bei Sergej Leiferkus, Cornelius Reid und Dietrich Fischer-Dieskau ergänzten seine Ausbildung. Zu seinem Konzertrepertoire gehören neben Bachs Oratorien und Kantaten u. a. die Titelpartie in Händels Saul, Mozarts Requiem oder Brahms’ Deutsches Requiem. Er beteiligte sich an verschiedenen Opernproduktionen z. B. der Mannheimer Opernschule, des Festivals de Théâtre Musical d’Auray „Les Not’En Bulles“ und der Internationalen Maifestspiele Wiesbaden. 2004 wirkte er am Theater Heidelberg in den zwei Uraufführungen Sarastros Abschied und Unreine Tragödien und aussätzige Dramatiker von Martin Wistinghausen und Timo Jouko Herrmann (Inszenierung: Wolf Widder) mit, außerdem spielte er am Nationaltheater Mannheim in Verdis Don Carlo einen der Deputati. 2005 war er in einer Produktion der Schlossfestspiele Weikersheim in Verdis La Traviata als Baron Douphol sowie beim Internationalen Musikfestival Peralada (Spanien) unter der Leitung von Yakov Kreizberg zu hören.


Konzertchor der Liedertafel Ettlingen

Konzertchor der Liedertafel Ettlingen

Der Konzertchor der Liedertafel Ettlingen wurde 2005 als Teil des traditionsreichen Gesangvereins Liedertafel Ettlingen 1842 e. V. auf Initiative seines Dirigenten Frank Chr. Aranowski gegründet. Dieser älteste Gesangverein Mittelbadens vereint unter seinem Dach noch den gemischten Stammchor und den modernen Chor „Rhythm’n’Fun“. Im Konzertchor haben sich hochmotivierte und musikbegeisterte Damen und Herren aller Altersstufen zusammengefunden, um regelmäßig anspruchsvolle große weltliche und geistliche Chorliteratur verschiedener Stilrichtungen, vorwiegend mit Orchesterbegleitung aufzuführen. 2006 gab der Chor sein erfolgreiches Debüt mit Mozarts Krönungsmesse. Die seit diesem Konzert andauernde regelmäßige Zusammenarbeit mit der Oekumenischen Philharmonie, in deren Rahmen Werke wie John Rutters Magnificat, Beethovens Chorfantasie, Mendelssohns Lobgesang, Beethovens 9. Symphonie, Brahms‘ „Ein Deutsches Requiem“ und Haydns „Schöpfung“ aufgeführt wurden, wird regelmäßig fortgesetzt.


Oekumenische Philharmonie

Foto: Manfred Leder

Die Oekumenische Philharmonie (www.oekphil.de) wurde 2006 gegründet und hat sich bereits seit einigen Jahren im Kulturleben der Regionen Karlsruhe und Heidelberg etabliert. In dem Orchester versammeln sich hervorragende Berufsmusiker aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, die als Angehörige unterschiedlicher christlicher Konfessionen ihr Musizieren wesentlich als Ausdruck des Gotteslobes und ihres persönlichen Glaubens begreifen. Unter der Leitung des Orchestergründers Frank Christian Aranowski treten die Orchestermitglieder, die zum großen Teil in namhaften Spitzenorchestern ihren Dienst taten oder noch tun, regelmäßig zu mehreren jährlichen Arbeitsphasen zusammen und faszinieren regelmäßig Publikum und Presse. "Begeisterndes Orchester", "exzellent besetztes Ensemble", "künstlerische Geschlossenheit", "hochkarätiger Musikgenuss", "in feinsten Nuancierungen", "der Vollendung ziemlich nahe"..."mustergültige Interpretation", es "stimmt ...einfach alles" – mit diesen und ähnlichen Formulierungen wurden die Aufführungen des Orchesters bisher bedacht (Quelle: Feuilleton der Rhein-Neckar-Zeitung und Badische Neueste Nachrichten).

Text: Frank Christian Aranowski

Frank Christian Aranowski

Foto: BeautyShots, Berlin

Frank Christian Aranowski wurde in Berlin geboren und erhielt seinen ersten Musikunterricht im Alter von sieben Jahren. Er hospitierte viele Jahre in der Berliner Philharmonie bei Proben und Konzerten der bedeutendsten Orchester und Dirigenten, insbesondere der Berliner, Philharmoniker sowie Claudio Abbado, Sergiu Celibidache, Carlo Maria Giulini, Nikolaus Harnoncourt und Lorin Maazel. Bereits vor seinem Studium leitete er mehrere Jahre die Arndter Sinfonietta in Berlin und begleitete diese auf einer China-Tournee. Er studierte an der Hochschule Mozarteum in Salzburg Orchesterdirigieren bei Michael Gielen sowie Chorleitung bei Walter Hagen-Groll und Karl Kamper und konnte seine Ausbildung „mit ausgezeichnetem Erfolg“ abschließen. Für seine wissenschaftliche Arbeit über ein Werk Bartóks bekam er den Titel eines Magister artium verliehen. Er belegte Kurse u. a. bei Rupert Huber, Howard Arman, Péter Eötvös, Peter Gülke und Nikolaus Harnoncourt und arbeitete mit Berufsorchestern im In- und Ausland zusammen.
Seit 2000 ist er als Chor- und Orchesterleiter im Raum Karlsruhe / Rhein-Neckar tätig. Mit der Gründung der Oekumenischen Philharmonie erfüllte er sich den Traum von einem professionellen Symphonieorchester, dessen Mitglieder ihr Musizieren auch als Ausdruck des Gotteslobes und ihres persönlichen Glaubens begreifen.