KV 626, Requiem
Orchester: Mitglieder der Bergischen Symphoniker
Solisten: Elisa Rabanus (Sopran), Sophia Bart (Alt), Thomas Iwe (Tenor), Bernhard Hüsgen (Bass)
Leitung: Mathias Krella
Konzertmitschnitt aus der St. Josef Kirche, Langenfeld (Rhld) am 12.12.2009
KV 626, Requiem
KV 626, Requiem, Introitus
KV 626, Requiem, Kyrie
KV 626, Requiem, Dies irae
KV 626, Requiem, Tuba mirum
KV 626, Requiem, REX TREMENDALE
KV 626, Requiem, RECORDARE
KV 626, Requiem, CONFUTATIS
KV 626, Requiem, LACRISMOS
KV 626, Requiem, DOMINE JESU
KV 626, Requiem, HOSTIAS
KV 626, Requiem, SANCTUS
KV 626, Requiem, BENDEDICTUS
KV 626, Requiem, AGNUS DEI
KV 626, Requiem, Communio

Bernhard Hüsgen

Der Bariton Bernhard Hüsgen wurde in Bergheim/Erft geboren. Das Gesangsstudium bei Prof. Ingeborg Reichelt an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf, wo er neben der Opernklasse auch die Lied- und Oratorienklasse absolvierte, schloss der Preisträger verschiedener Studierendenwettbewerbe „mit Auszeichnung“ und dem Konzertexamen ab. Sängerische Impulse erhielt er nach seinem Studium vor allem von Prof. Anthony Baldwin, Rostock, und in neuerer Zeit auch von Alistair Thompson, Köln. Ein Stipendium des Richard-Wagner-Verbands sowie ein Meisterkurs für Liedinterpretation bei Prof. Norman Shetler in Wien ergänzten seine musikalische Ausbildung.
Seine besondere Aufmerksamkeit im künstlerischen Bereich gilt seither dem Lied und Oratorium. Hier wurde seine rege Konzerttätigkeit in den letzten Jahren auch durch Rundfunk- und CD-Produktionen (u.a. beim Westdeutschen Rundfunk, Köln) dokumentiert. Seit einigen Jahren ist Bernhard Hüsgen auch als Musikpädagoge tätig. Besonders widmet er sich seiner Aufgabe als Stimmbildner in Kinder- und Jugendchören, in denen er derzeit mehr als 100 junge Menschen unterrichtet.

Thomas Iwe

Thomas Iwe wurde 1967 in Neheim-Hüsten geboren. Schon sehr früh fand er zur Musik und wurde Mitglied in verschiedenen Chören seiner Heimatstadt, wo er recht bald auch kleinere Soloparts übernommen hat. 1991 begann er eine private Gesangsausbildung bei Anita Richartz-Freitag, Brilon. Thomas Iwe hat er sich in den letzten Jahren zu einem gefragten Lied-, Opern- und vor allem Oratoriensänger entwickelt. Seine musikalische Tätigkeit, deren Schwerpunkt hauptsächlich im Bereich der barocken Musik und der Klassik liegt, führte ihn mittlerweile in zahlreiche deutsche Städte sowie ins benachbarte Ausland nach Frankreich und in die Niederlande. Thomas Iwe ist u.a. 2. Preisträger bei dem bundesweiten „Stimmtreff“ in Hamburg. Neben der umfangreichen Konzerttätigkeit und einigen Fernsehauftritten wirkte er auch bei zahlreichen CD-Aufnahmen mit.

Sophia Bart

Sophia Bart wurde in Süddeutschland in Saulgau, Baden-Württemberg geboren. Gesangsstudium an der Musikhochschule in Karlsruhe bei Prof. Erika Markgraf und Klavierstudium bei Prof. Günter Reinhold. Sie hat beide Fächer mit Auszeichnung absolviert, beendete das Gesangsstudium mit dem Diplom für Lied und Oratorium, sowie dem Abschluss in der Opernklasse. 1982 wurde sie erste Preisträgerin beim VDMK-Wettbewerb im Fach Oper. Frau Bart besuchte mehrere Meisterkurse bei Giuletta Simionato und Kammersängerin Sena Jurinac.

Nach dem Studium wurde sie an das Staatstheater Saarbrücken verpflichtet, wo sie sich ein breites Repertoire im Mezzofach ersang. Ihr zweites Engagement brachte sie an das Stadttheater in Bern. 1987 engagierte sie Eberhard Wächter an die Volksoper in Wien, wo sie mit der Rosina aus dem Barbier von Sevilla erfolgreich debütierte, viele weitere Partien von Mozart bis Richard Strauss folgten. Sie gastierte in Österreich, der Schweiz und in Deutschland an zahlreichen Bühnen.

Seit 1990 ist sie freischaffend tätig. Neben ihrer Operntätigkeit gab sie mehrere Liederabende, hatte Rundfunkaufnahmen beim SWR Stuttgart und dem ORF. Die Mezzosopranistin profilierte sich besonders im russischen Liedgut, wo ihr ihre russische Muttersprache zu Gute kam. Herausragend ist eine Rundfunkaufnahme aus dem französischen Liedgut mit dem Cyklus von Olivier Messiaen „Poèmes pour Mi". Sie nahm bei einer Einspielung der Oper Stephen Climax von Hans Zender beim „Steirischen Herbst“ in Graz teil. Zahlreiche Gastspiele folgten in Österreich, Deutschland und Polen im Konzertfach und Oratorium, wo sie unter anderem in Krakau das Altsolo in der 2. Symphonie von Gustav Mahler in der Philharmonie sang. Für das ZDF wirkte sie neben namhaften Solisten in einer Weihnachtsaufzeichnung mit zwei Arien aus dem Weihnachtsoratorium von J. S. Bach mit. Des Weiteren erregte sie in Polen bei einer Fernsehaufzeichnung unter der Leitung von Prof. S. Stuligrosz große Aufmerksamkeit.

Neben ihrer regen Konzerttätigkeit ist sie Dozentin für Gesang und für Didaktik und Methodik in der Gesangspädagogik an der Robert Schumann-Hochschule in Düsseldorf.

Gesamtbild vom Solisten, Chor und Orchester

5KV 626 Langenfeld St. Josef

Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Mozarts Requiem ist ein im besten Sinne kirchliches und doch für seine Zeit durchaus modernes Werk. Kirchlich ist nicht allein die Verwendung liturgischer Melodien und die Anlehnung an die Formen der strengen Kontrapunktik, sondern vor allem das Streben, von Bekanntem, Typischem auszugehen und es erst durch die Behandlung ins Individuelle zu erheben, ferner die knappe Sachlichkeit, die ohne alle Abschweifungen in die reine Musikfreudigkeit stets Dienerin des Wortes bleibt.
Es war ganz verfehlt, wenn manche Kritiker, offenbar unter dem Eindruck der Entstehungsgeschichte des Werkes, ihm Mangel an Einheitlichkeit vorwarfen. Dem widersprechen schon die durchgehenden melodisch-harmonischen Typen, ganz abgesehen von der Einheit der Stimmung. Immer wieder tritt uns aus der Partitur der Dramatiker Mozart entgegen, nicht im Sinne des Opernkomponisten, sondern in dem Sinne, wie auch Bach in seinen Vokalwerken gelegentlich den Dramatiker hervorkehren.

Mozart hatte recht mit seinem Wort, dass er dieses Requiem für sich schreibe, in weit tieferem Sinne, als es ursprünglich gemeint war: es ist sein eigenstes persönliches Bekenntnis von den letzten Dingen, und die Bestellung von außen gab nur den äußeren Anlass dazu, dass es sich von seiner Seele loslöste. Dass er mit diesem Requiem seiner Zeit aus dem Herzen gesprochen hatte, beweist sein ungeheurer, bis heute stetig wachsender Erfolg.

Das von Mozart unvollendet gebliebene Requiem stellte für seine Frau Constanze ein großes Problem dar. Da der unbekannte Auftraggeber schon ein Honorar bezahlt hatte, war ihre Angst groß, er könne dieses, nach Mozarts Ableben, zurückfordern. So kam sie mit ihren Ratgebern auf den Gedanken, das Vorliegende ergänzen zu lassen und so den Auftraggeber zufrieden zu stellen. Mehrere Musiker hatten sich daraufhin um eine Fertigstellung bemüht, jedoch dann abgelehnt. Schließlich ging der Auftrag an Süßmayer. Er war in letzter Zeit Mozarts Schüler in der Komposition gewesen und hatte die jeweils fertigen Stücke des Requiems mit ihm durchgenommen.
Er war von dem Meister genau in den Gang des Werkes, namentlich was die Instrumentation anlangte, eingeweiht worden, so dass er bei Mozarts bekannter Arbeitsweise wohl ein Bild von dessen Absichten gewinnen konnte, soweit das überhaupt möglich war.

Zahlreiche musikwissenschaftliche Studien sind angestrengt worden, um die Frage aufzuklären, wie es zur Vollendung des Requiems kam. Beantworten lässt sich diese Frage nicht genau. Wie dem auch sei, nehmen wir es als ein großes, reifes Werk von Mozart an.