Konzerthaus Karlsruhe

Konzerthaus Karlsruhe, Foto: Manfred Leder

Im Rahmen der Pfingstkonzerte 2013 gab die Oekumenische Philharmonie, unter der Leitung von Frank Christian Aranowski, Konzerte in Schwäbisch Gmünd, Heidelberg und Karlsruhe. Die Mozartwerke aus dem Konzerthaus Karlsruhe sind hier bereitgestellt.

Konzerthaus Karlsruhe

Orchesterbesetzung „Exsultate, jubilate“, Motette für Solo-Sopran und Orchester KV 165 (KV 158a)

Violine I: Megi Soi (Konzertmeisterin), Edil Dshumadylow, Dierk Hawlitzky, Erdmute Hohage, Hyejin Hong, Solji Jeong, Jonathan D. Misch, Young Gun Oh, Brigitte Schall
Violine II: Gabriella Jurenak, Christiane George, Birgit Gerke, Annegret Händel, Werner Marzahn, Hiltrud Maurer, Birgit Rehn-Wanninger, Juliane Sauerbeck
Viola: Johannes Nünchert, Roland Bierwald, Mieko Danker, Georg Dereli, Hartmut Maurer
Violoncello: Alisa Bock, Eva Bravo, Gisela Ey-Hawlitzky, Sebastian Rentsch
Kontrabass: Ulrich Giebelhausen, Esther Beyer, Hideo Kawauchi
Oboe: Masato Oki, Suna Park
Fagott: Marcin Wosi?ski
Horn: Markus Heutjer, Andrea Laprebende de Croce
Orgel: Katrin Düringer

Konzerthaus Karlsruhe

Orchesterbesetzung Konzert für Klavier und Orchester Nr. 22 Es-Dur KV 482

Violine I: Megi Soi (Konzertmeisterin), Edil Dshumadylow, Dierk Hawlitzky, Erdmute Hohage, Hyejin HongSolji Jeong, Jonathan D. Misch, Young Gun Oh, Brigitte Schall
Violine II: Gabriella Jurenak, Christiane George, Birgit Gerke, Annegret Händel, Werner Marzahn, Hiltrud Maurer, Birgit Rehn-Wanninger, Juliane Sauerbeck
Viola: Johannes Nünchert, Roland Bierwald, Mieko Danker, Georg Dereli, Hartmut Maurer
Violoncello: Alisa Bock, Eva Bravo, Gisela Ey-Hawlitzky, Sebastian Rentsch
Kontrabass: Ulrich Giebelhausen, Esther Beyer, Hideo Kawauchi
Flöte: Sarolta Pàczelt
Klarinette: Armin Ziegler, Vera-Carolin Jaich-Ziegler
Fagott: Marcin Wosi?ski, Brigitte Hilkenbach
Horn: Markus Heutjer, Andrea Laprebende de Croce
Trompete: Yen-Chao Chen, Sebastian Pret
Pauken:Manfred Rohrer

Konzerthaus Karlsruhe

Orchesterbesetzung Symphonie Nr. 41 C-Dur KV 551 „Jupiter“

Violine I: Megi Soi (Konzertmeisterin), Edil Dshumadylow, Dierk Hawlitzky, Erdmute Hohage, Hyejin Hong, Solji Jeong, Jonathan D. Misch, Young Gun Oh, Brigitte Schall
Violine II: Gabriella Jurenak, Christiane George, Birgit Gerke, Annegret Händel, Werner Marzahn, Hiltrud Maurer, Birgit Rehn-Wanninger, Juliane Sauerbeck
Viola: Johannes Nünchert, Roland Bierwald, Mieko Danker, Georg Dereli, Hartmut Maurer
Violoncello: Alisa Bock, Eva Bravo, Gisela Ey-Hawlitzky, Sebastian Rentsch
Kontrabass: Ulrich Giebelhausen, Esther Beyer, Hideo Kawauchi
Flöte: Sibylle Hermann
Oboe: Masato Oki, Suna Park
Fagott: Brigitte Hilkenbach, Marcin Wosi?ski
Horn: Markus Heutjer, Andrea Laprebende de Croce
Trompete: Yen-Chao Chen, Sebastian Pret
Pauken: Manfred Rohrer



KV 165, Motette für Sopran `Exsultate, jubilate'
Orchester: Oekumenische Philharmonie
Solisten: Theresia Aranowski (Sopran)
Leitung: Frank Christian Aranowski
Live-Aufnahme am 19. Mai 2013 im Konzerthaus Karlsruhe
KV 165, Motette für Sopran `Exsultate, jubilate'



KV 482, Klavier-Konzert Nr. 22 Es-Dur
Orchester: Oekumenische Philharmonie
Solisten: Martin Helmchen (Klavier)
Leitung: Frank Christian Aranowski
Live-Aufnahme am 19. Mai 2013 im Konzerthaus Karlsruhe
KV 482, Klavier-Konzert Nr. 22 Es-Dur
KV 482, Klavier-Konzert Nr. 22 Es-Dur, Allegro
KV 482, Klavier-Konzert Nr. 22 Es-Dur, Andante
KV 482, Klavier-Konzert Nr. 22 Es-Dur, Allegro - Andantino cantabile - Primo tempo



KV 551, Sinfonie Nr. 41 C-Dur (Jupiter Sinfonie)
Orchester: Oekumenische Philharmonie
Leitung: Frank Christian Aranowski
Live-Aufnahme am 19. Mai 2013 im Konzerthaus Karlsruhe
KV 551, Sinfonie Nr. 41 C-Dur
KV 551, Sinfonie Nr. 41 C-Dur, Allegro vivace
KV 551, Sinfonie Nr. 41 C-Dur, Andante cantabile
KV 551, Sinfonie Nr. 41 C-Dur, Menuetto: Allegretto
KV 551, Sinfonie Nr. 41 C-Dur, Molto Allegro

Oekumenische Philharmonie

Foto: Manfred Leder

Die Oekumenische Philharmonie (www.oekphil.de) wurde 2006 gegründet und hat sich bereits seit einigen Jahren im Kulturleben der Regionen Karlsruhe und Heidelberg etabliert. In dem Orchester versammeln sich hervorragende Berufsmusiker aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, die als Angehörige unterschiedlicher christlicher Konfessionen ihr Musizieren wesentlich als Ausdruck des Gotteslobes und ihres persönlichen Glaubens begreifen. Unter der Leitung des Orchestergründers Frank Christian Aranowski treten die Orchestermitglieder, die zum großen Teil in namhaften Spitzenorchestern ihren Dienst taten oder noch tun, regelmäßig zu mehreren jährlichen Arbeitsphasen zusammen und faszinieren regelmäßig Publikum und Presse. "Begeisterndes Orchester", "exzellent besetztes Ensemble", "künstlerische Geschlossenheit", "hochkarätiger Musikgenuss", "in feinsten Nuancierungen", "der Vollendung ziemlich nahe"..."mustergültige Interpretation", es "stimmt ...einfach alles" – mit diesen und ähnlichen Formulierungen wurden die Aufführungen des Orchesters bisher bedacht (Quelle: Feuilleton der Rhein-Neckar-Zeitung und Badische Neueste Nachrichten).

Text: Frank Christian Aranowski

Theresia Aranowski

Theresia Aranowski, Aufnahme: Manfred Leder, Bearbtg. Weik-Stftg

Theresia Aranowski (Sopran) wurde in Bensheim a. d. Bergstraße geboren und begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren. Nach dem Abitur erhielt sie ihren ersten Gesangsunterricht. Sie studierte zunächst Musik- und Tanzpädagogik am Orff-Institut in Salzburg und setzte dann ihre Gesangsausbildung an der Hochschule Mozarteum in Salzburg bei Norbert Prasser fort, wo sie ihr Studium mit Auszeichnung abschloss. Durch die Teilnahme an Kursen mit Kurt Widmer, Thomas Hampson, Edith Mathis, Marjana Lipovšek, Christa Ludwig und Barbara Bonney erweiterte sie ihre Fertigkeiten. Weitere entscheidende Impulse erhielt sie durch mehrjährigen Unterricht bei Kammersängerin Ruthilde Boesch in Wien, die sich auch durch die Ausbildung vieler Sängergrößen (u. a. Edita Gruberova) einen Namen gemacht hat.
Bisher trat sie vor allem als Lied-, Konzert- und Oratoriensängerin in Erscheinung und erarbeitete sich neben vielen Liedern und Arien verschiedener Stilrichtungen - vom frühen Scarlatti bis hin zu den Orchesterliedern Richard Strauss’ - ein breites Repertoire vor allem der großen kirchenmusikalischen Werke, darunter Bachs Passionen und Kantaten, Händels Messias, Mozarts Messen und das Requiem, Haydns Schöpfung und die Jahreszeiten Mendelssohns Elias und Brahms‘ Ein Deutsches Requiem.
Theresia Aranowski konzertiert regelmäßig mit der Oekumenischen Philharmonie. Weitere Informationen im Internet unter www.theresia-aranowski.de.
Text: Frank Christian Aranowski

Martin Helmchen

Martin Helmchen, Aufnahme: Markus Heutjer, Bearbtg. Weik-Stftg

Unter den jungen Pianisten zeichnet sich Martin Helmchen durch Ausdrucksstärke, unprätentiöses Spiel sowie tiefe musikalische Gestaltung aus. Mit zwei „ECHO-Klassik“-Auszeichnungen und dem „Credit Suisse Young Artist Award“ kann er bedeutende Preise der Musikszene vorweisen. Bislang erschienen im Rahmen des Exklusivvertrages bei PentaTone Classics Einspielungen mit Klavierkonzerten von Mozart, Schumann, Dvorák und Mendelssohn sowie Solowerke und Kammermusik von Schubert. Mit dem London Philharmonic Orchestra spielte er Schostakowitschs Konzerte ein.
1982 in Berlin geboren, studierte er zunächst bei Galina Iwanzowa an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, wechselte später zu Arie Vardi an die HMT Hannover, weitere Mentoren sind William Grant Naboré sowie Alfred Brendel. Einen ersten entscheidenden Impuls bekam seine Karriere, als er 2001 den „Concours Clara Haskil“ gewann. 2006 ermöglichte der „Credit Suisse Young Artist Award“ ihm sein Debüt mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Valery Gergiev beim Lucerne Festival.
Seither trat Martin Helmchen mit zahlreichen renommierten Orchestern auf, so mit den Berliner Philharmonikern, den Rundfunkorchestern in Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, Hannover und Berlin, dem Konzerthausorchester Berlin, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Orchestre de Paris, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, den Wiener Symphonikern, dem London Philharmonic Orchestra, der Academy of Saint-Martin-in-the-Fields, mit dem Boston und St. Louis Symphony Orchestra sowie mit dem NHK Symphony Orchestra Tokio. Er arbeitete mit Dirigenten wie Marc Albrecht, Herbert Blomstedt, Christoph von Dohnányi, Sir Mark Elder, Philippe Herreweghe, Marek Janowski, Vladimir Jurowski, Yakov Kreizberg, Sir Neville Marriner, Kurt Masur, Andris Nelsons, Sir Roger Norrington, Christoph Poppen, Michael Sanderling, Heinrich Schiff und David Zinman. Martin Helmchen gastiert regelmäßig bei den großen europäischen Sommerfestivals, eine enge Verbindung pflegt er insbesondere zur Schubertiade Schwarzenberg / Hohenems.
Martin Helmchens besondere Aufmerksamkeit gilt der Kammermusik - eine Leidenschaft, für die Boris Pergamenschikow die wesentlichen Impulse gab. Er musiziert regelmäßig mit Juliane Banse, Veronika Eberle, Julia Fischer, Sharon Kam, Sabine Meyer und Christian Tetzlaff sowie mit seiner Ehefrau Marie-Elisabeth Hecker.
In der Saison 2012/13 gastiert Martin Helmchen u. a. beim Orchestre National de France, erneut unter der Leitung von Christoph von Dohnányi beim Philharmonia Orchestra sowie beim Gewandhaus Orchester Leipzig. Weitere Engagements führen ihn zum Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra und dem Houston Symphony Orchestra. Mit dem CBSO unter Andris Nelsons konzertiert er u. a. in Köln, Frankfurt und Brüssel. Last but not least runden seine Soloabende in der Berliner Philharmonie und in San Francisco diese Saison ab.
Seit 2010 ist Martin Helmchen Associate Professor für Kammermusik an der Kronberg Academy. Er engagiert sich auch für verschiedene christliche Organisationen, wie z. B. Crescendo, ProChrist sowie das Musikschul-Projekt „Music Road Rwanda“, einer Initiative seiner Frau Marie-Elisabeth Hecker.
Text: Martin Helmchen

Frank Christian Aranowski

Foto: BeautyShots, Berlin

Frank Christian Aranowski wurde in Berlin geboren und erhielt seinen ersten Musikunterricht im Alter von sieben Jahren. Er hospitierte viele Jahre in der Berliner Philharmonie bei Proben und Konzerten der bedeutendsten Orchester und Dirigenten, insbesondere der Berliner, Philharmoniker sowie Claudio Abbado, Sergiu Celibidache, Carlo Maria Giulini, Nikolaus Harnoncourt und Lorin Maazel. Bereits vor seinem Studium leitete er mehrere Jahre die Arndter Sinfonietta in Berlin und begleitete diese auf einer China-Tournee. Er studierte an der Hochschule Mozarteum in Salzburg Orchesterdirigieren bei Michael Gielen sowie Chorleitung bei Walter Hagen-Groll und Karl Kamper und konnte seine Ausbildung „mit ausgezeichnetem Erfolg“ abschließen. Für seine wissenschaftliche Arbeit über ein Werk Bartóks bekam er den Titel eines Magister artium verliehen. Er belegte Kurse u. a. bei Rupert Huber, Howard Arman, Péter Eötvös, Peter Gülke und Nikolaus Harnoncourt und arbeitete mit Berufsorchestern im In- und Ausland zusammen.
Seit 2000 ist er als Chor- und Orchesterleiter im Raum Karlsruhe / Rhein-Neckar tätig. Mit der Gründung der Oekumenischen Philharmonie erfüllte er sich den Traum von einem professionellen Symphonieorchester, dessen Mitglieder ihr Musizieren auch als Ausdruck des Gotteslobes und ihres persönlichen Glaubens begreifen.

KV 165 Konzerthaus Karlsruhe

Die geistliche Solo-Motette Exsultate, jubilate KV 165 (158a) entstand 1772/73 anlässlich der dritten Italien-Reise, die der sechzehnjährige Mozart in Begleitung seines Vaters unternahm. Mozart schrieb dieses Stück für den virtuosen italienischen Soprankastraten Rauzzini, der als Primo uomo an der Uraufführung seiner Oper Lucio Silla in Mailand teilgenommen hatte. Der Text dieses Werkes stammt aus der Feder eines unbekannten Dichters, es handelt es sich - wie für diese Gattung üblich - um eine lateinische Neudichtung, in denen sich Bukolisches, Allegorisches und Geistliches miteinander verbindet. Nach dem Gebrauch der Zeit wurde ein solches Werk entweder in paraliturgischen Andachten oder als Einlagestück während der Messe aufgeführt, bei der Uraufführung am 17. Januar 1773 in der Mailänder Kirche der Theatiner (Chiesa di Sant'Antonio abate) erklang es nach dem Credo der Messe zum Fest des Kirchenpatrons. Sechs Jahre später entstand eine in der Instrumentierung abweichende Salzburger Fassung mit alternativer Textunterlegung, die am 30. Mai 1779 in der dortigen Dreifaltigkeitskirche zur Aufführung kam und die erst 1978 wiederentdeckt wurde. Der Text weicht im ersten Satz und im folgenden Rezitativ von der ursprünglichen Fassung ab und nimmt direkten Bezug auf das Dreifaltigkeitsfest (Trinitatis, erster Sonntag nach Pfingsten). Im unverändert übernommenen zweiten Satz wird Christus (nicht Maria!) als „Krone der Jungfrauen“ angesprochen (so wie er der kirchlichen Überlieferung zufolge in mehreren frühen christlichen Hymnen als „Krone“ angerufen wurde). Am Ende des zweiten Satzes wird auf ein weiteres, sonst übliches Rezitativ verzichtet, stattdessen führt das modulierende Nachspiel direkt in die dritte Arie, das brillante Schluss-Alleluja, an dessen Ende melodische Ähnlichkeiten mit Haydns späterer „Kaiserhymne“ (bzw. der deutschen Nationalhymne) nicht zu überhören sind.
Im Hinblick auf Tempo, Charakter und die in Singstimme und Orchester verwendeten musikalischen Mittel (darunter Koloraturen, Solokadenzen, rauschende Streicherfiguren und Tremoli) weist die Motette mit ihren insgesamt drei Arien und einem Rezitativ eine merkliche Affinität zur damaligen italienischen Oper auf - was den berühmten Mozart-Biographen Alfred Einstein zu der knappen Feststellung veranlasste: „Kirchlich ist sie nicht.“ Das Exsultate, jubilate mit seiner reichen melodischen Erfindung und der unbeschwerten Musizierfreude, aber auch mit geistlichem Tiefgang belegt jedenfalls in eindrucksvollem Maße, wie sehr der junge Komponist in der Lage war, die musikalischen Eindrücke Italiens aufzunehmen und zu einem eigenen Stil umzuschmelzen.
Bei der vorliegenden Aufnahme hören Sie das Werk in der ursprünglichen Instrumentation kombiniert mit der Salzburger Textfassung zum Trinitatisfest.
Text: Manfred Aranowski

KV 482 Konzerthaus Karlsruhe

Klavierkonzert Nr. 22 Es-Dur KV 482
Schon seit frühester Kindheit lernte Mozart virtuos mit dem Klavier umzugehen und hatte sich schnell zu einem ausgezeichneten Pianisten entwickelt. In seinen Wiener Jahren war er dem Publikum auch in dieser Rolle bekannt, und so gehörte das Konzertspielen eine Zeitlang zu seinen Haupttätigkeiten. Es verwundert daher kaum, dass Mozarts Feder eine Fülle von Kompositionen für dieses Instrument hervorbrachte, darunter allein 27 Klavierkonzerte, die er größtenteils für sich selbst schrieb. In dem kurzen Zeitraum von 1784 bis 1786 entstanden allein zwölf (!) Klavierkonzerte (Nr. 14-25), die zu den schönsten und bedeutendsten dieser Gattung gehören und seinen großen Symphonien ebenbürtig zur Seite stehen. Darunter befindet sich auch das Klavierkonzert Nr. 22 Es-Dur KV 482. Es entstand während seiner Arbeit am „Figaro“ im Dezember 1785 unter erheblichem Zeitdruck und wurde nur wenige Tage vor der Uraufführung fertiggestellt. In einer Ankündigung vom 23. Dezember 1785 war zu lesen: „Im Zwischenact ein Clavierconcert neu componirt und geschlagen von W. A. Mozart.“ Umso erstaunlicher ist daher die unerschöpfliche Phantasie und der besondere Nuancenreichtum - geprägt von einem meisterhaft ineinandergreifenden Wechselspiel zwischen Soloinstrument und Orchester. In diesem wie üblich dreisätzig aufgebauten Werk, welches mit seinen über 35 Minuten Aufführungsdauer überdurchschnittlich lang ist, verwendet Mozart zum ersten Mal in seinen Klavierkonzerten die Klarinetten anstelle der Oboen. Während der erste Satz eine fast typisch mozartische Heiterkeit ausstrahlt, legt das Andante in cmoll Zeugnis davon ab, welch tiefe Ernsthaftigkeit Mozarts Musik transportieren kann. Bei der Uraufführung war das Publikum von diesem Satz so ergriffen, dass er ungewöhnlicherweise wiederholt werden musste. Ebenso ungewöhnlich ist der langsame, in sich gekehrte, wie ein Gebet anmutende Mittelteil im ansonsten schnellen und heiteren Finalrondo.
Text: Manfred Anranowski

KV 551 Konzerthaus Karlsruhe

Zu Mozarts umfangreichem Schaffen gehören 41 Symphonien - mindestens, denn eine genaue Zählung ist aufgrund von Überschneidungen mit anderen Werkgattungen nicht einfach. Die meisten Symphonien stammen aus der Zeit, als sich Mozart in Diensten des Salzburger Erzbischofs befand. Als freischaffender Musiker in Wien konzentrierte er sich dagegen vor allem auf das Komponieren von Klavierkonzerten, und so schrieb er zwischen 1782 und 1786 lediglich drei Symphonien, die unter den Beinamen „Haffner“, „Linzer“ und „Prager“ bekannt und berühmt geworden sind. Die letzten drei Symphonien Nr. 39 bis 41 entstanden schließlich im Sommer 1788 innerhalb von nur sechs Wochen direkt hintereinander als eine Art Triptychon - wobei bis heute ungeklärt ist, aus welchem Anlass sie geschrieben wurden, und ob sie zu Mozarts Lebzeiten überhaupt zur Aufführung gelangt sind. Da es normalerweise nicht Mozarts Art entsprach, Werke (noch dazu in derartigen Dimensionen) ohne Aussicht auf eine Aufführung zu komponieren, machte sich nach seinem Tod zunächst die romantische Vorstellung breit, er habe die Symphonien in hoffnungsloser Lage nur für sich selbst oder „für die Ewigkeit“ geschrieben. In der Tat befand sich Mozart zu jener Zeit in einer schweren Krise, die durch Geldsorgen und Depressionen gekennzeichnet war. Ende Juni 1788 schreibt er an seinen Freund Michael Puchberg: „Kommen Sie doch zu mir und besuchen Sie mich, ich bin immer zu Hause, – ich habe in den 10 Tagen daß ich hier wohne mehr gearbeitet als in anderen Logis in 2 Monat, und kämen mir nicht so oft schwarze Gedanken (die ich nur mit Gewalt ausschlagen muß) würde es mir noch besser von Statten gehen …“ In jüngerer Zeit geht man davon aus, dass die Werke entweder für eine später aus mangelndem Publikumsinteresse abgesagte Konzertreihe, eine beabsichtigte Veröffentlichung (es war damals üblich, mehrere Werke einer Gattung gemeinsam als ein Opus herauszugeben) oder eine geplante, aber letztlich nicht durchgeführte Englandreise konzipiert waren. Eine oder mehrere Aufführungen zu Mozarts Lebzeiten sind sehr wahrscheinlich, es kann aber nicht eindeutig nachgewiesen werden, wann und wo welche der drei Symphonien gespielt wurde. Jedenfalls gab Mozart ab 1788 keine öffentlichen Konzerte mehr in Wien.
Das letzte Werk dieses Triptychons, die „Jupiter“-Symphonie, wurde am 10. August 1788 vollendet und von Mozart unmittelbar nach der g-moll-Symphonie KV 550 in sein chronologisch angelegtes „Verzeichnüß aller meiner Werke“ eingetragen. Der Beiname stammt - wie auch die Namen seiner anderen populären Symphonien - nicht von ihm selbst. Wer ihn erfand, ist nicht eindeutig geklärt, es spricht allerdings vieles dafür, dass es ein findiger Konzertunternehmer war, der ihr nach Mozarts Tod den wohlklingenden und werbewirksamen Namen des römischen Hauptgottes gab (vielleicht war es der Londoner Konzertunternehmer Salomon, der auch Haydns Symphonien mit Namen versah). Für den englischen Musikwissenschaftler Donald Francis Tovey war dieser Titel, zusammen mit der in England für das 5. Klavierkonzert von Beethoven geläufigen Bezeichnung „Emperor“ und dem Begriff „Mondscheinsonate“, „eine der albernsten Beleidigungen, die ein großes Kunstwerk jemals erfahren hatte“. Ausdrücken sollte er wohl die Bedeutung, welcher der Symphonie bereits damals beigemessen wurde: Sie galt (und gilt bis heute) als Sinnbild höchster Formvollendung der symphonischen Klassik vor Beethoven, und ist darüber hinaus eines der Gipfelwerke der symphonischen Literatur überhaupt, weshalb man mit ihr durchaus „göttliche“ Begriffe wie „Würde“, „Erhabenheit“ und „Triumph“ assoziiert. Mozart blieb bei der Komposition voll in der seinerzeit geltenden Formensprache und brachte diese zu einer besonders meisterhaften Entwicklung, welche sich in einem vollendeten klassischen Ebenmaß der formalen Anlage sowie einer weisen, durchgeistigten Gestaltung der Materie widerspiegelt. Durch die Bezugnahme der Thematik aller Sätze auf das Haupt- und Fugenthema des Finalsatzes entsteht eine wunderbare Geschlossenheit bei gleichzeitig hochkomplexer Verarbeitung der verschiedenen Motive. Insbesondere die Coda des letzten Satzes wurde wiederholt Gegenstand musiktheoretischer Erörterungen, denn hier werden sämtliche fünf Haupt- und Nebenthemen gleichzeitig auf kunstvollste Weise kontrapunktisch verarbeitet, bevor das Werk in triumphalen, strahlenden C-Dur schließt.
Nach dieser Symphonie entstanden nur noch wenige bedeutende Werke, darunter das letzte Klavierkonzert Nr. 27, die Opern Così fan tutte und Die Zauberflöte, das Klarinettenkonzert und das unvollendet gebliebene Requiem. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Mozart bereits 1788 seinen frühen Tod drei Jahre später vorausgeahnt hat, kann doch seine letzte Symphonie bereits zu seinem musikalischen Vermächtnis gezählt werden. Diese „göttliche“ Symphonie ist nur ein gutes Beispiel für die Inspiriertheit und Zeitlosigkeit von Mozarts Musik: Auch nach nunmehr 225 Jahren ist ihre Fähigkeit, den Hörer für sich einzunehmen ungebrochen.
Text: Manfred Aranowski