Hölderlin-Quartett in St. Aposteln

Hölderlin-Quartett

Im Rahmen der „Sonntagsmusik“ in St. Aposteln spielte am 23.7.2006 das Hölderlin-Quartett Mozarts Streichquartett K 589 B-Dur (Allegro-Larghetto-Menuetto-Allegro assai). Die Darbietung der vier jungen Künstler fand bei den zahlreichen Zuhörern und der Presse begeisternden Anklang.



KV 589, Streichquartett Nr. 22 B-Dur
Orchester: Hölderlin-Quartett
Solisten: Rebecca Martin (Violine), Christian Friedrich (Violine), Meike Beyer (Viola), Anton Richard (Violoncello)
Aufnahme am 23.07.2006 in der Basilika St. Aposteln Köln
KV 589, Streichquartett Nr. 22 B-Dur
KV 589, Streichquartett Nr. 22 B-Dur, Allegro
KV 589, Streichquartett Nr. 22 B-Dur, Larghetto
KV 589, Streichquartett Nr. 22 B-Dur, Menuetto
KV 589, Streichquartett Nr. 22 B-Dur, Allegro assai

Hölderlin-Quartett

Hölderlin-Quartett

Die vier herausragenden Musiker des Hölderlin-Quartetts fanden sich im Jahr 2005 zusammen, um das klassische Streichquartettrepertoire auf hohem professionellem Niveau darzubieten.
Das Quartett wählte sich als Namenspatron den deutschen Dichter Friedrich Hölderlin (1770-1843), da sich die vier Musiker der Dicht- und Tonkunst seiner Epoche besonders verbunden fühlen. Künstlerische Impulse erhält das Quartett regelmäßig vom Mandelring-Quartett, von Mitgliedern des Orpheus-Quartetts und des Mannheimer Streichquartetts.
„Differenzierte, feinsinnige Tongebung und mitreißende Spielfreude zeichnet das Spiel der jungen Künstler aus.“

Die Geigerin Rebecca Martin begann ihr Studium bei Prof. Klimkiewicz in Essen und studiert derzeit an der Musikhochschule Düsseldorf bei Prof. Andreas Krecher. Sie gewann erste Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, erhielt den Musikpreis der CDU und den Kunstförderpreis der Stadt Neuss. Sie ist Mitglied der Düsseldorfer Symphoniker und des Gustav-Mahler-Orchesters unter Claudio Abbado.
Christian Friedrich schloss sein Violinstudium bei Prof. Prelle an der Musikhochschule Köln mit der Note „sehr gut“ ab. Er spielte im Gürzenich-Orchester Köln und war auf allen großen Festivals zu Gast. Mit verschiedenen Ensembles hat er zahlreiche CDs bei Naxos und WDR eingespielt und widmet sich auch der historischen Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten.
Die Bratschistin Meike Beyer studierte in der Klasse von Prof. Emile Cantor an der Folkwang-Hochschule Essen. Sie besuchte Meisterkurse bei Prof. Karin Wolf, Prof. Hariolf Schlichtig und Prof. Roland Glassl, spielt als Solobratschistin in der Kammerphilharmonie Hamburg, der Jungen Deutschen Philharmonie und war Mitglied der Stuttgarter Philharmoniker.
Anton Richard, Violoncello, schloss sein Violoncellostudium an der Folkwang-Hoschschule Essen ab. Er war Mitglied des Novalis-Klaviertrios und spielt als freischaffender Musiker in der klassischen Philharmonie Bonn und der jungen Philharmonie Köln.

Rebecca Martin

Rebecca Martin

Rebecca Martin wurde 1982 in Oberhausen geboren und erhielt ihren ersten Violinunterricht im Alter von vier Jahren in Neuss.
Bereits in ihrer Jugend gewann sie 1. Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, konzertierte solistisch mit verschiedenen Orchestern und trat u.a. in Spanien, Frankreich, Großbritanien, Luxemburg, USA, Deutschlandund und Japan auf.
1998 erhielt sie den Musikförderpreis der CDU für ihre Leistungen und wurde 1999 Mitglied der deutschen Streicherphilharmonie. Von 1999 bis 2003 war sie Schülerin von Jens Langeheine (Kölner Musikhochschule), durch den sie Eintritt in die Orchesterakademie-NRW erhielt. Im Alter von 19 Jahren wurde ihr der begehrte Kunstförderpreis der Stadt Neuss zugesprochen.
Nach dem Abitur nahm sie 2003 ihr Violinstudium an der Folkwang-Hochschule Essen bei Prof. Jacek Klimkiewicz auf. Sie spielte im Altstadtherbst-Festival Orchester, in der klassischen Philharmonie Bonn und war Gast bei den internationalen Musiktagen in Hofheim. Seit 2004 ist sie Mitglied des Vox Artis Philharmonic Orchstra und seit 2006 des Gustav-Mahler Orchesters.
Zur Zeit hat Rebecca Martin eine Substitutenstelle bei den Düsseldorfer Symphonikern inne. Seit 2005 setzt sie an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf bei Prof. Andreas Krecher ihr Violinstudium fort. Darüber hinaus besucht sie regelmäßig Meisterkurse bei renommierten Geigern im In- uns Ausland. Sie konzertierte mit namhaften Musikern wie Boris Pergamenschikov, Sabine Meyer, Kolja Blacher, Boris Bloch und spielte unter der Leitung von Heinrich Schiff, Hans Martin Schneidt, Michail Jurowski, Jürgen Kussmaul und Johannes Goritzki. CD, DVD und Fernsehproduktionen runden ihre musikalischen Aktivitäten ab.

Christian Friedrich

Christian Friedrich

Christian Friedrich, geboren 1972, erhielt seinen ersten Violinunterricht im Alter von 12 Jahren bei Franka Nippes in Leverkusen. 1990 wechselte er zu Prof. Johannes Prelle, bekam bei ihm zunächst privat später als Jungstudent an der Kölner Musikhochschule Unterricht. Christian Friedrich war 2. Preisträger des deutschen Orchesterwettbewerbs 1992. Im gleichen Jahr nahm er sein Violinstudium an der Musikhochschule Köln bei Prof. Johannes Prelle auf, welches er mit der Note „sehr gut“ abschloss.
Neben dem Violinstudium nahm er regelmäßig an Kammermusik- und Meisterkursen u.a. bei Prof. Ulrike Dierick, Prof. Antje Weithaas und Prof. Stefan Pichard teil. In der Spielzeit 1998/99 war er Mitglied des Gürzenich Orchesters Köln und ist seit 2000 freischaffender Musiker. Er ist ständiges Mitglied des Kölner Kammerorchesters, des Altstadtherbst-Festival Orchesters und der klassischen Philharmonie Bonn. Er war 1. Stimmführer der Sinfonietta Köln und spielte im Neusser Kammerorchester. Regelmäßig hat er Gastspiele in den großen Konzert- und Opernhäusern Europas, Tourneen führten ihn auch in die USA. Als Mitglied des „neuen Orchesters“ ist ein Schwerpunkt seiner musikalischen Tätigkeit die historische Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten.
Christian Friedrich spielte bei den Schwetzinger Festspielen, bei den Tiroler Festspielen und beim Bach-Fest in Leipzig. Zahlreiche CD-Produktionen bei Naxos, Capriccio und beim WDR, sowie Fernsehproduktionen dokumentieren sein musikalisches Schaffen.

Meike Beyer

Meike Beyer

Meike Beyer wurde 1979 in Köln geboren und erhielt mit 13 Jahren den ersten Geigenunterricht zunächst privat und dann an der Rheinischen Musikschule Köln. Nach dem Abitur wechselte sie zur Bratsche, deren Klang sie nachhaltig faszinierte und wurde von Gerhard Dierig (Gürzenich- Orchester Köln) unterrichtet. Seit 2000 studiert sie in der Klasse von Prof. Emile Cantor an der Folkwang Hochschule Essen (Künstlerische Instrumentalausbildung und Instrumentalpädagogik). Sie besuchte Meisterkurse bei Karin Wolf, Hariolf Schlichtig und Roland Glassl und erweitert mit ihrer Pianistin Aya Hara regelmäßig ihr Konzertrepertoire.
Neben der Kammermusik gilt ihr besonderes Interesse dem Orchesterspiel – nach ersten Erfahrungen beim Landesjugendkammerorchester NRW und bei der Internationalen Orchesterakademie in Bayreuth ist Meike Beyer zur Zeit Mitglied und Solobratschistin der Kammerphilharmonie Hamburg, der Jungen Deutschen Philharmonie und des Deutschen Barockorchesters. In der Spielzeit 2003/04 absolvierte Meike Beyer ein Praktikum bei den Stuttgarter Philharmonikern.

Anton Richard

Anton Richard

Anton Marcel Richard wurde 1967 in Köln-Lindenthal geboren. Von 1984 bis 1987 war er Jungstudent an der Kölner Musikhochschule bei Prof. Bauer. Nach dem Abitur am Georg-Büchner-Gymnasium in Köln-Weiden begann er das Violoncellostudiums an der Folkwang-Hochschule Essen, bei Jürgen Wolf (Solocellist Düsseldorfer Oper a.D.). 1991 wurde er zu einem Auslandsstudium am Rimskij-Korsakov-Konservatorium in St. Petersburg bei Prof A.P. Nikitin eingeladen. Ein Jahr später wurde er Mitglied im Vcl.-Ensemble St. Petersburg. Von 1993-1995 setzte er das Studium bei Oleg Sendetzki (Solocellist des Marinskij-Theater in St. Petersburg) fort, mit dem er heute als Celloduett konzertiert. Außerdem konnte er als Cellist im Kammerorchester „Solisten St. Petersburg“ unter der Leitung von M. Gantwarg konzertieren.
Nach dem Künstlerischer Abschluss 1995 an der Folkwang-Musikhochschule Essen erfolgten Aushilfsstellen bei den Luxemburger Symphonikern, freiberufliche Tätigkeiten bei der „Klassischen Philharmonie Bonn“ (1996-2001) und intensive kammermusikalische Aktivitäten mit dem Novalis-Klaviertrio, dem Sirin-Klarinettentrio und mit anderen Ensembles. Nach einer einjährigen Arbeit in einem ostdeutschen Orchester, nahm er seine kammermusikalischen und solistischen Tätigkeiten in Köln wieder auf. Mit dem „Cologne New Philharmonic Chamber Orchestra“ gastierte er als Solist in England, Schottland, Luxemburg und der Schweiz. Seit November 2004 nimmt er an Projekten des Kölner Kammerorchesters teil.

KV 589 Hölderlin-Quartett St. Aposteln

Die letzten 3 Quartette verdanken ihre Entstehung der Reise, die Mozart 1789 mit Fürst Lichnowsky nach Berlin und Potsdam machte, wo er König Wilhelm den zweiten Von Preussen traf. Von dieser Reise kehrte er im Juni zurück, und um Ende des Monats war K 575 geschrieben. Es ist nicht bekannt, ob der König wirklich eine Serie Quartettebestellte, oder ob Mozart einfach beschloss, sie zu komponieren in der Hoffnung aufeine angemessene Vergütung als Anerkennung für eine Widmung.
Vermutlich hat Mozart das erste Quartett dem König geschickt und hat dafür 100 Friedrichs`or und eine goldene Tabakbüchse erhalten. Es ist nicht bekannt, ob die beiden anderen Quartette K 589 und 590, nach Potsdam geschickt wurden. Diese wurden im Mai und Juni 1790 geschrieben und nicht ohne Schwierigkeiten. Friedrich Wilhelm war selbst ein Cellist und verlangte interessante, gehaltvolle Cellostimmen. In frühen 7 Quartetten hatte Mozart einen reinen Quartettstil entwickelt, der die Hervorhebung einzelner Stimmen ausschloss. Das musste er nun ändern. Um aber die nötige Symmetrie zu wahren, fand er es nötig, auch der Viola und sogar der 2. Violine eine gewisse Prominenz zu geben. Das Ergebnis war eine Abweichung vom reinen Kammermusikstil und ein mehr konzertierendes Element, allerdings in Formen, die er selbst geschaffen hat- ein gutes Beispiel für Mozarts Fähigkeit aus einer gegebenen Beschränkung etwas Neues zu entwerfen, wobei der Zwang der Umstände die künstlerische Erfindung beflügelt.

Quelle: Sadie, Stanley „Mozart´s String Quartets“ in: Mozart Streichquartett B-Dur KV 589, Eulenburg – Taschenpartitiur Nr. 26, 1968 London