KV 283 St. Johannis Karlstadt

Die Kunstentfaltung in Mozart Sonate, die Regelmäßigkeit der Grundrisse und der motivischen Entwicklung lassen Mozarts Musik so leicht und fließend ins Ohr gehen. Viele Menschen sagten mir, sie würden durch seine Musik beruhigt werden. Es ist nicht nur eine intellektuelle Leidenschaft in seinen Tönen, sondern eine fast demütige Verspieltheit aus Tonika und Dominante, unmissverständlich und Effekthascherei. Beim Üben dieser Sonate war mir besonders wichtig, das Transparente, das fast „Glashafte“ seiner besonderen Virtuosität, die nur Mozart so zeigt, in fast wie verquirlten Läufen und dekorativen Verzierungen lupenrein herüberzubringen.
Die Schwierigkeit von Mozarts Musik am Klavier ist die Einfachheit, die am Schluss übrig bleiben soll, als wäre es tatsächlich ein Kinderspiel, eine Schleife, die man sich ins haar bindet, ein Spaziergang barfuß - die Charaktere sind nicht fest umrissen, sondern poiniert dargestellt - als hätte jede liebliche Melodie sein Sonntagskleid an.
Text: Ann-Helena Schlüter


KV 283, Klavier-Sonate G-Dur
Solisten: Ann-Helena Schlüter (Klavier)
Aufnahme am 28. Februar 2015 in der Kirche St. Johannis, Karlstadt

KV 283, Klavier-Sonate G-Dur
KV 283, Klavier-Sonate G-Dur, Allegro
KV 283, Klavier-Sonate G-Dur, Andante
KV 283, Klavier-Sonate G-Dur, Presto