St.Joseph, Köln-Dellbrück



Das von Dr. Roman Salyutov in der Kath. Kirche St. Josef geleitete Konzert, mit Werken von Mozart und Beethoven, wurde von Publikum begeistert angenommen. Die gute Stimmung in der vollbesetzten Kirche war spürbar.
Salyutov gibt in seinen Aufführungen jungen, begabten Künstlern (Solisten und Aushilfen) die Möglichkeit, wertvolle Konzerterfahrungen zu sammeln.



KV 183, Sinfonie Nr. 25 g-moll
Orchester: Kammerorchester Bergisch Gladbach e.V.
Leitung: Dr. Roman Salyutov
Aufnahme am 22. Juni 2014 in der Kirche St. Joseph, Köln-Dellbrück

KV 183, Sinfonie Nr. 25 g-moll
KV 183, Sinfonie Nr. 25 g-moll, Allegro con brio
KV 183, Sinfonie Nr. 25 g-moll, Andante
KV 183, Sinfonie Nr. 25 g-moll, Menuetto
KV 183, Sinfonie Nr. 25 g-moll, Allegro


KV 417, Horn-Konzert Es-Dur
Orchester: Kammerorchester Bergisch Gladbach e.V.
Solisten: Marc Christian Gruber (Horn)
Leitung: Dr. Roman Salyutov
Aufnahme am 22. Juni 2014 in der Kirche St. Joseph, Köln-Dellbrück

KV 417, Horn-Konzert Es-Dur
KV 417, Horn-Konzert Es-Dur, Allegro maestoso
KV 417, Horn-Konzert Es-Dur, Andante
KV 417, Horn-Konzert Es-Dur, Rondo

KV 183 St. Joseph, Köln-Dellbrück

Die Sinfonie g-moll KV 183 wurde im Herbst 1773 vollendet, als Mozart als erzbischöflicher Konzertmeister in Salzburg tätig war. Dieses Werk eröffnet seinem sinfonischen Schaffen ein neues Kapitel lässt die innere Welt des damals noch ganz jungen Komponisten tiefer begreifen.
Das ist Mozarts erste Sinfonie in einer Moll-Tonart, wobei gerade die Tonart g-moll bei ihm in Verbindung mit dem Ausdruck von Leidenschaft, Leid und Schmerz charakteristisch ist. Nicht zufällig steht seine vorletzte, die berühmte Sinfonie No. 40 KV 550 auch in dieser Tonart, was eine inhaltliche Überbrückung zwischen diesen beiden Werken aufweist und von einer Entwicklung der entsprechenden Ideen und Bildern markant zeugt.

Bereits der Anfang des ersten Satzes (Allegro con brio) – das klar gestaltete viertönige Motiv g – d – es – fis – sorgt für spürbare dramatische Aufregung, deren Intersität überhaupt mit wenigen Werken Mozarts zu vergleichen ist. Ein Unisono der Streicher mit Oboen verleiht der Musik einen hohen Grad der Konzentration und Aussagekraft. Die stürmischen ersten vier Takte werden danach tutti (mit vier Hörnern!) entwickelt und emotional gesteigert, bis durch ein subito piano ein Kontrast auftritt, und auf dem Hintergrund der leise pulsirenden Viertel in den Streicher die Oboe-Stimme – einsam und etwas verloren – im oberen Register schwebt.
Mithilfe einer eingeschänkten, sogar eher kammerartigen Besetzung schafft Mozart eine äußerst klangfarbenreiche Partitur, wobei dazu noch seine Meisterschaft zählt, lebendige Dialoge zwischen einizelnen Intermentengruppen zu gestalten. Einen derartigen, unglaublich rührenden Dialog zwischen den ersten Violinen einerseits und den zweiten Violinen und Bratschen andererseits erlebt man nach dem kraftvollen Andrang in der Durchführung: leise und klagend klingen zahlreiche Seufzer-Motive, bittend, flehend – und werden vom fieberhabt drängenden viertönigen Anfangsmotiv abgelöst. Die höchste Aufregung herrscht bis zum ganzen Schluss Ton des Satzes und lässt hinter sich nach dem abrupten letzten Ton eine besondere Stille erleben – wie nach einem vorbeigezogenen Sturm.

Im zweiten Satz (Andante) schafft Mozart einen Kontrast: mäßig und getragen entfaltet sich das Thema in den Streichern, die seelische Ruhe durchdringt diese Musik und am Ende jedes Teils erleuchtet zart die obere Kante der Faktur durch die schwebenden Einsätze der Oboen. Außerdem schreibt der Komponist den ersten und zweiten Violinen den Gebrauch von Sourdine (Dämpfer) vor, was für einen besonders leichten und geheimnisvollen Klang sorgt.

Der dritte Satz (Menuetto) lässt die Leidenschaft des ersten Satzes allmählich zurückkehren. Durch die häufigen dynamischen Kontraste, die klare rhythmische Linie sowie die Rückkehr der Haupttonart g-moll erlangt die Musik wieder eine strenge dramatische Konzentration. Gegensatz dazu stellt das Trio dar – nur mit den Bläsern besetzt, etwas volkstümlich, eine Art leicheter Straßenmusik, die für einige Momente die Aufmerksamkeit vom sich steigernden dramatischen Geschehen ablenkt.

Im Finale (Allegro) erlebt man eine hinreißende Entwicklung. Schritt für Schritt entfaltet Mozart das thematische Material aus den ersten acht Takten, das wieder zuerst von den Streichern unisono vorgetragen wird. Kaum kann jemand von überwältigenden Kontrasten ungrührt bleiben: Unruhe, die zittern und das Herz schneller pochen lässt, gewaltige Ausbrüche von Enegie, Verzweilung, Hoffnung – und wieder unaufhaltbarer Puls der Dramatik. In keinem Ton – sei es auch in piano – spürt man Ruhe. Mozart, damals erst 17 Jahre als, hat in seiner Sinfonie eine unfassbare Bandbreite von emotionalen Zuständen und Bildern wiedergegeben, die man nicht künstlisch zu modellieren vermag: eine derartige Musik kann nur von demjenigen geschaffen werde, der all’ das selbst innerlich empfunden hat. Möge uns dieses ungewönliche, heutzutage noch ganz ungerecht im Schatten stehende Werk Mozarts Seele noch tiefer begreifen lassen.


KV 417 St. Joseph, Köln-Dellbrück

Das Hornkonzert Es-Dur KV 417 entstand 1783, als Mozart in Wien freischaffend wirkte, und wurdet (wie auch seine die anderen Hornkonzerte) für den Hornisten Joseph Leutgeb (1732–1811) geschrieben.
In dieser Musik lassen sich verschiedene bewundernswerte Eingeschaften des Horns genießen – von schöner Kantilene bis zu virtuosen Tonabfolgen. Darüber hinaus fungiert das Horn aufgrund seiner klanglichen Eingeschaften unten den Orchesterstimmen immer als Bindenglied zwischen Streichern und anderen Bläsern, was für eine ständige Ausgewogenheit der Partitur sorgt.

Im ersten Satz (Allegro maestoso) erlebt man einen Sonatenhauptsatzform mit mehreren Themen. Nach einer Orchester-Einleitung wird die Führung vom Solisten übernommen, dessen Part das ganze thamtische Material klanglich in besonderer Weise aufblühen lässt.
Als Orchesterbesetzung benutzt Mozart nur Streicher, zwei Oboen und zwei Hörnen, wobei während der solistischen Einsätze hauptsächlich nur die Streicher klingen. Eine dialogartige Entwicklung zeichnet den Satz aus: mal einander ergänzend, im Einklang stehend, mal aber kontrastreich „sprechen“ miteinander der Solist und das Orchester. Die seelische Ausgeglichenheit ist für diese Musik maßgebend, und nur für kurze Augenblicke in der Durchführung wird es etwas nachdenklicher und melancholischer.

Der zweite Satz (Andante) kann man als kleines lyrisches Intermezzo bezeichnen. Als gesangsvolles Instrument kommt das Horn hier ideal zur Geltung und gestaltet eine Art Arie – ohne Text, ohne ein einziges Wort, aber dafür braucht man wohl keine verbale Sprache, denn diese Musik, diese wunderschöne Melodie, voller Erlösung und Vergebung, spricht alle Herzen unmittelbar an.

Bereits vom ersten Ton des dritten Satzes an (Rondo) lässt sich unaufhaltbare freudige Enegie spüren. Die Freunde sprüht buchstäblich aus den Themen des Finales, verbunden mit viel Humor und Leichtigkeit. Zahlreiche Ausrufe im Solo-Part erinnern an die Klänge des Jagdhornes. Der Solist und das Orchester gestalten zusammen ein farbenreiches Klandbild, in dem neben dem Tänzerischen auch das Lyrische zum Ausdruck kommt. Ganz vor dem Schluss sind auch einige Momente der Stille zu erleben, als hätte man etwas angehalten und nachdenklich zurückgeblickt... Und um so beeindruckender erklingt das letzte Piu Allegro, in dem das Hauptthema, begleitet von den fanfarenartigen Figuren im Orchester, vom Solisten mit voller Energie in einer dynamischen Steigerung hervorbracht wird und das ganze Werke im höchst freudigen beflügelnden Ton abschließt.


Kammerorchester Bergisch Gladbach

Kammerorchester Bergisch Gladbach

Das Sinfonieorchester Bergisch Gladbach e.V. wurde 1968 als Kammerorchester Bergisch Gladbach e.V. gegründet (Umbenennung 2015). Es verbindet musikbegeisterte Liebhaber verschiedener Altersgruppen aus vielen Städten von Düsseldorf bis Köln, die Freude am gemeinsamen Musizieren und Konzertieren haben.
Aus einem kleinen Kreis hat sich das Orchester zu einem Kollektiv entwickelt, dessen Stammbesetzung sich zurzeit auf über 40 Mitglieder – Streicher und Holzbläser – beläuft. Je nach Programmen werden Blechbläser und andere Instrumentalisten zusätzlich engagiert.
Die erfolgreichen Dirigenten des Orchesters waren Helmut Zernack, Manfred Klink und Dr. Stefan Kames. Seit dem Jahreswechsel 2012/2013 wird es von Dr. Roman Salyutov geleitet.
Das Repertoire des Orchesters reicht von Kompositionen älterer Meister bis in die Moderne und wird durch viele hochkarätige Werke der Weltsinfonik immer weiter bereichert. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Zusammenarbeit mit jungen Solisten, denen dadurch wichtige Konzerterfahrungen ermöglicht werden.
Heute hat sich das inzwischen beeindruckend groß gewordene Orchester zu einem der Besten seiner Klasse entwickelt und nimmt einen markanten Platz im Kulturleben der Region ein. Im Orchester spielen auch Profis, die gerne Mitglieder werden und ihre wertvollen Erfahrungen mit sich bringen. Immer neue Engagements führen das Orchester in verschiedene große Konzertsäle im Rheinland.


Marc Christian Gruber

Marc Christian Gruber

Marc Christian Gruber, geboren am 24. Mai 1993, kam im Alter von 3 Jahren über das Jagdhorn zum Waldhorn und erhielt bereits ab dem 4. Lebensjahr Hornunterricht, seit 2005 zusätzlich Klavierunterricht.
Seit 2003 erhielt er stets Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und war jeweils Preisträger in den Bundeswettbewerben in Solo-, Duo-, wie auch im Ensemblekategorien.
Ab 2004, schon in Orchestern tätig, wurde er 2007 Mitglied des Landesjugendorchesters NRW, 2009 dessen Solohornist. Mit dem Landesjugendorchester führten ihn bereits viele Konzertreisen durch etliche Länder Europas, u.a. Ungarn, Kroatien, Portugal und Frankreich. Marc ist seit dem Wintersemester 2009/2010 als Jungstudent an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf bei Prof. Joachim Pöltl eingeschrieben.
2011 errang er, wie bereits 2009 und 2010, im Auswahlwettbewerb für Bundespreisträger „WESPE“ den Sonderpreis des Bundesministeriums für Jugend und Familie für die beste Interpretation eines Werkes einer Komponistin. (2011 für die beste Interpretation eines Werkes der verfemten Musik)
Im Jahr 2010 bekam er zudem ein Stipendium der „internationalen Musikakademie Frankfurt“ für „Moderne Musik“ und einen einwöchigen Meisterkurs mit deren Dozenten. Beim Südwest-deutschen Kammermusik-Wettbewerb der Stadt Bad-Dürkheim, dem „Karel-Kunc-Musikpreis“, erhielt er den 1. Preis in der Duo-Kategorie sowie den Förderpreis der VR Bank Mittelhaardt eG für die beste Darbietung des gesamten Wettbewerbs einschließlich Höchstpunktzahl.
Im Frühjahr 2011 gewann er als erster Blechbläser den Förderpreis „Debut um elf“. Kurze Zeit danach führte er mit den „Düsseldorfer Symphonikern“ im Rahmen des Preisträgerkonzertes eines Hochschulwettbewerbs das 2. Hornkonzert von Richard Strauss auf.
Im Mai 2011 gewann er den JugendMusiziert-Förderpreis der Sparkassen für herausragende Leistungen im Landeswettbewerb. Im selben Monat nahm er an einem Meisterkurs bei namhaften Hornisten, wie Hermann Baumann, Erich Penzel und Christian Lampert teil. Im Oktober 2011 erhielt er den Förderpreis des Rotary Clubs Wesel/Dinslaken für besonderes soziales Engagement und herausragende musikalische Leistungen.
Seit Januar 2012 ist er festes Mitglied Bundesjugendorchesters und seit kurzem dessen Solohornist. Seit dem Wintersemester 2012 ist er an der Hfmt Köln als Student bei Professor Paul van Zelm eingeschrieben. Im selben Jahr spielte er bereits als Aushilfe im WDR Sinfonieorchester bei der Uraufführung von Paulo de Assis orchestrierten Bearbeitung des „soferte onde serene“ von Luigi Nono mit. Im März 2013 gewann er das Probespiel der European Union Youth Orchestra und ist dort für die Saison 2013/2014 festes Mitglied. In ebendieser Spielzeit ist er weiterhin Stipendiat der renommierten Mozart Gesellschaft Dortmund.


Roman Salyutov

Roman Salyutov, geboren 1984 in Leningrad, hat sich zugleich als Konzertpianist, Dirigent und Musikwissenschaftler (Dr. Phil.) profiliert.
Seine Auftritte führen ihn neben Deutschland auch in die Schweiz, USA, nach Israel, Österreich, Polen, Litauen, Ungarn, Japan, Australien und Neuseeland. Auch für Meisterkurse und musikwissenschaftliche Vorträge wird er eingeladen. Seit 2017 ist er Professor der Internationalen Klavier-Meisterkurse der Franz-Liszt- Gesellschaft in Breslau, Polen. Roman Salyutov ist Chefdirigent des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach, Initiator vieler Kulturprojekte wie beispielsweise jährliche Internationale Kulturtage und das Jugendkulturfestival in Bergisch Gladbach, das erste Deutsch- Israelische Orchester Jachad Chamber Orchestra und die Produktion von Don Giovanni in Bergisch Gladbach. Er setzt sich aktiv für die Intensivierung des internationalen Kulturaustausches ein und ist darüber hinaus 1. Vorsitzender des Musik- und KulturFestival GL e.V.