Schloss Karlsburg

Foto: Daniel Bollinger

Im November 2014 rief die Junge Philharmonie Karlsruhe (kurz: JuPhKa) eine neue Konzertreihe ins Leben: die Sinfonietta, in der kleinere Werke gespielt werden, die in den großen Arbeitsphasen keine Berücksichtigung finden.
Bei der ersten Sinfonietta standen Werke von Maurice Ravel (Le tombeau de couperin und Pavane pour une infante défunte) und Wolfgang Amadeus Mozart (Sinfonien B-Dur, KV 22 & 319) im Mittelpunkt. Während die Vorbereitung der einzelnen Phasen sich meistens auf ein Jahr im voraus erstrecken, war die Arbeitsphase in diesem Fall enorm kurz: mit nur 3 Proben und einer Generalprobe war es das bis dato kürzeste Orchesterprojekt der JuPhKa.
Bildnachweis: Daniel Bollinger


KV 22, Sinfonie Nr. 5 B-Dur
Orchester: Junge Philharmonie Karlsruhe
Leitung: Georg Köhler
Aufnahme am 10. November 2014 im Schloss Karlsburg, Karlsruhe-Durlach

KV 22, Sinfonie Nr. 5 B-Dur
KV 22, Sinfonie Nr. 5 B-Dur, Allegro
KV 22, Sinfonie Nr. 5 B-Dur, Andante
KV 22, Sinfonie Nr. 5 B-Dur, Allegro molto


KV 319, Sinfonie Nr. 33 B-Dur
Orchester: Junge Philharmonie Karlsruhe
Leitung: Georg Köhler
Aufnahme am 10. November 2014 im Schloss Karlsburg, Karlsruhe-Durlach

KV 319, Sinfonie Nr. 33 B-Dur
KV 319, Sinfonie Nr. 33 B-Dur, Allegro assai
KV 319, Sinfonie Nr. 33 B-Dur, Andante moderato
KV 319, Sinfonie Nr. 33 B-Dur, Menuetto - Trio
KV 319, Sinfonie Nr. 33 B-Dur, Allegro assai

KV 22 Schloss Karlsburg

Die im Dezember 1765 in Den Haag komponierte 5. Sinfonie B-Dur, KV 22 liefert einen eindrücklichen Beweis des bereits frühzeitig entwickelten Genies des jungen Wolfgang Amadeus Mozart. Das damals neunjährige (!) Wunderkind komponierte das zur Uraufführung noch als „Ouvertüre“ angekündigte Werk auf einer von der Familie Mozart vor allem aus finanziellen Gründen unternommenen Konzertreise in die Niederlande.


KV 319 Schloss Karlsburg

Die Sinfonie B-Dur, KV 319 ist eine der wenigen Sinfonien Mozarts die noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden. Auffällig an dem 1779 in Salzburg entstandenen, recht klein besetzten Werk ist der durchweg spielerische Charakter. Ursprünglich dreisätzig komponiert (Allegro–Andante–Allegro), fügte Mozart das Menuett nachträglich anlässlich der Wiener Uraufführung hinzu. Die kleine Besetzung und der besonders im Unterschied zu den späteren Sinfonien kammermusikalischere Ansatz lässt sich womöglich dadurch begründen, dass Mozart das Werk auch für adlige Haushalte attraktiv machen wollte, die sich kein großes Orchester leisten konnten.


Junge Philharmonie Karlsruhe

Junge Philharmonie Karlsruhe, Foto: Daniel Bollinger

Vor mehr als einem halben Jahrzehnt aus einer Schülerinitiative entstanden, hat sich die Junge Philharmonie Karlsruhe einen festen Platz im Karlsruher Musikleben erspielt. Ziel des Ensembles ist es gemeinsam mit Musikstudenten und befreundeten Musikern aus ganz Deutschland ein Orchester zu bilden um gemeinsam zu musizieren. Darüber hinaus soll jungen Dirigenten, Solisten und Komponisten eine Plattform zur Präsentation ihrer Fähigkeiten geboten werden.
Neben der großen Arbeitsphase, die jährlich im März stattfindet, ruft die Junge Philharmonie Karlsruhe nun eine neue Konzertreihe ins Leben – die „Sinfonietta“. Es werden hier kleinere Orchesterwerke zu Gehör gebracht, die in den Programmen der sinfonischen Projekte keine Berücksichtigung finden.

JuPhKa im November 2014:
Flöte: Hannah Bernitt, Helena Warratz, Oboe: Huijing Ju, Kohei Soda, Klarinette: Alexander Haas, Anselm Schmitt, Fagott: Leon Kranich, Deborah Seifert, Horn: Jonas Gessner, Carles Chorda Sanz, Trompete: Michael Gerstenmeyer, Harfe: Cornelia Schott, Violine 1: Lutz Bartberger (KM), Aisel Esslinger, Jérôme Huy, Anna Kaufmann, Jana Kubale, Yiqi Sun, Violine 2: Kristin Hampel (SF), Franziska Bujara, Felix Cornelius, Kathrin Geisemeyer, Miriam Klüglich, Max Köhler, Viola: Frederik Koos (SF), Paulina Kiss, Karla Mertke, Felix Schreer, Elisabeth Strohhäcker, Violoncello: Hoang Nguyen (SF), Luisa Arnitz, Ruben Jeyasundaran, Kontrabass: Mengting Zang (SF), Julia Vötig

Georg Köhler

Georg Köhler ist seit 2013 regelmäßig Gast am Pult des Berner Sinfonieorchesters, zuletzt als Dirigent des Familienkonzerts „Der Schellenursli“ (UA) von Nils Frèderic Hoffmann, dessen Wiederholung er auch in der aktuellen Spielzeit 2016/17 leiten wird. Wiedereinladungen führen ihn aßerdem zum Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim und ans J.K.Tyl Theater Pilzen, wo er Vorstellungen von Madame Butterfly nachdirigieren wird. Seit 2011 dirigierte er renommierte Orchester wie das Tonhalle/Orchester Zürich, die Bamberger Symphoniker, das Gstaad Festival Orchestra das Musikkollegium Winterthur, die Stuttgarter Philharmoniker und das Stuttgarter Kammerorchester.
Georg Köhler absolvierte sein Dirigierstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Prof. Per Borin und an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) bei Prof. Johannes Schlaefli, wo er seinen Master mit Auszeichnung abschloss. Aktive Teilnahme an Meisterkursen bei renommierten Dirigenten wie David Zinman, Bernard Haitink, Jaap van Zweden oder Esa-Pekka Salonen ergänzen seine Ausbildung. Im Mai2016 war Georg Köhler einer der Teilnehmer der Mahler Competition der Bamberger Symphoniker.