Kirche Jesu Christi, Berlin

Am 15. Oktober 2023 gab Solo Semble ein Konzert mit dem neuen Programm ""Mozart und die Ukraine"" im Konzertsaal der Kirche Jesu Christi in Berlin, Thielallee 1+3. Das Publikum konnte sowohl bekannte Werke von Mozart als auch die ebenso schöne Musik seiner Zeitgenossen, der ukrainischen Komponisten Berezovsky und Bortnyansky, genießen.



KV 136, Divertimento D-Dur
Orchester: Solo Semble
Aufnahme am 15. Oktober 2023 im Konzertsaal der Kirche Jesu Christi, Berlin

KV 136, Divertimento D-Dur


KV 165, Motette für Sopran `Exsultate, jubilate'
Orchester: Solo Semble
Solisten: Daria Bardash (Sopran)
Aufnahme am 15. Oktober 2023 im Konzertsaal der Kirche Jesu Christi, Berlin

KV 165, Motette für Sopran `Exsultate, jubilate', Sopranarie Alleluja


KV 366, Oper `Idomeneo, re di Creta'
Orchester: Solo Semble
Solisten: Daria Bardash (Sopran)
Aufnahme am 15. Oktober 2023 im Konzertsaal der Kirche Jesu Christi, Berlin

KV 366, Oper `Idomeneo, re di Creta', Arie D'Oreste e d'Aiace


KV 384, Oper `Die Entfuehrung aus dem Serail'
Orchester: Solo Semble
Solisten: Daria Bardash (Sopran)
Aufnahme am 15. Oktober 2023 im Konzertsaal der Kirche Jesu Christi, Berlin

KV 384, Oper `Die Entfuehrung aus dem Serail', Arie Ach ich liebte


KV 492, Oper `Le nozze di Figaro'
Orchester: Solo Semble
Solisten: Vadym Bardash (Bariton)
Aufnahme am 15. Oktober 2023 im Konzertsaal der Kirche Jesu Christi, Berlin

KV 492, Oper `Le nozze di Figaro', Ouvertüre
KV 492, Oper `Le nozze di Figaro', Arie Non piú andrai


KV 527, Oper `Don Giovanni'
Orchester: Solo Semble
Solisten: Daria Bardash (Sopran), Vadym Bardash (Bariton)
Aufnahme am 15. Oktober 2023 im Konzertsaal der Kirche Jesu Christi, Berlin

KV 527, Oper `Don Giovanni', Duett Là ci darem la mano


KV 588, Oper `Cosi fan tutte'
Orchester: Solo Semble
Solisten: Vadym Bardash (Bariton)
Aufnahme am 15. Oktober 2023 im Konzertsaal der Kirche Jesu Christi, Berlin

KV 588, Oper `Cosi fan tutte', Arie Donne mie, la fate a tanti
KV 588, Oper `Cosi fan tutte', Arie Rivolgete a lui lo guardo

KV 136 Kirche Jesu Christi, Berlin

Als der 16-jährige Wolfgang Amadeus und sein Vater Leopold von der zweiten Italienreise zurück kehrten verstarb der Salzburger Fürsterzbischof Siegmund von Schrattenbach, der erste Förderer Mozarts. Der neue Gönner Fürsterzbischof Colloredo verbot den Mozarts fortan Tourneen durch Europa. Mozart erhielt den Auftrag vor allem allem Sinfonien, Divertimenti und Solokonzerte für die höfische Unterhaltung zu komponieren. Er leitete diese wöchentlichen Konzerte vom ersten Geigenpult aus, seit er im August 1772 zum besoldeten Konzertmeister der Hofkapelle ernannt worden war. Da Colloredo selbst ein tüchtiger Geiger war, mischte er sich bei Sinfonien und ähnlichen Werken unter seine Hofmusiker. Das Divertimento ist im reinen italienischen Stil geschrieben: Ein rauschendes Allegro dient als Kopfsatz. Der Mittelsatz schwelgt in italienischem Cantabile, worauf ein tänzerisch rasches Finale im schnellen Tempo folgt. 


KV 165 Kirche Jesu Christi, Berlin

Obgleich ein geistiges Werk wird es aufgrund seines opernhaften Charakters und seiner technisch anspruchsvollen Koloraturen auch im weltlichen Kontext als Bravour-Arie für Zugaben gewählt. In ihr wird die unbrechbare Lebensfreude Mozarts prototypisch verewigt.


KV 366 Kirche Jesu Christi, Berlin

Idomeneo ist nach der Wahl des Sujets, den teilweise affektgeladenen Arien und dem formalen Aufbau nach im Grunde eine opera seria im barocken Stil. Der fast 24-jährige Mozart aber füllt die starren Formen mit Musik, die immer wieder die Grenzen zur Vergangenheit aufbricht und die Meisterschaft des jungen Mannes aufs beste demonstriert. Die großzügig besetzte  Partitut legt viel Wert auf „echtes“ Gefühl. So nimmt die Arie der Elettra schon viel der überaus menschlichen Charakterzeichnung vorweg. Die Arie ""D'Oreste, D'Ajace"" drückt den Unmut der griechischen Prinzessin Elettra über den unerwünschten Sieg eines Feindes aus.  Sie bringt insbesonders den Verlust der Sinne innerhalb eines Wutanfalls zum Vorschein.


KV 384 Kirche Jesu Christi, Berlin

Konstanze, eine junge Spanierin, ihre englische Zofe Blonde und deren Freund, der Diener Pedrillo, sind nach einem Seeräuberüberfall von Konstanzes Verlobtem, dem spanischen Edelmann Belmonte, getrennt und auf einen Sklavenmarkt verschleppt worden. Glücklicherweise kauft sie Bassa Selim, ein gebürtiger Spanier, einst Christ und jetzt Muslim, und sorgt dafür, dass sie in seinem am Meer gelegenen Palast unter halbwegs erträglichen Bedingungen leben können. Auf seine Avancen singt Konstanze die Arie "Ach ich liebte" und offenbart ihm dass ihr Herz bereits einem anderen gehöre.


KV 492 Kirche Jesu Christi, Berlin

Ouvertüre aus der komischen Oper "Le Nozze di Figaro"
Wolfgang Amadeus Mozart war überrascht, als er mit seiner Frau Konstanze im Januar1787 bei einem Besuch in Prag die dort zum Tanz aufgespielte Musik hörte. Mozart tanzte zwar aus Müdigkeit nicht, war aber äußerst überrascht vom Erfolg der Uraufführung der demokratischen Oper ""Le Nozze di Figaro"". Nicht nur auf den Opernbühnen zählt das Werk zu den beliebtesten überhaupt, die Ouvertüre ist Angesichts ihrer gewohnt quirlig-sprudelnden, nie versiegenden Vitalität mit scharfen dynamischen Kontrasten und einem enormen Crescendo gegen Ende auch im Konzertsaal als brillantes Eröffnungs- oder auch Zugabenstück anzutreffen.

"Non piú andrai" - Arie des Figaro (Bariton)
Am Ende des ersten Aktes von ""Le Nozze di Figaro"" findet Graf Almaviva den Pagen Cherubino, der sich in Susannas Quartier versteckt. Der Graf war bereits misstrauisch, dass Cherubino Absichten mit seiner Frau Gräfin Rosina hatte. Er kann Cherubino jedoch nicht bestrafen, da er selbst nur in Susannas Quartier war, um ihr einen Antrag zu machen. Stattdessen schickt der Graf Cherubino zu seinem Regiment nach Sevilla. In dieser Arie neckt Figaro Cherubino mit seiner Arie spartanischen militärischen Zukunft, im krassen Gegensatz zu dem angenehmen und koketten Leben, das er im Palast des Grafen genossen hat.


KV 527 Kirche Jesu Christi, Berlin

Im ersten Teil dieses "Duettino", das im gemächlichen 2/4 Takt gestaltet ist, versucht der vornehme Don Giovanni, die Bäuerin Zerlina zu verführen. Sie ist hin- und hergerissen zwischen den Avancen Ihres Herren und der Treue zu ihrem Freund Masetto. Schließlich ist das Signal für ihre Unterwerfung eine ausweichende chromatische melodische Linie, die während 3,5 Takten fast eine Oktave überwindet. Nach einer Fermate, die Zerlinas schwächelnde Entschlossenheit betont, wechselt das Tempo auf Allegro und die Taktart auf 6/8 und wird in der form eines klassischen zweiteiligen Duetts abgeschlossen. 


KV 588 Kirche Jesu Christi, Berlin

"Donne mie, la fate a tanti" - Arie des Guglielmo (Bariton)
Die Arie "Donne mie, la fate a tanti" wird von Guglielmo gesungen, als er von Ferrandos gescheiterten Versuchen erfährt, Fiordiligi zu umwerben, und damit prahlt, dass seine Verlobte treu geblieben ist. Die Musik ist pompös mit Anklängen an triumphale melodische Idiome wie Fanfaren.

"Rivolgete a lui lo guardo" - Arie des Guglielmo (Bariton)
Die Handlung von Così fan tutte, oft übersetzt als „Alle Frauen sind so“, beginnt mit zwei Offizieren, Ferrando und Guglielmo, die Verlobte „tauschen“, um zu beweisen, ob sie treu bleiben. Nachdem sie zuversichtlich erklärt haben, dass ihre Verlobten treu bleiben werden, akzeptieren sie die Wette von Don Alfonso, der glaubt, dass sie es wie alle Frauen nicht tun werden. Die beiden Offiziere geben vor, in den Krieg einberufen zu werden, und lassen ihre Verlobten allein. Dann kehren sie als "Albaner" verkleidet zurück und versuchen, die Verlobte des anderen zu umwerben und hoffentlich ihre Wette zu gewinnen.
In dieser regen Katalogarie erklärt der Sänger Guglielmo, dass seine Verlobte Fiordiligi ihn wegen seiner vielen bewundernswerten Eigenschaften und seiner Treue zu ihr wahrscheinlich nie betrügen wird. Er macht sich und seinem Gefährten Ferrando Mut und preist die Qualitäten und Talente wie Tanzen, Singen und beeindruckende körperliche Eigenschaften. Und beide sind weltweit unerreicht. 


KV 620 Kirche Jesu Christi, Berlin

Ouvertüre aus der komischen Oper "Die Zauperflöte"
Als die Zauberflöte uraufgeführt wurde Gerade war die Gesundheit Mozarts stark angeschlagen und seine finanzielle Lage äußerst prekär. So mag es sicher erstaunen, dass er in seiner wenig beneidenswerten Situation imstande war solch heitere Musik zu schreiben und dem Pulikum dennoch so nahe zu stehen.Mozart komponierte die Ouvertüre zur Oper "Die Zauberflöte" zwei Tage vor der Uraufführung. Die Ouvertüre, in Es-Dur geschrieben, eröffnet im französischen Stil mit einem Adagio, gefolgt von einem fugenähnlichen Allegro. Im Mittelteil wird in einem Adagio mit drei aufeinanderfolgenden Akkordgruppen das Eingangsthema wieder aufgenommen.

"Bei Männer, welche Liebe fühlen" - Duett der Pamina und des Papageno (Sopran-Bariton)
In dieser Arie treffen zwei völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander - Pamina, die Tochter der Königin der Nacht und der alberne Vogelfänger Papageno singen über die Liebe, aber jeder über seine eigene.

"Ein Mädchen oder Weibchen" - Arie des Papageno (Bariton)
Ein kleines bibliophiles Schmuckstück für alle Musikliebhaber – zum Verschenken, Betrachten und Musizieren.
»…doch küsst mich ein weiblicher Mund, so bin ich schon wieder gesund.« Wolfgang Amadeus Mozart war mit seiner Musik einem hehren Kunstideal ebenso nahe wie den ganz menschlichen Lebenserfahrungen. Er porträtierte in seinen Opern nicht nur »hohe Paare«, sondern auch Liebende aus dem einfachen Volk. Die Figur des Papageno, bunt und natürlich, gehört zu den Lieblingen des Publikums, sein vom Glockenspiel begleitetes Lied, mit dem er sich ungeduldig und sehnsuchtsvoll »ein Mädchen oder Weibchen« wünscht, zu den bekanntesten Arien der Musikgeschichte überhaupt.

"Der Hölle Rache" - Arie der Königin der Nacht (Koloratur Sopran)
 Die Arie ist Teil des 2. Akts der Zauberflöte. Von Rachsucht getrieben, gibt die Königin der Nacht ihrer Tochter Pamina einen Dolch und trägt ihr auf, ihren Rivalen Sarastro zu ermorden. Andernfalls verstoße und verlasse sie ihre Tochter Pamina: „Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen, so bist du meine Tochter nimmermehr.“

"Papageno! Papagena!" - Duett von Papageno und Papagena (Sopran-Bariton Duett)
Während Tamino und Pamina Ihrem adeligen Stand gemäß feierlich im Sonnentempel feierlich getraut werden, treffen Papageno und Papagena  nach einer kurzen Trennung wieder aufeinander. Im Kontrast zum Fürstenpaar sind sie beide eine Repräsentation des „einfachen Volkes“. Beide sind in den Farben der Natur gekleidet und beide an den einfachen Dingen des Lebens interessiert. Innerhalb der Handlung wird dies am stärksten in Papagenos Persönlichkeit dargestellt, als Vogelfänger ohne das Schicksal von Größe oder Gedanken an Größe. Er ist hier, um seine physiologischen Bedürfnisse zu erfüllen: Essen und Trinken. Er hat auch den simplen Traum, zu heiraten und en glückliches Familienleben zu führen, keine abwegigen Träume davon, das Universum zu erobern oder die Regierung zu stürzen. Papagena ist auch ein simpler Charakter und wünscht sich glücklich mit ihrem erdigen Partner zu leben.


Daria Bardash

Daria Bardash ist eine einzigartige dramatische Koloratursopranistin. Schon in jungen Jahren zog sie mit ihrem außergewöhnlichen Stimmumfang die Aufmerksamkeit des Publikums auf den bedeutendsten Opernbühnen der Ukraine auf sich.


Vadym Bardash

Vadym Bardash ist ein ukrainischer lyrischer Bariton, der mehrere internationale Wettbewerbe gewonnen hat. In der Ukraine war er Solist am Kyiv Nationalen Operettentheater.


Solo Semble

„Solo Semble“ ist ein in Berlin ansässiges klassisches Begegnungsprojekt, das 2022 gegründet wurde. Es vereint zwei aufstrebende ukrainische Opernsänger und ein Streichensemble bestehend aus professionellen, klassisch unterrichteten Musikern.
Das Ensemble ist auf die Aufführung klassischer Opernmusik vom XVIII Jahrhundert bis zur Gegenwart spezialisiert, wobei der Schwerpunkt auf der klassischen ukrainischen Musik als Teil der gesamteuropäischen Kultur liegt.

Interpreten:
Daria Bardash - Sopran
Vadym Bardash - Bariton
Olena Roi – Konzertmeister
Anna Holiy – Violine
Myroslav Fedyna – Violine
Kateryna Waschtschenko – Violine
Natalia Andruschtschenko – Viola
Cindy Perez – Viola
Nadia Christ – Cello