St. Josef

Probe im Altarraum St. Josef
vor der ev. Erlöserkirche

Die c-Moll-Messe ist ein großartiges Monumentalwerk für Solisten, zwei Chöre und Orchester, das den Rahmen der bisherigen Messkompositionen Mozarts sprengte und eines seiner ehrgeizigsten Werke ist.
Gemeinsam mit der Kantorei der Erlöserkirche und dem Chorensemble "ad libitum", führte der Kirchenchor an St. Josef am 22.03. und 23.03., die Messe in c-moll KV 427, von Wolfgang Amadeus Mozart, auf. Begleitet wurden die Chöre von einem großen Orchester, besetzt mit Mitgliedern der Bergischen und Dortmunder Symphoniker und vier Gesangssolisten. Die Gesamtleitung teilten sich Esther Kim und Matthias Krella.



KV 594, Fantasie f-moll für Orgel 4-händig
Solisten: Esther Kim (Orgel), Matthias Krella (Orgel)
Leitung: Esther Kim, Matthias Krella
Aufnahme am 22. März 2014 in St. Josef, Langenfeld (Rhld)

KV 594, Fantasie f-moll für Orgel 4-händig, Adagio, Allegro


KV 274, Kirchensonate G-Dur
Orchester: Mitglieder der Bergischen und Dortmunder Symphoniker
Leitung: Esther Kim, Matthias Krella
Aufnahme am 22. März 2014 in St. Josef, Langenfeld (Rhld)

KV 274, Kirchensonate G-Dur, Allegro

KV 427 St. Josef, Langenfeld

„....ich habe es in meinem Herzen wirklich versprochen, und hoffe es auch wirklich zu halten .... zum beweis aber der Wirklichkeit meines Versprechens kann die Spart von der hälfte einer Messe dienen, welche noch in der besten Hoffnung da liegt.“ (Brief an den Vater Leopold vom 4. Januar 1783)

Mozart hat über 70 kirchliche Werke komponiert, darunter insgesamt 18 Messen. Der weitaus überwiegende Teil davon entstand in seiner Salzburger Zeit, also im Zeitraum bis 1781. Die meisten Salzburger Kirchenwerke entstanden im Dienste der Salzburger Erzbischöfe. Erzbischof Colloredo liebte lange Messen nicht, vor allem wenn er sie selber zelebrieren musste. Deshalb durften diese Messen nicht länger als höchstens eine dreiviertel Stunde dauern. Dazu muss man allerdings wissen, dass es damals innerhalb der Messe weder eine Predigt noch eine Kommunionspendung an die Gemeinde gab.

Nach seinem Abschied aus des Fürstbischofs Diensten übersiedelte Mozart nach Wien. Dort hatte er mit Kirche und Kirchenmusik nur mehr wenig zu tun. Als freier Künstler schrieb er in erster Linie Serenaden, Sonaten, Klavierkonzerte, Symphonien und Opern.

Trotzdem begann er im Sommer 1782 ohne jeden äußeren Auftrag (jedenfalls ist von einem solchen bisher nichts bekannt geworden) in Wien eine neue Messe zu schreiben. Am 4. August 1782 hatte die Hochzeit von Wolfgang und Constanze Mozart stattgefunden. Am 17. August 1782 schrieb Mozart: „… mit einem Worte wir sind für einander geschaffen – und Gott der alles anordnet, und folglich auch dieses gefüget hat, wird uns nicht verlassen“. An anderer Stelle schrieb Mozart, er habe „in seinem Herzen versprochen, wenn er sie als seine Frau nach Salzburg brächte, dort eine neukomponierte Messe zur Aufführung zu bringen.“

In diesem Gefühl der Frömmigkeit und Liebe begann Mozart mit der Komposition der c-Moll Messe, die er am 26. Oktober 1783 in der Salzburger Peterskirche mit seiner Frau Constanze als Sopran-Solistin aufführen wollte. Da dokumentarische Nachweise für eine Aufführung fehlen, kam es wahrscheinlich gar nicht dazu. Die Messe war möglicherweise als eine Art Votivgabe für Constanze gedacht gewesen. Davon zeugt insbesondere die unvergleichliche Sopranarie Et incarnatus est. Mozart stellte die Messe nicht fertig, was Anlaß für Spekulationen gibt. Ein Grund für ihre Nicht-Fertigstellung mag darin liegen, daß die Josephinischen Kirchenmusik-Reformen es zwischen 1783 und 1790 praktisch keinem österreichischen Komponisten ermöglichten, größer besetzte Kirchenmusik aufzuführen. Ein anderer, dass im Sommer 1783 das erste gemeinsame Kind, Raimund Leopold, am 18. August 1783 bei der Amme in Wien verstorben war (Mozart weilte mit Constanze seit 27. Juli 1783 in Salzburg) und dies die gesamte Familie Mozart in niedergeschlagene Stimmung stürzte. In weiterer Folge hat Mozart das „Kyrie“ und das „Gloria“ der Messe 1785 zu dem Oratorium Davide Penitente umgearbeitet.
Die c-moll-Messe ist ein Monumentalwerk, das den Rahmen der bisherigen Messkompositionen Mozarts sprengte. In jenen Jahren setzte sich Mozart mit den Werken Johann Sebastian Bachs auseinander, die er durch die Vermittlung des Baron Gottfried van Swieten kennenlernte und die eine schöpferische Krise und Überwindung dieser Krise bei Mozart auslösten. Nicht nur Bach steht hinter diesem Werk. Die Italiener des 18. Jahrhunderts erscheinen gleichfalls transfiguriert. Die Fugen am Ende des „Gloria“ und des „Sanctus“ zeigen, in welch hohem Maße Mozart den kontrapunktischen Stil mit eigenem Geist erfüllt hat. Die „Große Messe in c-Moll“ ist Mozarts ehrgeizigste Komposition in dieser Gattung.

Wie sein großes letztes kirchenmusikalisches Werk, das Requiem KV 626, ist auch die Große Messe in c-moll ein Torso geblieben und wurde von Mozart nicht vollendet. Weite Strecken des „Credo“ und das ganze „Agnus Dei“ fehlen.

Das Hauptmerkmal der c-moll-Messe ist ihre stilistische Vielfalt. Das Kyrie beginnt mit fünf Takten Orchestereinleitung. Über einer klagenden chromatischen Abwärtsbewegung der Bässe, dem klassischen ,„Lamento-Gang“, erhebt sich der Ruf der Posaunen (Rufer zum jüngsten Gericht) und führt zum Choreinsatz. Das „Gloria“ hat eine Spieldauer von fast 30 Minuten und ist in der Tradition der einstigen „Kantatenmesse“ in sieben Einzelsätze gegliedert, die folgenden symmetrischen Aufbau erkennen lassen: „Jubelchor“ – Solo – „Schreckenschor“ – Duett – „Schreckenschor“ – Terzett – „Jubelchor“. Das „Qui tollis“ für Doppelchor, in g-moll, mit schwerster Orchesterbegleitung, in breitestem Tempo, ist ganz offenbar in seiner abwärtsziehenden Chromatik entstanden unter der Vorstellung des Erlösers, der unter der Last des Kreuzes und unter Geißelhieben nach Golgatha zieht – es ist ein Satz ebenbürtig dem Kyrie der h-moll-Messe Bachs.“ (Zitat Alfred Einstein) „Zum größten Stein des Anstoßes für Puristen der Kirchenmusik ist das „Et incarnatus“ Mozarts geworden, eine Sopran-Arie mit Streichern, drei obligaten Bläsern und obligater Orgel. Es ist ein Weihnachtsgesang, Vorstellung der Krippe, in der das göttliche Kind liegt, angebetet von der Jungfrau, im Hintergrund die musizierenden Engel; von überwältigender Süßigkeit und Naivität.“ (Zitat Einstein)

Ji-Young Hong

Ji-Young Hong

Die Sopranistin Ji-Young Hong ist in Seoul, Südkorea geboren. Den Bachelor im Hauptfach Gesang erhielt sie an der Ewha Frauen Universität in Seoul. Danach ging sie nach Deutschland und setzte ihr Studium bei Prof. Regina Werner-Dietrich an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig fort, welches sie mit Diplom abschloss. Schon während ihres Studiums arbeitete sie als Chorsängerin an der Oper Leipzig. Danach war sie im Chor der Wuppertaler Bühnen tätig. Seit 2012 ist sie als 2.Sopran Mitglied im Opernchor des Theaters Dortmund. Als Konzertsängerin betreibt sie eine umfangreiche, internationale Konzerttätigkeit u.a. in Seoul, Leipzig, Düsseldorf, Langenfeld.


Thomas Iwe

Thomas Iwe

Der lyrische Tenor Thomas Iwe wurde in Neheim-Hüsten geboren. Schon sehr früh fand er zur klassischen Musik und wurde Mitglied in verschiedenen Chören seiner Heimatstadt, wo er bald auch kleinere Soloparts übernommen hat.
In der Folgezeit begann er eine mehrjährige private Gesangsausbildung bei Anita Richartz-Freitag, Brilon.
Thomas Iwe hat sich in den letzten Jahren zu einem gefragten Lied-, Opern- und vor allem Oratoriensänger entwickelt. Sein breit gefächertes Repertoire, dessen Schwerpunkt hauptsächlich im Bereich der barocken Musik und der Klassik liegt, umfasst auch die Interpretation zeitgenössischer Werke.
Seine künstlerische Tätigkeit führte ihn zu Konzerten und zu verschiedenen Musikfestivals in zahlreiche deutsche Städte sowie ins benachbarte Ausland nach Frankreich und in die Niederlande. Thomas Iwe ist u.a. 2. Preisträger bei dem bundesweiten „Stimmtreff“ in Hamburg.
Neben der umfangreichen Konzerttätigkeit und einigen Fernsehauftritten wirkte er auch bei zahlreichen CD-Aufnahmen mit. Kleinere Opernproduktionen runden seine musikalische Arbeit ab.


Benno Remling

Benno Remling

Benno Remling erhielt seine Gesangsausbildung bei Dietrich Schneider (München), KS William Murray (Houston) und Prof. Carol Richardson (Hannover). Er absolvierte Meisterkurse bei Andrzej Kucharsky und KS Walter Berry.
Von 1998 bis 2003 war am Stadttheater Bremerhaven engagiert und sang dort zahlreiche wichtige Partien des Baß- und Baßbaritonfachs. 2005 bis 2009 war er Ensemblemitglied des Theaters Vorpommern (Stralsund/Greifswald).
Gastengagements führten ihn bisher an die Theater in Hagen, Kaiserslautern, Neustrelitz, an die Kammeroper Schloß Rheinsberg, zu den Eutiner Festspielen und an die Deutsche Oper am Rhein.


Esther Kim

Esther Kim

Esther Kim ist in Seoul (Südkorea) geboren. Mit vier Jahren bekam sie ersten Klavierunterricht. 1984 bis 1990 studierte sie Musikkomposition an der Ehwa Universität in Seoul bei Prof. Byung-Dong Paek und Prof. Doo-Young Sung mit Master Abschluss. 1991 kam sie nach Deutschland und studierte Evangelische Kirchenmusik an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf, 1992 bis 1997 arbeitete sie auch als Assistentin bei KMD Prof. Oskar Gottlieb Blarr. 1998 machte sie ihr staatliches A-Examen mit Auszeichnung und anschließend ihr Orgelkonzertexamen bei Prof. Almut Rößler. Als Kantorin ist Esther Kim seit 1999 an der evangelischen Erlöserkirche in Langenfeld tätig. Neben ihrer Arbeit mit der Kantorei gründete sie im Jahr 2000 den Jugendchor, 2001 den Modernchor und 2009 den Junger Kammerchor. Deren Repertoire reicht vom Barock bis zur modernen Musik, z.B. Jazz und Gospel. In ihrem Kinderchor wächst der Nachwuchs heran. Esther Kim hat an mehreren internationalen Meisterkursen in Dirigieren bei Prof. Lutz Herbig, Sylvain Cambreling u.a., sowie in Orgel-Improvisation bei Daniel Roth u.a. teilgenommen.
2000 improvisierte sie an der Orgel in sieben verschiedenen Kirchen im Rheinland über „Apokalypse - 39 Bilder zur Offenbarung“ von Künstler Uwe Appold. Als Pianistin wirkte Esther Kim 2001/2002 bei dem John Cage Projekt mit.
2003 bis 2010 veranstaltete sie große Orgelprojekte „Kunst der Fuge“ von J. S. Bach u. a. mit Prof. Oskar Gottlieb Blarr. Als Dirigentin und Kantorin leitete Esther Kim in den letzten Jahren u. a. folgende Stücke: Sinfonisches Gospeloratorium „Prince of Peace“ von Ralf Größler, „Der Messias“ von G. F. Händel, „Requiem“ von W. A. Mozart, 2. Sinfonie „Lobgesang“ von F. Mendelssohn-Bartholdy, „Ein deutsches Requiem“ von J. Brahms. Darüber hinaus liegt ihr die ökumenische Arbeit und die Förderung junger Menschen besonders am Herzen.


Matthias Krella

Matthias Krella

Matthias Krella studierte an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf Katholische Kirchenmusik und schloss dieses mit dem A-Examen ab. Seit 1994 ist er Kantor in Langenfeld an der Pfarre St. Josef, seit 1999 Seelsorgebereichskirchenmusiker für die Stadt Langenfeld. In der Kirchenmusik liegen seine Schwerpunkte neben der Tätigkeit als Organist in der Leitung des Kirchen- und Kinderchores und der Kinder- und Jugendchorarbeit. So hat er in Langenfeld neben Kammermusik-, Chor- und Instrumental­konzerten seit einigen Jahren eine eigene Reihe mit Singspielen, Musicals und Kinderkonzerten eingeführt. Seit 2002 CD-Aufnahmen mit Kinderkonzerten in der Reihe „Klassik für Kinder“ im topsound-Verlag mit Cosima Breidenstein, Violine und Matthias Krella, Klavier. Gründung des Chorensembles „Take 8“, Einstudierung von Chorwerken aller Stilepochen. Matthias Krella hat an Orgelmeisterkursen bei Peter Planyawsky, Michael Radulescu, Daniel Roth und Thierry Mechler, sowie an Chorleitungsmeisterkursen bei Prof. Ericson, Prof. Wippermann, Prof. Schuhenn und Prof. Schäfer teilgenommen. Seine Konzerte führen ihn heute als Pianist und Organist, solistisch oder im Ensemble durch Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweden, Polen, Ibiza, Ungarn und Libanon.