KV 417 St. Joseph, Köln-Dellbrück

Das Hornkonzert Es-Dur KV 417 entstand 1783, als Mozart in Wien freischaffend wirkte, und wurdet (wie auch seine die anderen Hornkonzerte) für den Hornisten Joseph Leutgeb (1732–1811) geschrieben.
In dieser Musik lassen sich verschiedene bewundernswerte Eingeschaften des Horns genießen – von schöner Kantilene bis zu virtuosen Tonabfolgen. Darüber hinaus fungiert das Horn aufgrund seiner klanglichen Eingeschaften unten den Orchesterstimmen immer als Bindenglied zwischen Streichern und anderen Bläsern, was für eine ständige Ausgewogenheit der Partitur sorgt.

Im ersten Satz (Allegro maestoso) erlebt man einen Sonatenhauptsatzform mit mehreren Themen. Nach einer Orchester-Einleitung wird die Führung vom Solisten übernommen, dessen Part das ganze thamtische Material klanglich in besonderer Weise aufblühen lässt.
Als Orchesterbesetzung benutzt Mozart nur Streicher, zwei Oboen und zwei Hörnen, wobei während der solistischen Einsätze hauptsächlich nur die Streicher klingen. Eine dialogartige Entwicklung zeichnet den Satz aus: mal einander ergänzend, im Einklang stehend, mal aber kontrastreich „sprechen“ miteinander der Solist und das Orchester. Die seelische Ausgeglichenheit ist für diese Musik maßgebend, und nur für kurze Augenblicke in der Durchführung wird es etwas nachdenklicher und melancholischer.

Der zweite Satz (Andante) kann man als kleines lyrisches Intermezzo bezeichnen. Als gesangsvolles Instrument kommt das Horn hier ideal zur Geltung und gestaltet eine Art Arie – ohne Text, ohne ein einziges Wort, aber dafür braucht man wohl keine verbale Sprache, denn diese Musik, diese wunderschöne Melodie, voller Erlösung und Vergebung, spricht alle Herzen unmittelbar an.

Bereits vom ersten Ton des dritten Satzes an (Rondo) lässt sich unaufhaltbare freudige Enegie spüren. Die Freunde sprüht buchstäblich aus den Themen des Finales, verbunden mit viel Humor und Leichtigkeit. Zahlreiche Ausrufe im Solo-Part erinnern an die Klänge des Jagdhornes. Der Solist und das Orchester gestalten zusammen ein farbenreiches Klandbild, in dem neben dem Tänzerischen auch das Lyrische zum Ausdruck kommt. Ganz vor dem Schluss sind auch einige Momente der Stille zu erleben, als hätte man etwas angehalten und nachdenklich zurückgeblickt... Und um so beeindruckender erklingt das letzte Piu Allegro, in dem das Hauptthema, begleitet von den fanfarenartigen Figuren im Orchester, vom Solisten mit voller Energie in einer dynamischen Steigerung hervorbracht wird und das ganze Werke im höchst freudigen beflügelnden Ton abschließt.



KV 417, Horn-Konzert Es-Dur
Orchester: Kammerorchester Bergisch Gladbach e.V.
Solisten: Marc Christian Gruber (Horn)
Leitung: Dr. Roman Salyutov
Aufnahme am 22. Juni 2014 in der Kirche St. Joseph, Köln-Dellbrück

KV 417, Horn-Konzert Es-Dur
KV 417, Horn-Konzert Es-Dur, Allegro maestoso
KV 417, Horn-Konzert Es-Dur, Andante
KV 417, Horn-Konzert Es-Dur, Rondo