KV 588 Kreuzkirche Chemnitz

„Wieder ein vortreffliches Werk von Mozart“, kündigte der Wiener Korrespondent des Weimarer "Journal des Luxus und der Moden" im März 1790 an. Schaut man auf die Handlung, dann ist das „Vortreffliche“ gar nicht leicht zu verdauen. Einen „moralischen Scherbenhaufen“ nennt der Journalist Peter Jungblut jenes Feld, das der zynische Don Alfonso erhellt, indem er Ferrando und Guglielmo eine fatale Wette anbietet. Die jungen Offiziere sind mit den Schwestern Fiordiligi und Dorabella verlobt und sollen, als Fremde verkleidet, die Treue ihrer Frauen prüfen. Der Ausgang dieses Experiments ist bekannt. Die Frauen erliegen den Verführungen, Ferrando und Guglielmo verlieren die Wette und machen sich mit ihrem „erfolgreichen Tun“ selbst zu ernüchterten Verlierern.
Die Modernität und Provokation des Librettos hatte Mozarts Oper „Così fan tutte“ (zu Deutsch: So machen’s alle), die 26. Januar 1790 im Wiener Burgtheater uraufgeführt wurde, schnell Kritik eingebracht. Erst im 20. Jahrhundert wurde KV 588 an die Seite von Mozarts bedeutendsten Opern gerückt. „Mozarts lakonisches, illusionsloses und dennoch nicht sarkastisches Menschenbild macht die Oper zu einer der vielschichtigsten Tragikomödien der Musikgeschichte“, ist man sich am Theater Plauen-Zwickau sicher. Mozarts Musik dürfte seit jeher ihren typischen Zauber entfaltet haben, angefangen mit der knapp gehaltenen, doch gehaltvollen Ouvertüre. Einer langsamen Einleitung folgt ein Presto-Abschnitt mit lustvoll murmelnden Oboen, unheilvollen Akzenten, effektvollen Orchesterwalzen, der den Hörer unweigerlich ins Geschehen zieht.
Text: Karsten Blüthgen



KV 588, Ouvertüre zur Oper `Cosi fan tutte'
Orchester: Netzwerkorchester VI
Leitung: Albrecht Mayer
Aufnahme am 9. Mai 2014 in der Kreuzkirche Chemnitz

KV 588, Ouvertüre zur Oper `Cosi fan tutte'



KV 588 Stadthalle Langenfeld

Cosi fan tutte - die Oper über die Flatterhaftigkeit der Frauen wurde 1790 uraufgeführt. Texte und Inhalt der Oper bewegen sich im Ironisierenden, Komischen. Im Kontrast dazu steht die mitunter melancholische und dramatische Musik. Cosí fan tutte ist die letzte Oper, die Mozart auf Basis eines Librettos von Lorenzo da Ponte komponiert hat. Handlung und Texte waren schon kurz nach der Uraufführung in der Kritik, und die Oper hat sich erst im 20. Jahrhundert neben den großen Mozartopern Figaro und Don Giovanni behaupten können. Interessanterweise findet sich unter den Kritikern auch Ludwig van Beethoven, in dessen Fidelio dennoch der Einfluss von Cosi fan tutte erkennbar ist.



KV 588, Ouvertüre aus Oper `Cosi fan tutte'
Orchester: Concerto Langenfeld
Leitung: Ernst von Marschall
Aufnahme am 12. Oktober 2013 in der Stadthalle Langenfeld (Rhld.)
KV 588, Ouvertüre aus Oper `Cosi fan tutte', Andante



Die Kraft des Wortes
Solisten: Maria Popa (Mezzosopran), Monika Rydz (Sopran), Hubert Walawski (Tenor), Thea Hummel (Rezitation), Ville Enckelmann (Klavier)
Aufnahme am 6. März 2016 in St. Andreas, Düsseldorf

KV588, aus Oper Così fan tutte, „Prenderò quel brunettino“ - Monika Rydz, Maria Popa