Hochblüte unter Gillessen

Querflöte
Horn und Klarinette

Es gelang dem Vorsitzenden Hucklenbroich, den Wuppertaler Dirigenten und Leiter der Opernschule Alfred Gillessen als neuen musikalischen Leiter des Städt. Musikvereins zu gewinnen. Gillessen brachte die nötige Erfahrung und Durchsetzungskraft mit, die er sich u.a. als Operndirigent bei den Bayreuther Festspielen erworben hatte. Die Proben mussten allerdings an Sonntagvormittagen stattfinden, weil Gillessen mehrere Chöre und Orchester in Wuppertal und Hagen leitete. Durch diese Beziehungen zu unzähligen Musikern konnte auch der Bedarf an Aushilfen gedeckt werden. Mit der 5.Tshaikowski-Symphonie in der Generalprobe bestand die neue Stadthalle ihren Akustiktest zur vollsten Zufriedenheit der Bauherren, Architekten und Toningenieure. Am Vormittag des 11. Oktobers 1959 wurde dann das neue Haus mit einem Festakt unter Mitwirkung des Städt. Musikvereins eröffnet. Am gleichen Abend fand das Einweihungs-Sinfoniekonzert unter der Leitung des neuen Dirigenten statt.
Alfred Gillessen wirkte 30 Jahre lang als Dirigent des Langenfelder Orchesters. Es würde den Rahmen dieses Rückblicks sprengen, wollte man alle Solisten und Aufführungen dieser langen Zeit aufzählen. Aus den eigenen Reihen: Friedemann Fey (Oboe), Jörg Steinbrecher (Fagott), Alfred Schulz (Klarinette), Sarah Hölscher (Klavier und Violoncello).
Am 28. Oktober 1989 gab Alfred Gillessen sein Abschiedskonzert. Mit lang anhaltendem Applaus verabschiedete sich das Langenfelder Publikum von seinem 86-jährigen Maestro. In der Nacht zum 27. Januar 1995 verstarb Alfred Gillessen in Wuppertal. Ein neues „Zeitalter“ beginnt Es begann eine neue Epoche unter Ernst von Marschall mit völlig anders gestalteten Programmfolgen. Leider blieb uns Herr von Marschall mit seinem jugendlichen Elan, seinen guten Ideen und seiner anfeuernden Musikalität nicht lange erhalten, da er in der Landeshauptstadt dringendere Aufgaben bekam.
Die Zusammenarbeit mit der Musikschule erfuhr im Herbst 1997 anlässlich deren 25-jährigem Jubiläum einen Höhepunkt. Das gemeinsame Festkonzert fand so viel Resonanz von allen Seiten, dass beide Institutionen beschlossen, ab 1998 ihren gemeinsamen Weg mit Rolf Maschke als musikalischem Leiter und Koordinator zu beschreiten.
nach einer ausführlichen geschichtlichen Darstellung des langjährigen Orchestermitglieds Fritz Tölke, 16.12.2002, (Chr.Doll)



KV 488, Klavier-Konzert Nr. 23 A-Dur
Orchester: Städtischer Musikverein Langenfeld
Solisten: Sarah Hölscher
Leitung: Rolf Maschke
Live-Konzert am 09.11.2002 in der Stadthalle Langenfeld
KV 488, Klavier-Konzert Nr. 23 A-Dur
KV 488, Klavier-Konzert Nr. 23 A-Dur, Allegro
KV 488, Klavier-Konzert Nr. 23 A-Dur, Adagio
KV 488, Klavier-Konzert Nr. 23 A-Dur, Allegro assai

Portrait/Lebenslauf Sarah Hölscher

Sarah Hölscher spielt KV 488
Sarah Hölscher

'Sarah Hölscher' steht auf meinem Geburtsregister das am 30. Mai 1984 in Aachen erstellt wurde. In Aachen nahm ich an der musikalischen Früherziehung teil. Nach dem Umzug nach Salzgitter begann ich mit sechs Klavier zu spielen. Seit 1992 habe ich in Langenfeld bei Dr. Stefan Einsfelder Unterricht. Meinen ersten Cellounterricht bekam ich im Herbst 1993. Seit 1994 nehme ich regelmäßig und erfolgreich am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil. Hinzu kommen Kurse, insbesondere der jährlich statt findende internationale Kammermusikkurs für Streicher in Flämslätt, (Schweden) und die Arbeit im Orchester (Langenfelder Musikverein, Orchesterakademie NRW), die mir sehr viel bedeutet. Mein großer Traum ist es, später in diesem Bereich arbeiten zu können, weshalb ich mich im nächsten Jahr, nach meinem Abitur, bei verschiedenen Musikhochschulen bewerben möchte. Meine Beziehung zu Mozart hat sich nur sehr langsam entwickelt. Zu meiner Schande muss ich nämlich gestehen, dass ich ihn lange Zeit überhaupt nicht mochte. Das könnte daran gelegen haben, dass mich klassische Musik nicht so ansprach wie zum Beispiel romantische. Wahrscheinlicher erscheint mir jedoch, dass die Musik Mozarts nicht nur technisch, sondern vor allem musikalisch sehr schwer zu spielen und auch zu verstehen ist. Den richtigen Ausdruck zu finden, gerade wenn man zusätzlich noch mit den technischen Schwierigkeiten kämpfen muss, ist nicht einfach. Bei Bach, mit dem ich anfangs ähnliche Schwierigkeiten hatte, überzeugten mich die Suiten für Violoncello solo, die ich als genial bezeichnen möchte. Was meinen Umschwung bei Mozart bewirkte, kann ich hingegen nur sehr schlecht sagen. Vielleicht war es die Prager Symphonie, die ich im Orchester erarbeitet habe, vielleicht bin ich aber auch tatsächlich in gewisser Weise „reifer“ geworden. Auf jeden Fall stand bei der Auswahl des Konzerts relativ schnell fest, dass es von Mozart sein sollte. Von den für mich möglichen Konzerten fiel meine Wahl auf das A-Dur, KV 488, weil es mich sofort ansprach und berührte. Besonders der zweite Satz hat es mir angetan. Im Januar 2003 werde ich zusammen mit Kristina Gelissen bei „Jugend musiziert“ auftreten. Mozart komponierte im Jahre 1781 die Sonate für zwei Klaviere KV 448. Daraus spielen wir den ersten Satz (Allegro con spirito) auf zwei Klavieren.

Sarah Hölscher

Sarah Hölscher und Christian Doll

Sarah Hölscher ist dem Publikum bereits durch zahlreiche solistische Darbietungen mit dem Violoncello bekannt. Klavierunterricht hat die 1984 geborene Sarah Hölscher seit etwa 10 Jahren bei Herrn Dr. Einsfelder (Düsseldorf). Große Erfolge erreichte Sarah Hölscher bei den Wettbewerben „Jugend musiziert“, wo sie auf Landesebene im Jahr 2001 den 3. Preis auf dem Violoncello und im Jahr 2002 den 2. Preis auf dem Klavier erzielte.

Sarah Hölscher blickt nach vorn

Sarah Hölscher spielt mit dem Orchester das Konzert in A-Dur KV 488

Städtischer Musikverein Langenfeld

Ein großer Klangkörper
Christian Doll

Die Wurzeln des Städtischen Musikvereins Schon im Jahre 1895 wurde die erste Orchestervereinigung gegründet, die im Laufe der Jahrzehnte durch eine Folge verschiedener Vereine abgelöst wurde und Namen führte wie: Eintracht, Harmonie und Feuerwehrkapelle. Zu den Förderern dieser Orchestervereine zählte vor allem der Gemeindebürgermeister Metzmacher.
Seit 1922 gab es den „Langenfeld-Immigrather-Musikverein“. Dirigent war unter anderen der Musikdirektor August Forstmann aus Köln, Leiter der Dirigentenklasse. Anfang der 40er Jahre musste die Konzerttätigkeit eingestellt werden.
Die ersten 10 Jahre Nachdem im September 1948 der Gemeinde Langenfeld die Stadtrechte verliehen wurden, nannte sich die in den ersten Nachkriegsjahren entstandene Konzertvereinigung nunmehr „Städtischer Musikverein Langenfeld“. Seinen ersten Auftritt hatte das „Orchester des Städtischen Musikvereins“ am 3.Oktober 1948 beim öffentlichen Festakt aus Anlass der Stadtwerdung mit Richard Wagners „Einzug der Gäste“ aus Tannhäuser und weiteren Werken. Neuer Vorsitzender wurde Wilhelm Hucklenbroich, der schon mehr als 30 Jahre lang als Musiker (Posaune, Tuba und Geige) in Langenfelder Orchestern mitgewirkt hatte. Er war fortan der Motor des Vereins. Bei der Stadtverwaltung erwirkte er die finanzielle Absicherung, organisierte gesellige Feste und Ausflüge für den Verein und bemühte sich um anspruchsvolle Konzertaufführungen. So konnte er schon 1 Jahr später (am 18. Mai 1952) die berühmte Pianistin Elly Ney als Solistin in einem Beethoven-Klavierkonzert gewinnen.

Die Finger gleiten geschmeidig über die Tasten

Sarah Hölscher

KV488 Sara Hölscher

Das Konzert A-Dur KV488 aus dem Jahre 1786 (Orchester: Flöte, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, Streicher) ist gelöster und anmutiger als das früher entstandene C-Dur-Konzert KV467. Die lichte, liebliche Grundtonart wird durch das relativ sparsame Instrumentarium betont. Den langsamen Satz (Adagio, fis-moll, 6/8-Takt) bildet ein rührend melancholisches Siciliano. Der Schlusssatz (allegro assai, A-Dur, Alla-breve-Takt) wirkt liebenswürdig vergnügt, enthält aber auch eine kleine dramatische Partie.
(aus dem Konzertbuch für Orchestermusik, Leipzig 1973)