KV 492, Oper "Die Hochzeit des Figaro"
Solisten: Alina Wesselowski (Klavier), Dimitri Wesselowski (Klavier)
Aufnahme an 19. Oktober 2018 in der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Aachen

KV 492, Oper "Die Hochzeit des Figaro", Ouvertuere

KV 492 Chemnitz Kreuzkirche

W.A. Mozart Ouvertüre zu „le nozzze di Figaro“ KV 492

Ein weiterer Meilenstein der deutschsprachigen Oper erlebte am 1. Mai 1786 im Wiener Burgtheater unter Leitung des Komponisten seine Uraufführung: „Le nozze di Figaro“. Da Ponte, Librettist dieser Opera buffa, griff auf eine Komödie von Beaumarchais zurück. Neben „Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“ gehört „Le nozze di Figaro“ zu den ersten Opern der Musikgeschichte, die nie aus dem Repertoire verschwanden. Neuartige musikalische Form, charakteristische Motive und eine so raffinierte wie feinsinnige Verzahnung von Text und Musik zeichnen diese Oper aus, die „menschliche Wirklichkeit in einem früher und später nicht geahnten Maß durchsichtig“ macht (Stefan Kunze). Und mit der Ouvertüre ist ihr ein Meisterwerk von knappem Format vorangestellt. Man könnte sie eigenständig nennen, denn – anders als üblich – nimmt sie kein einziges Motiv der Oper vorweg. Und doch ist es die perfekte atmosphärische Einstimmung auf das Bühnenwerk.

KV 492, Ouvertüre zur Oper „Figaros Hochzeit“
Orchester: Netzwerkorchester V
Leitung: Domonkos Héja
Aufnahme in der Kreuzkirche Chemnitz am 4. Mai 2013
KV 492, Ouvertüre zur Oper „Figaros Hochzeit“

KV 492 Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf

Le nozze di Figaro
Inhaltsangabe

1. Akt

Wir befinden uns in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts in Amerika. Schlösser sind riesigen Bürotürmen gewichen, die Größe und Macht symbolisieren. In einem davon spielt unsere Geschichte: ein Wolkenkratzer eines Öl-Imperiums in Texas.
Der Firmeninhaber und Multimillionär Almaviva ist von seiner Frau gelangweilt und sucht nach Abwechslung. Er hat es ausgerechnet auf Susanna abgesehen, die heute mit ihrem Zukünftigen, einem Arbeitskollegen aus einer anderen Abtei- lung, auf den sie schon seit längerem ein Auge geworfen hat, ihre Hochzeit feiern möchte. Großzügig wurde von Almaviva ein ehemaliges Besprechungszimmer zu einem Schlafzimmer für Figaro und Susanna umfunktioniert. Die Absicht des Chefs durchschaut Susanna: er möchte sie in größerer Nähe bei sich haben. Dem ahnungslo- sen Figaro wird nun klar, in welcher Nachbarschaft er sich befindet. Susanna soll für gewisse "Dienste" finanziell entschädigt werden. Figaro kocht vor Wut, will seinen Arbeitgeber ihn doch in eine andere Filiale des Unternehmens versetzen, um freie Hand zu haben. Marcellina erscheint mit ihrem Anwalt Bartolo: Figaro hatte finanzielle Schwierigkeiten, lieh sich bei ihr Geld und unterschrieb einen Schuldschein.

Sie fordert Gerechtigkeit. Figaro soll den Vertrag erfüllen: entweder sie heiraten oder das Geld zurückzahlen. Susanna und Marcellina streiten sich. Cherubino kommt zu Susanna ins Zimmer. Er ist ein Praktikant im Unternehmen und sammelt dort erste Erfahrungen in der Berufswelt und - mitten in der Pubertät - auch in der Liebe. Almavi- va kann Cherubino nicht ausstehen, weil er immer den Frauen hinterher ist und ihnen Lieder vorsingt.
Cherubino versteckt sich nun vor dem eintretenden Chef. Dieser macht Susanna, wie immer, an. Draußen hört man Basilio den Chef suchen. Basi- lio tritt ein, Almaviva versteckt sich ebenfalls. Basilio kolportiert Firmentratsch und als Almaviva sich in seinem Versteck nicht mehr halten kann, steht er wütend auf und fragt, was man so in der Firma über ihn spreche. Basilio ist entzückt. Cherubino wird ebenfalls entdeckt. Aus Angst vor weiterem Gerede in der Firma versetzt Almaviva den Praktikanten Cherubino in die Army.

KV 492, Le nozze di Figaro
Orchester: Junge Kammerphilharmonie NRW
Solisten: Studierende der Opernklasse der RSH Dssd, Marco Vassalli (Gast der Deutschen Oper am Rhein)
Leitung: Prof. Thomas Gabrisch
Aufnahme am 16.03.2005 im Partika-Saal der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf
KV 492, Le nozze di Figaro, 1. Akt
2. Akt

Im Zimmer der Ehefrau Almavivas.
Almavivas Frau Rosina ist wieder einmal alleine. Sie sehnt sich nach Liebe und Wärme. Susanna erscheint und erzählt ihr, wie Almaviva sie für Geld verführen möchte. Figaro kommt hinzu und stellt einen Plan vor, wie alle zu ihrem Recht kommen werden: eine Nachricht von einem Rendezvous seiner Frau soll Almaviva eifersüchtig machen. Außerdem soll ein Date mit Susanna und ihm vereinbart werden. Aber an ihrer Stelle soll Cherubino, verkleidet als Frau, hingehen. Rosina soll nun ihren Mann inflagranti ertappen und die für Almaviva peinliche Situation soll dazu genutzt werden, dass Figaro und Susanna heiraten können und er wieder zu seiner Frau zurückkehrt. Cherubino wird nun verkleidet. Durch die Berührungen der beiden Frauen wird es ihm nun ganz heiß und in einer nicht ganz eindeutigen Situation zwischen Rosina und ihm klopft es an der Tür:
Almaviva steht draußen und wundert sich, dass seine Frau sich in ihrem Zimmer eingeschlossen hat. Schnell wird Cherubino im Schrank versteckt. Eifersüchtig durch das von Figaro geschriebene Fax verdächtigt Almaviva seine Frau, einen liebhaber im Schrank versteckt zu haben und holt mit ihr zusammen Werkzeug, um den Schrank aufzubrechen. Susanna, die vor dem Verschließen der Türen in das Zimmer unbemerkt eingetreten ist, hilft nun Cherubino aus dem Schrank, den er von innen öffnet und sucht nach einem Fluchtweg für ihn: Cherubino springt in letzter Verzweiflung aus dem Fenster auf das nächste Vordach. Susanna selbst geht in den Schrank und versperrt von innen. Almaviva kommt mit seiner Frau zurück, öffnet den Schrank und beide sind erstaunt, Susanna zu sehen. Peinlich berührt verzeiht er seiner Frau.
Figaro will nun endlich Hochzeit feiern, aber sein Chef zögert es hinaus.

Almaviva lässt Figaro erkennen, dass er weiß, wer ihm das Fax geschrieben hat, in dem von einem Rendezvous seiner Frau berichtet wurde. Figaro will sich aus der miesen Lage herausschleichen, als der ungeliebte Security-Chef Antonio eintritt. Ein Mann sei aus dem Fenster des Zimmers der Frau Almavivas gesprungen und habe einige Pflanzen ruiniert. Figaro nimmt die Schuld auf sich. Er sei gesprungen. Doch Antonio glaubt ihm nicht und hält ihm den Einberufungsbescheid Cherubinos zur Army unter die Nase, das dieser beim Sprung verloren hatte. Figaro stellt fest, dass der Stempel darauf fehle und er das Schriftstück deswegen bei sich gehabt hätte. Almaviva kocht vor Wut.
Nun kommen Marcellina, Bartolo und Basilio herein und fordern die Einhaltung des Vertrages.

KV 492, Le nozze di Figaro
Orchester: Junge Kammerphilharmonie NRW
Solisten: Studierende der Opernklasse der RSH Dssd, Marco Vassalli (Gast der Deutschen Oper am Rhein)
Leitung: Prof. Thomas Gabrisch
Aufnahme am 16.03.2005 im Partika-Saal der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf
KV 492, Le nozze di Figaro, 2. Akt
3. Akt

Im Flur.
Almaviva reflektiert nun diesen wüsten Vormittag. Rosina drängt darauf, ihren Mann zu ertappen. Susanna geht zu ihm und verabredet sich mit ihm. Er ist sofort Feuer und Flamme. Zufällig hört er, wie Susanna zu Figaro sagt, dass er den Prozess schon gewonnen habe. Almaviva schwört Rache. Marcellina hat nun einen Richter beauftragt, Figaro den Prozess zu machen. In dem Streitgespräch wird plötzlich klar, dass Marcellina und Bartolo die Eltern Figaros sind. Marcellinas Liebe zu Figaro schwingt nun um in eine Mutterliebe zu ihrem Kind. Eine Doppelhochzeit wird anberaumt, Almaviva kocht vor Wut.
Susanna und Rosina schreiben nun einen genauen Ort des Rendezvous auf. Mit einer Nadel wird der Brief verschlossen. Diese Nadel soll als Empfangsbestätigung an Susanna zurückgesendet werden.
Misswillig gibt Almaviva in der Mittagspause anlässlich der Hochzeit zwischen Figaro und Susanna sowie zwischen Bartolo und Marcellina einen aus. Eine rechte Stimmung will nicht aufkommen. Susanna spielt nun Almaviva den Brief zu. Er öffnet ihn und sticht sich mit der Nadel in den Finger, was Figaro beobachtet und er bissig Susanna erzählt. Almaviva liest den Brief und ist wie aus dem Häuschen vor Freude. Großzügig will er am Abend ein Barbecue aus Anlass der Hochzeit spendieren.

KV 492, Le nozze di Figaro
Orchester: Junge Kammerphilharmonie NRW
Solisten: Studierende der Opernklasse der RSH Dssd, Marco Vassalli (Gast der Deutschen Oper am Rhein)
Leitung: Prof. Thomas Gabrisch
Aufnahme am 16.03.2005 im Partika-Saal der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf
KV 492, Le nozze di Figaro, 3. Akt
4. Akt

Auf der Dachterrasse.
Barabarina, die Mitarbeiterin aus der PR-Abteilung, hinter der Almaviva auch her war, hatte den Auftrag bekommen, die Nadel des Briefes an Susanna zurückzubringen, diese nun aber verloren. Figaro tritt mit seiner Mutter auf und gibt Barbarina eine Nadel. Sie ist glücklich und erzählt unverblümt von dem Date zwischen Almaviva und Susanna. Da Figaro den neuen Plan nicht kennt, will er sich an Susanna rächen. Marcellina beruhigt ihren Sohn. Sie glaubt an die Treue ihrer Schwiegertochter. Beide verstecken sich im Partyzelt. Figaro ist wie wahnsinnig: in jedem Gast der Party sieht er einen potentiellen Rivalen. Susanna und Rosina treten in vertauschten Kleidern auf. Figaro beobachtet sie. Rosina ist nun auf Position, um ihren eigenen Mann in Kleidern Susannas zu treffen und sich von ihm verführen zu lassen, als sie von Cherubino für Susanna gehalten wird. Das bringt Unruhe in die geplante Intrige. Almaviva kommt.

In der Dämmerung kommt es zu einem Durcheinander, bis Almaviva sich endlich mit seiner Frau, die er immer noch für Susanna hält, alleine fühlt. Nun geht er ran und verführt sie. Figaro springt dazwischen, und warnt, es kämen Leute. Almaviva und Rosina flüchten in verschiedene Richtungen. Susanna, immer noch als Rosina verkleidet, trifft auf Figaro, der Rotz und Wasser heult. Sie macht sich einen Spaß mit ihm, verstellt ihre Stimme als Rosina und sagt, dass man sich für das Geschehene rächen soll. Figaro erkennt aber, dass es Susanna ist, macht sich selbst einen Spaß mit ihr und fängt nun an, die vermeintliche Frau Almavivas zu verführen. Susanna wird eifersüchtig und schlägt auf ihren Mann ein. Es kommt zur Versöhnung zwischen den beiden. da Figaro seiner Frau sagt, sie absichtlich angemacht zu haben, da er sie an ihrer Stimme erkannt hatte.
Die letzte Intrige soll Almaviva nun überführen: Susanna spielt seine Ehefrau, Figaro deren Liebhaber in eindeutiger Stellung. Susanna ver- schwindet, Almaviva fängt Figaro, ruft Leute zusammen und zieht aus dem Partyzelt die sich im Versteck befindenden Frauen heraus. Susanna spielt die ertappte Ehefrau, bis alle um Vergebung bitten.
Da tritt Rosina selbst auf: Almaviva erkennt die Täuschung und ringt sich zu einer Verzeihung durch.
Der tolle Tag endet in einem allgemeinen Unverständnis.

Text: Torsten Schröder 2005

KV 492, Le nozze di Figaro
Orchester: Junge Kammerphilharmonie NRW
Solisten: Studierende der Opernklasse der RSH Dssd, Marco Vassalli (Gast der Deutschen Oper am Rhein)
Leitung: Prof. Thomas Gabrisch
Aufnahme am 16.03.2005 im Partika-Saal der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf
KV 492, Le nozze di Figaro, 4. Akt




Die Kraft des Wortes

Solisten: Maria Popa (Mezzosopran), Monika Rydz (Sopran), Hubert Walawski (Tenor), Thea Hummel (Rezitation), Ville Enckelmann (Klavier)
Aufnahme am 6. März 2016 in St. Andreas, Düsseldorf

KV492, aus Oper Le nozze di Figaro , Arie des Cherubino „Voi, che sapete“ - Maria Popa




KV 492 Kammerspiele München

Kammerspiel Inszenierung: Figaros Hochzeit

Figaro und Susanna wollen heiraten. Figaros mächtiger Arbeitgeber Der Graf will das verhindern: Er hat an Susanna einen Narren gefressen und mochte sie für sich haben. Was Figaro und Susanna anstellen, um dennoch zueinanderzukommen, ist die Geschichte dieser Oper.
Um diese Handlung im eigentlichen Sinne geht es heute Abend nicht. Stattdessen beschäftigt sich das Opernhaus der Kammerspiele wie bei all seinen Aktivitäten mit Musik und damit, einen eigenen, aus der Musik von Mozart hervorgehenden Klang zu finden. Wie kommt ein Ton zustande und wie entwickelt ein Ensemble mit ganz verschiedenen Fähigkeiten und Erfahrungen einen Klang, der eigenständig und direkt ist und der mozartschen Musik auf Augenhöhe begegnet?
An erster Stelle bringt der Abend eine Gruppe von Menschen zusammen, die im gemeinsamen Musizieren einen Weg finden, miteinander umzugehen. Und die unter Beibehaltung ihrer Verschiedenartigkeiten ein oder zwei oder vielleicht auch mehr glückliche Momente schaffen. Ob das heißt, dass die Revolution im angeblichen Revolutionsstück "Figaro" nicht stattfindet? Oder gerade doch?

Quelle: Programmheft zur Veranstaltung >>> MUKA_Abendprogramm_FIGARO_Ansicht.pdf

weitere Inhalte im Programmheft:
- ein Gespräch mit David Marton
- Fragen an das Ensemble
- Biografie David Marton
- Mitwirkende

KV 492, Figaros Hochzeit
Inszenierung: David Marton
Aufnahme: 11. Juni 2016, Kammerspiele München
KV 492, Figaros Hochzeit, Gesamtfassung (Dauer: 2h14m)