KV 379 ev. Pauluskirche Krefeld

Die Sonate KV 379 ist aus der Tradition der Sonata da chiesa kommend eher eine Sonate, die dem Pianisten Raum gibt sich zu entfalten und den Geiger dazu nötigt, sich eher im Hintergrund zu halten und die pianistischen Extravaganzen zu beleuchten bzw. kommentieren.
Die Sonate beginnt mit einem Adagio, das mit Arpeggien im Klavier beginnt. Diese Kompositionsart deutet darauf hin, dass Mozart für die Aufführung eher ein Cembalo als ein Hammerklavier zur Verfügung hatte, wenn auch die dynamischen Differenzierungen eher für einen Hammerflügel sprechen. Anstelle der Reprise im ersten Satz folgt nach einer Fermate ein Allegro, dass ein sehr „agressiv“ wirkendes Motiv in Stein meißelt und damit spielt.
Der zweite Satz ist wieder eine Variationsreihe, die nach dem Thema erstmal eine reine Klaviervariation bringt, bevor die Geige an der Entwicklung teilnehmen darf. Insgesamt fünf Variationen komponiert Mozart, die ganz auf Affekt und Überraschung ausgelegt sind. Das Klavier steht auch hier wieder im Vordergrund. Als dritten Satz kehrt das Thema zurück, nun aber nicht als langsames, idyllisches Variationsthema, sondern als „Allegretto cantabile“. Dieses wird nicht in den Sonatenhauptsatz gegossen, sondern führt überraschend in eine Coda, die auch nicht, wie erwartet, im großen Gestus des ersten Satzes endet, sondern im „piano“.
Diese Sonate schafft es, Ihre Hörer durch ihre frappierende Wirkung, die durch überraschende Wendungen, überraschende dynamische Wechsel etc. erzeugt wird, gefangen zu nehmen und zu begeistern.



KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur
Solisten: Alexander Fröhlich (Violine), Ingo Hoesch (Klavier)
Aufnahme am 6. Mai 2018 in der ev. Pauluskirche, Krefeld

KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur
KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur, Adagio - Allegro
KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur, Thema mit Variationen
KV 379, Sonate für Klavier & Violine G-Dur, Allegretto