KV 533 Schwartzsche Villa Berlin

Die Sonate F-Dur KV 533/494 ist eine der späten Sonaten von Mozart wurde im Januar 1788 vollendet, nachdem der Komponist die beiden ersten Sätze durch den dritten Satz – das 1786 bereits als Einzelstück entstandene Rondo – komplettierte. In dieser Sonate lässt sich ein neuer Stil Mozarts erleben, der sich in einer zunehmenden polyphonen Stimmführung zeigt.
In diesem Sinne ist der erste Satz der Sonate am markantesten: Mozart verwendet hier verschiedene Verflechtungen der Stimmen, wodurch die behandelten Themen immer wieder neue Nuancen erlangen. Durch eine solche Entwicklungsart entfalten sich deutlich längere Phrasenlinien, was auch eine größere Struktur des ganzen Satzes zur Folge hat.
Der zweite Satz ist nicht einfach ein lyrisches Zentrum des Zyklus, wie es typisch ist, sondern auch ein sogar philosophischer Höhepunkt der Sonate. Zur bevorzugten polyphonen Entwicklung aus dem ersten Satz kommen hier auch die Verwendung harmonischer Dissonanzen und eine verdichtete Stimmführung, was in Kombination mit einem sehr mäßigen Tempo zur Entstehung einer konzentrierten und teils auch dramatisch nuancierten Nachdenklichkeit führt. Eigentlich wäre auch die unvollendete Fassung der Sonate – also nur mit den zwei ersten Sätzen – auch denkbar, denn das darauffolgende Rondo entschärft die etablierte Stimmung wesentlich. Aber es scheint dann genau Mozarts Absicht gewesen zu sein, aus den „höheren“ Sphären wieder zu einem ruhigen, ausgeglichenen und eher neutralen Alltag zurück zu kommen.



KV 533, Sonate F-Dur KV 533/494
Solist: Roman Salyutov (Klavier)
Aufnahme am 16. Juni 2017 in der Schwartzschen Villa, Berlin Steglitz

KV 533, Sonate F-Dur KV 533/494
KV 533, Sonate F-Dur KV 533/494, Allegro
KV 533, Sonate F-Dur KV 533/494, Andante
KV 533, Sonate F-Dur KV 533/494, Rondo Allegretto